Boeing 767-300 (Foto: Jan Gruber).
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Sicherheitsbedingte Umkehr über dem Nordatlantik rückt Alterung von Flugzeugflotten in den Blickpunkt

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Ein Zwischenfall auf einem Transatlantikflug der US-amerikanischen Fluggesellschaft United Airlines hat erneut Fragen bezüglich der Zuverlässigkeit älterer Langstreckenflugzeuge aufgeworfen. Eine Boeing 767-300ER, die sich am 20. Juli 2026 auf dem Weg von Newark nach Genf befand, musste nach dem Ausfall eines Reservehydrauliksystems umkehren und nach New Jersey zurückkehren.

Obwohl die primäre Flugsteuerung zu keinem Zeitpunkt beeinträchtigt war und das Flugzeug nach rund sechs Stunden Flugzeit sicher landete, beleuchtet der Vorfall die operativen Herausforderungen, vor denen Fluggesellschaften beim Betrieb in die Jahre gekommener Modelle stehen. Der Vorfall reiht sich in eine Serie technischer und organisatorischer Verzögerungen ein, die die internationale Zivilluftfahrt im Zusammenhang mit eng getakteten Flugplänen und Lieferverzögerungen bei Neugeräten belasten.

Unstimmigkeiten bei der Gewichtsverteilung vor dem Start

Bereits vor dem Abheben von der Startbahn des Newark Liberty International Airport kam es bei dem Flug mit der Bezeichnung UA956 zu Verzögerungen am Boden. Grund dafür waren Unstimmigkeiten in den Berechnungen der Beladungsunterlagen. Die Gewichts- und Schwerpunktberechnung gehört zu den kritischen Sicherheitsfaktoren vor jedem Start, da eine fehlerhafte Verteilung von Fracht und Gepäck die aerodynamische Stabilität des Flugzeugs sowie die erforderliche Startstrecke maßgeblich beeinflussen kann.

Aufgrund abweichender Daten sah sich die Besatzung zunächst veranlasst, Vorbereitungen für eine Rückkehr zum Gate zu treffen. Erst nachdem die Flugdienstberatung überarbeitete und verifizierte Werte übermittelte, konnte bestätigt werden, dass sich das Gesamtgewicht und die Massenverteilung innerhalb der zulässigen Betriebsgrenzen befanden. Das Flugzeug setzte seinen Weg zur Startbahn fort und hob schließlich mit einer Verspätung von etwa einer Stunde in Richtung Europa ab.

Systemstörung im oceanic Airspace über dem Atlantik

Ungefähr drei Stunden nach dem Start, als sich die Maschine bereits in der Reiseflughöhe im nordatlantischen Luftraum südlich von Grönland befand, registrierte die Besatzung eine Funktionsstörung im sekundären Hydrauliksystem. Hydrauliksysteme in Verkehrsflugzeugen sind mehrfach redundant ausgelegt, um beim Ausfall einzelner Komponenten die Steuerung von Rudern, Landeklappen und Fahrwerken unter allen Umständen zu gewährleisten.

Obwohl die primäre Flugsteuerung voll funktionsfähig blieb, entschieden sich die Piloten gegen die Fortsetzung des Ozeanüberflugs. Flugstrecken über abgelegenen Meeresgebieten unterliegen den sogenannten ETOPS-Regeln für zweimotorige Flugzeuge, die eine Mindestanzahl funktionsfähiger Absicherungssysteme vorschreiben. Der Verlust eines Reservehydrauliksystems verringert das Sicherheitsnetz für den Fall weiterer technischer Defekte auf einem stundenlangen Flug über kaltem Gewässer. Die Entscheidung zur Umkehr entsprach den etablierten Sicherheitsstandards der Luftfahrtbranche, bedeutete für die Passagiere jedoch eine Rückkehr zum Ausgangspunkt.

Rückkehr nach Newark und anschließender Flugeinsatz

Nach einem rund dreistündigen Rückflug setzte die 26 Jahre alte Boeing 767 ohne weitere Zwischenfälle wieder in Newark auf. Die Maschine wurde unverzüglich den Bodenmannschaften und der Technik übergeben, wo sie einer eingehenden technischen Überprüfung unterzogen wurde. Bei der Kontrolle des betroffenen Hydraulikkreislaufs konnten die Bedenken ausgeräumt und die Maschine nach Reparatur oder Freigabe durch das Wartungspersonal wieder als lufttüchtig eingestuft werden. Bereits am darauffolgenden Tag setzte United Airlines das Flugzeug wieder im regulären Linienverkehr auf einer Verbindung nach Berlin ein.

Hintergrund und Herausforderungen alternder Flotten

Der Zwischenfall richtet die Aufmerksamkeit erneut auf das Alter global genutzter Verkehrsflugzeuge. Flugzeuge wie die Boeing 767-300ER bilden seit Jahrzehnten das Rückgrat vieler Transatlantikverbindungen. Obwohl Verkehrsflugzeuge bei akribischer Instandhaltung über sehr lange Zeiträume sicher betrieben werden können, steigt mit zunehmendem Flugalter der Wartungsaufwand. Kleinere technische Störungen treten statistisch häufiger auf, was zu ungeplanten Ausfällen führen kann.

Viele Fluggesellschaften halten ältere Baumuster länger in ihrer aktiven Flotte als ursprünglich geplant. Ursache hierfür sind anhaltende Lieferengpässe bei den großen Flugzeugbauern, Verzögerungen bei der Zulassung neuer Flugzeugtypen sowie weltweite Engpässe in den Lieferketten für Triebwerke und Ersatzteile. Dadurch verzögert sich die Flotterneuerung bei vielen internationalen Fluggesellschaften, was den Druck auf die Wartungsabteilungen erhöht, um die Verlässlichkeit des täglichen Flugbetriebs aufrechtzuerhalten.

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