An Bord einer Boeing 737 Max 8 der südkoreanischen Fluggesellschaft Tway Air kam es am vergangenen Samstag zu einem gefährlichen Zwischenfall durch einen Lithium-Ionen-Akku. Während des Fluges TW8579 von Sanya nach Cheongju entzündete sich eine Powerbank eines Passagiers und sorgte für eine sofortige Rauchentwicklung in der Kabine.
Dem Bordpersonal gelang es zwar, das Gerät unter Einsatz von Feuerlöschern unschädlich zu machen und in einem speziellen Brandschutzbehälter zu sichern, doch die Folgen für die Insassen waren erheblich. Nach der Landung mussten drei Flugbegleiter aufgrund von Rauchgasinhalationen medizinisch behandelt werden; zudem klagten fünf Passagiere über Reizungen der Atemwege.
Die südkoreanische Flugunfallbehörde hat eine umfassende Untersuchung eingeleitet, um die genaue Ursache der Überhitzung zu klären. Dieser Vorfall ereignete sich fast genau ein Jahr nach einer Katastrophe am Flughafen Jeju, bei der im Januar 2025 ein Airbus A321 der Air Busan vollständig ausbrannte. Damals hatte ebenfalls eine defekte Powerbank ein Feuer entfacht, das sich vor dem Start derart schnell ausbreitete, dass das Flugzeug als Totalschaden abgeschrieben werden musste. Infolge dieses Ereignisses verschärften die koreanischen Behörden die Sicherheitsrichtlinien massiv: Seither müssen mobile Energiespeicher während des gesamten Fluges in transparenten Plastikbeuteln direkt am Platz des Passagiers aufbewahrt werden, um eine frühzeitige Entdeckung von Rauchentwicklung zu ermöglichen.
International reagieren Fluggesellschaften mit zunehmend restriktiven Maßnahmen auf die Brandgefahr durch Lithium-Akkus. Während die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) bereits strenge Grenzwerte für die Kapazität von Batterien im Handgepäck vorschreibt, gehen einzelne Airlines wie die Lufthansa-Tochter Discover Airlines noch weiter und untersagen das Aufladen von Endgeräten mittels Powerbanks während des Fluges komplett. Experten weisen darauf hin, dass mechanische Beschädigungen oder Produktionsfehler bei Akkus zu einem sogenannten thermischen Durchgehen führen können, bei dem Temperaturen von über 600 Grad erreicht werden. Solche Brände sind mit herkömmlichen Mitteln kaum zu löschen und stellen eine der größten technischen Gefahren im modernen Flugverkehr dar.
Die Luftfahrtindustrie investiert derzeit verstärkt in die Ausbildung des Personals sowie in die Beschaffung spezieller „Lithium-Fire-Bags“. Diese hitzebeständigen Taschen sind darauf ausgelegt, brennende Laptops oder Smartphones zu umschließen und die Ausbreitung von Flammen und toxischen Gasen zu verhindern. Da die Anzahl der elektronischen Geräte pro Passagier stetig steigt, fordern Sicherheitsberater eine noch striktere Überwachung der Einhaltung von Transportregeln. Der aktuelle Vorfall bei Tway Air unterstreicht die Notwendigkeit dieser Maßnahmen, da trotz schneller Reaktion der Crew gesundheitliche Schäden und eine potenzielle Gefährdung des Flugzeugs nicht gänzlich verhindert werden konnten.