Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde (Federal Aviation Administration, FAA) hat einen Entwurf für eine neue Lufttüchtigkeitsanweisung (Airworthiness Directive, AD) veröffentlicht, die bestimmte Modelle der Boeing 787 betrifft.
Anlass hierfür sind Berichte über ungewollte Änderungen der UKW-Funkfrequenzen (VHF) im Tuning Control Panel (TCP) ohne Zutun der Flugbesatzung. Diese unbeabsichtigten Frequenzwechsel könnten dazu führen, daß wichtige Kommunikationsanweisungen der Flugsicherung überhört werden, was ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt.
Hintergrund der Anweisung
Mehrere Vorfälle haben gezeigt, daß es bei den Modellen Boeing 787-8, 787-9 und 787-10 zu automatischen Wechseln zwischen aktiven und Standby-Frequenzen im TCP kommt, ohne daß die Besatzung dies veranlaßt hat. Solche ungewollten Frequenzänderungen könnten dazu führen, daß Anweisungen der Flugsicherung, wie geänderte Freigaben oder Flugpfadänderungen, nicht empfangen werden. Dies erhöht das Risiko von Vorfällen wie Kollisionen oder unerlaubten Landebahnüberquerungen.
Die FAA schlägt vor, daß Betreiber der betroffenen Boeing 787-Modelle das Betriebssoftware des Tuning Control Panels auf die Version mit der Teilenummer COL43–0025–0004 oder eine spätere aktualisieren. Diese Aktualisierung soll die ungewollten Frequenzwechsel verhindern und die Kommunikationssicherheit zwischen Flugzeugbesatzung und Flugsicherung gewährleisten. Zusätzlich ist eine Überprüfung der Softwarekonfiguration vorgesehen, um sicherzustellen, daß die korrekte Softwareversion installiert wurde. Boeing stellt diese Softwareaktualisierung den Betreibern ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung.
Betroffene Flugzeuge und Umsetzungsfrist
Die vorgeschlagene Anweisung betrifft insgesamt 157 in den USA registrierte Boeing 787-Flugzeuge. Drei dieser Flugzeuge haben die Aktualisierung bereits während der Produktion erhalten und sind daher von der Anweisung ausgenommen. Die FAA setzt eine Frist für die Umsetzung der Maßnahmen, die mit dem Inkrafttreten der endgültigen Anweisung beginnt.
Die FAA schätzt die Kosten für die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen auf etwa 127,50 US-Dollar pro Flugzeug, was zu Gesamtkosten von rund 20.017,50 US-Dollar für die gesamte betroffene Flotte führt. Aufgrund des geringen Zeitaufwands für die Softwareaktualisierung werden keine nennenswerten betrieblichen Unterbrechungen erwartet.
Beteiligung der Öffentlichkeit und weitere Schritte
Die FAA hat eine Frist bis zum 14. April 2025 gesetzt, innerhalb derer die Öffentlichkeit Kommentare zu dem Entwurf der Lufttüchtigkeitsanweisung einreichen kann. Nach Ablauf dieser Frist wird die Behörde die eingegangenen Stellungnahmen prüfen und gegebenenfalls Anpassungen vornehmen, bevor die endgültige Anweisung veröffentlicht wird.
Diese Maßnahme unterstreicht das Bestreben der FAA, proaktiv potenzielle Sicherheitsrisiken zu identifizieren und zu beheben, um die Sicherheit im Luftverkehr zu gewährleisten.