Ein Passagierflug der Deutschen Lufthansa auf dem Weg von Frankfurt am Main nach Toronto ist über dem schottischen Luftraum abgebrochen worden und unplanmäßig auf dem Flughafen Manchester gelandet.
An Bord des Langstreckenflugzeugs vom Typ Boeing 747-400 befanden sich 371 Passagiere sowie die Besatzung. Grund für die Routeänderung war nach Unternehmensangaben eine unklare Geruchsentwicklung in der Flugzeugkabine, die das Cockpitpersonal zur Umkehr veranlasste.
Um eine bevorzugte Landeerlaubnis und eine umgehende Abwicklung am Flughafen Manchester zu erhalten, erklärte die Besatzung vorsorglich eine Luftnotlage (Pan-Pan oder Mayday). Da die Maschine erst kurze Zeit zuvor in Frankfurt gestartet war und somit noch erhebliche Mengen an Kerosin für den Transatlantikflug mitführte, erfolgte die Landung mit hohem Gesamtgewicht. Nach dem Aufsetzen begleiteten Einsatzkräfte der Flughafenfeuerwehr die Maschine auf die Parkposition, wo die Passagiere das Flugzeug regulär über die Fluggastbrücken verlassen konnten.
Die Passagiere wurden für die Dauer der technischen Überprüfung in umliegenden Hotels untergebracht und am Folgetag mit einem Ersatzflugzeug nach Kanada weiterbefördert. Techniker des Konzerns begannen am Flughafen Manchester mit der Fehlersuche, um die Ursache der Geruchsentwicklung im Belüftungs- und Klimatisierungssystem der Boeing 747-400 zu lokalisieren und zu beheben.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass unklare Gerüche oder Rauchentwicklungen in der Kabine (sogenannte Fume Events) strenge Sicherheitsprotokolle auslösen und regelmäßig zu Ausweichlandungen führen. Für die Fluggesellschaft bedeuten derartige Zwischenfälle erhebliche Folgekosten durch Sonderlandegebühren, Hotelunterbringungen, Passagierentschädigungen nach EU-Recht sowie logistische Herausforderungen bei der Bereitstellung von Ersatzgerät auf internationalen Ausweichflughäfen.