Ein gravierender Sicherheitsvorfall am slowakischen Flughafen Košice hat am Dienstagmorgen zu einer mehrstündigen Verzögerung des Austrian-Airlines-Fluges OS654 nach Wien geführt.
Ein Mann im Alter von etwa 50 Jahren verschaffte sich in der Nacht unbefugt Zutritt zum Flughafengelände, betrat eine auf dem Vorfeld geparkte Maschine des Typs Embraer E195 mit dem Kennzeichen OE-LWI und legte sich in den Passagierraum schlafen. Der Eindringling wurde erst kurz vor dem geplanten Abflug von der Flugbesatzung entdeckt, als er den Kapitän fragte, ob das Flugzeug bereits abgehoben habe.
Nach bisherigen Erkenntnissen drang der slowakische Staatsbürger während der Nachtstunden in das weitgehend leere Terminalgebäude ein, wo er sich in unverschlossenen Gastronomiebereichen bediente. Anschließend überwand er einen Sicherheitszaun und gelangte auf das gesperrte Vorfeld. Dort stand die am Vorabend aus Wien eingetroffene Maschine der Austrian Airlines zur Übernachtung bereit. Weder die Treppe noch die Flugzeugtür waren ordnungsgemäß gesichert, was dem Mann den ungehinderten Einstieg in den Passagierraum ermöglichte.
Um jegliche Gefährdung der Fluggäste auszuschließen, veranlasste der Kommandant der Maschine eine umfassende Sicherheitsüberprüfung des gesamten Flugzeugs. Ein Sonderkommando der Polizei untersuchte den Jet zusammen mit Rauschgift- und Sprengstoffspürhunden auf gefährliche Gegenstände oder Sabotagespuren. Erst nach der vollständigen Freigabe durch die Einsatzkräfte konnte die Embraer E195 mit einer Verzögerung von rund zwei Stunden in Richtung Österreich starten.
Sicherheitsexperten bewerten den Vorfall als deutliches Versagen der Zugangskontrollen und der Umzäunungsüberwachung am Flughafen Košice. Der Betreiber des Airports bestätigte das Ereignis und kündigte eine sofortige Verschärfung der Bewachungsmaßnahmen an. Auch Austrian Airlines räumte den Vorfall ein und prüft interne Abläufe bezüglich der Sicherung geparkter Maschinen auf Auslandsflughäfen. Ob gegen den Verdächtigen ein Strafverfahren wegen Hausfriedensbruchs und Eingriffs in den Luftverkehr eingeleitet wurde, gaben die slowakischen Polizeibehörden bislang nicht bekannt.