Flughafen Phoenix (Foto: ZHoover123).
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Sicherheitsvorfall am Flughafen Phoenix: Unbefugter auf der Startbahn löst Polizeieinsatz aus

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Ein schwerwiegender Sicherheitsbruch am Phoenix Sky Harbor International Airport hat am Montagabend den Flugbetrieb zeitweise in Atem gehalten. Ein bislang nicht identifizierter Mann gelangte unbefugt auf das aktive Rollfeld des verkehrsreichen Drehkreuzes in Arizona und zwang mehrere Flugzeuge zum Stopp. Der Vorfall ereignete sich gegen 17:15 Uhr Ortszeit während der Hauptverkehrszeit. Erste Berichte deuten darauf hin, dass sich der Mann in einer psychischen Ausnahmesituation befand.

Er wurde nach seiner Festnahme durch die örtliche Polizei zur medizinischen Evaluation in ein Krankenhaus gebracht. Obwohl der Flugverkehr nicht massiv beeinträchtigt wurde, wirft der Vorfall drängende Fragen zur Perimetersicherheit großer US-Flughäfen auf. Besonders brisant ist der Umstand, dass die Entdeckung des Eindringlings nicht durch automatisierte Überwachungssysteme, sondern durch die Aufmerksamkeit eines Piloten der American Airlines erfolgte.

Ablauf des Vorfalls und Alarmierung durch Piloten

Der Zwischenfall nahm seinen Lauf, als die Besatzung von American Airlines Flug 1804, einer Maschine auf dem Weg nach Tampa, den Tower kontaktierte. Das Flugzeug befand sich gerade auf einem Rollweg im südlichen Bereich des Flugfeldes, unweit der Startbahnen 07L/25R und 07R/25L. Der Pilot fragte die Fluglotsen über Funk, ob sie den Mann im Bereich des Rollwegs Gulf 1 sehen könnten. Nach Angaben der Besatzung winkte die Person wild mit den Armen und bewegte sich direkt auf das Flugzeug zu.

Augenzeugenberichte von Passagieren und Aufzeichnungen des Funkverkehrs schildern dramatische Szenen. Der Mann soll sich vor der Maschine auf die Knie geworfen und eine flehende Haltung eingenommen haben. Ein Pilot meldete dem Tower: Er rennt jetzt auf das Flugzeug zu. Jetzt kniet er nieder und fleht uns an, etwas zu tun. Der Tower reagierte umgehend und wies alle in der Nähe befindlichen Maschinen an, ihre Position zu halten. Neben der betroffenen American-Airlines-Maschine waren mindestens zwei Flugzeuge der Southwest Airlines von der unfreiwilligen Wartezeit betroffen.

Festnahme und medizinische Versorgung

Die Polizei von Phoenix wurde kurz vor 18:00 Uhr alarmiert und rückte mit mehreren Einheiten auf das Vorfeld aus. Videoaufnahmen eines Fluggastes zeigen, wie zwei Beamte den Mann, der ein weißes T-Shirt trug, am Boden fixierten und abführten. Behördensprecher erklärten später, dass der Mann offensichtlich unter einer psychischen Krise litt. Anstatt ihn direkt in polizeilichen Gewahrsam zu nehmen, wurde er aufgrund seines Zustands in eine lokale Klinik eingeliefert.

Trotz der potenziell lebensgefährlichen Situation kam es am Flughafen Phoenix nur zu geringfügigen Verspätungen. Flug AA1804 konnte seine Reise nach Tampa bereits wenige Minuten nach dem Abtransport des Mannes fortsetzen. Dennoch bleibt die Tatsache bestehen, dass eine unbefugte Person die Sicherheitszone eines der geschäftigsten Flughäfen der Welt durchbrechen konnte, ein erhebliches Sicherheitsrisiko.

Ermittlungen zur Sicherheitslücke

Die Flughafenbehörden und die Polizei haben eine umfassende Untersuchung eingeleitet, um zu klären, wie der Mann Zugang zum gesicherten Bereich erhalten konnte. Ersten Erkenntnissen zufolge handelte es sich bei dem Eindringling nicht um einen Ticketinhaber, der etwa durch einen Notausgang aus dem Terminal geflohen war. Stattdessen entdeckten Ermittler ein verdächtiges Fahrzeug, das unmittelbar am Flughafenzaun abgestellt war. Dies lässt vermuten, dass der Mann den Sicherheitszaun entweder überstiegen oder eine Schwachstelle im Perimeter genutzt hat.

Moderne Verkehrsflughäfen verfügen über mehrstufige Sicherheitskonzepte, die neben Zäunen auch Infrarotsensoren, Kameras und regelmäßige Patrouillen umfassen. Dass der Mann bis tief in den Bereich der aktiven Rollwege vordringen konnte, ohne vorher abgefangen zu werden, sorgt nun für Kritik. Sicherheitsanalysten weisen darauf hin, dass Eindringlinge in psychischen Krisen oft unberechenbar agieren und herkömmliche Abschreckungsmaßnahmen ignorieren, was sie zu einer besonderen Herausforderung für das Sicherheitspersonal macht.

Häufung von Sicherheitsbrüchen an US-Flughäfen

Der Vorfall in Phoenix steht nicht isoliert da. In den vergangenen Jahren gab es an US-Flughäfen wiederholt Vorfälle, bei denen Unbefugte auf das Rollfeld gelangten. Im Jahr 2024 ereignete sich in Salt Lake City eine Tragödie, als ein 30-jähriger Mann, der ebenfalls unter einer psychischen Krise litt, einen Notausgang durchbrach und auf das Vorfeld rannte. Er wurde schließlich in das laufende Triebwerk eines Airbus A220 gesaugt und verstarb. Solche Ereignisse verdeutlichen die tödliche Gefahr, die von aktiven Triebwerken und sich bewegenden Flugzeugen ausgeht.

Nicht alle Verstöße sind jedoch auf böse Absicht oder Krisen zurückzuführen. Gelegentlich führen Irrtümer zu gefährlichen Situationen. So gelangte am Flughafen Chicago O’Hare versehentlich ein DoorDash-Lieferfahrer in einen gesicherten Bereich, nachdem er durch ein offenstehendes Tor gefahren war, um eine Bestellung auszuliefern. In einem anderen Fall raste ein privater PKW über einen Rollweg, wobei sich später herausstellte, dass es sich um einen Mitarbeiter handelte, der die Orientierung verloren hatte.

Konsequenzen für die Flughafensicherheit

Die Betreiber des Phoenix Sky Harbor International Airport werden nun prüfen müssen, ob zusätzliche technische Barrieren oder eine verstärkte Überwachung des Zaunsystems notwendig sind. Der Schutz des Flugfeldes ist deshalb so kritisch, weil Piloten beim Rollen oder Starten nur eine begrenzte Sicht auf Objekte unmittelbar vor oder neben dem Flugzeug haben. Ein Zusammenstoß mit einer Person oder einem Gegenstand könnte katastrophale Folgen haben, nicht nur für das Individuum am Boden, sondern auch für die Integrität der Flugzeugstruktur und die Sicherheit der Passagiere.

Die Federal Aviation Administration überwacht die Sicherheitsstandards an US-Flughäfen streng. Nach solchen Vorfällen werden oft die Sicherheitspläne (Airport Security Programs) überarbeitet. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Erkennung von Personen in Echtzeit, bevor diese in die Nähe von Startbahnen gelangen können. Die Tatsache, dass Piloten hier als erste Warninstanz fungierten, zeigt zwar deren Professionalität, offenbart jedoch gleichzeitig Lücken im automatisierten Meldesystem der Bodenüberwachung.

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