DHC Dash 8-400 (Foto: Jan Gruber).
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Skyalps peilt Frankfurt-Verbindung an: Südtiroler Airline will Lücke am Flughafen Innsbruck schließen

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Die italienische Regionalfluggesellschaft Skyalps hat ihr verstärktes Interesse an der Wiederaufnahme einer Flugverbindung zwischen Innsbruck und Frankfurt am Main bekundet. Das Unternehmen sieht in dieser und ähnlichen Strecken ein deutliches Marktpotential und befindet sich bereits in Gesprächen mit namhaften Airline-Partnern.

Dieser Vorstoß kommt zu einem Zeitpunkt, da die Lufthansa Group die wichtige Verbindung zwischen ihrem Hauptdrehkreuz Frankfurt und der österreichischen Alpenstadt im kommenden Winterflugplan 2025/26 nicht wieder aufnehmen wird. Skyalps plant zudem, eine eigene Basis in Innsbruck zu eröffnen, was die Bedeutung des Flughafens für die Expansion der Südtiroler Airline unterstreicht.

Eine begehrte Strecke: Frankfurt und die Alpenregion

Die Flugverbindung zwischen Frankfurt am Main und Innsbruck ist von erheblicher Bedeutung, sowohl für Geschäftsreisende als auch für Touristen. Frankfurt, als eines der größten Luftfahrtdrehkreuze Europas, bietet Zugang zu einem globalen Netzwerk an Destinationen. Innsbruck hingegen ist als Tor zu den Tiroler Alpen bekannt und ein beliebtes Ziel für Wintersportler sowie Sommerurlauber. Die Anbindung an ein so wichtiges Drehkreuz wie Frankfurt ist für den Flughafen Innsbruck, der im Jahre 2025 sein 100-jähriges Jubiläum feiert, von entscheidender Wichtigkeit.

Die Lufthansa hatte die Strecke Frankfurt-Innsbruck im Jahre 2024 aufgrund von Kapazitätsengpässen temporär eingestellt. Obschon es für den Winterflugplan 2024/25 eine vorübergehende Wiederaufnahme gab, ist nun klar, daß Lufthansa die Verbindung im Winter 2025/26 nicht fortsetzen wird. Dies schafft eine Lücke im Flugplan des Flughafens Innsbruck und bietet Anbietern wie Skyalps eine Gelegenheit, in den Markt einzusteigen. Lufthansa selbst hat gegenüber Medien bestätigt, daß eine Wiederaufnahme der Linie weder im Sommerflugplan 2025 noch im Winter 2025/26 geplant sei, was zu Enttäuschung bei den Verantwortlichen des Innsbrucker Flughafens und in der regionalen Wirtschaft führte.

Skyalps auf Expansionskurs: Gespräche mit großen Partnern

Skyalps, eine in Südtirol ansässige Fluggesellschaft, hat in den letzten Monaten mehrfach ihr Interesse an einer Ausweitung ihrer Aktivitäten in Deutschland und Österreich bekundet. Die Airline, welche hauptsächlich Turboprop-Flugzeuge vom Typ De Havilland Canada Dash 8-400 betreibt, sieht ein deutliches Marktpotential für die Frankfurt-Route und ähnliche Verbindungen. Gegenüber dem Luftfahrtportal „CH-Aviation“ teilte eine Unternehmenssprecherin mit: „Gespräche mit großen Airline-Partnern laufen derzeit.“ Dies deutet darauf hin, daß Skyalps nicht nur die Strecke selbst bedienen möchte, sondern auch eine Kooperation mit etablierten Fluggesellschaften anstrebt, um Anschlußflüge und eine breitere Kundenbasis zu ermöglichen. Solche Partnerschaften sind in der Luftfahrtindustrie üblich, um Synergien zu nutzen und die Reichweite zu erhöhen.

Die Sprecherin von Skyalps betonte weiter, daß das Unternehmen aktiv daran arbeite, alle notwendigen Anforderungen zu erfüllen und die hohen Standards solcher Partnerschaften zu erreichen. Dies beinhaltet beispielsweiße die Einhaltung internationaler Sicherheitsvorschriften, operative Effizienz und die Integration in die Buchungssysteme größerer Airlines. Ein konkreter Starttermin für die Strecke wurde bisher nicht genannt, was darauf hindeutet, daß die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen sind und die Vorbereitungen für den Betrieb der Route noch laufen.

Eine neue Basis in Innsbruck: Embraer E175 für den Start

Ein weiteres wichtiges Element in den Plänen von Skyalps ist die geplante Eröffnung einer Basis am Flughafen Innsbruck. Dies würde eine Stärkung der Präsenz der Airline in Österreich bedeuten und könnte den Weg für weitere Verbindungen von Innsbruck aus ebnen. Um die Frankfurt-Verbindung zu bedienen und die neue Basis zu unterstützen, soll Marathon Airlines eine Embraer E175 am österreichischen Flughafen stationieren.

Marathon Airlines ist eine griechische Fluggesellschaft, die sich auf ACMI-Leasing (Aircraft, Crew, Maintenance, Insurance) spezialisiert hat und eine Flotte von Embraer-Jets betreibt. Die Embraer E175 ist ein Regionaljet mit einer Kapazität von bis zu 88 Passagieren. Dieses Flugzeug ist bekanntermaßen besonders geeignet für Kurz- und Mittelstrecken und kann auch von Flughäfen mit kürzeren Start- und Landebahnen operieren, was für den Flughafen Innsbruck, der für seine anspruchsvollen Anflugbedingungen bekannt ist, von Vorteil ist. Die Embraer E175 bietet zudem einen höheren Komfort für Passagiere im Vergleich zu kleineren Turboprop-Maschinen.

Die Zusammenarbeit mit Marathon Airlines und der Einsatz einer Embraer E175 würden Skyalps ermöglichen, die Frankfurt-Route mit einem Jet zu bedienen, was für Business-Reisende oft attraktiver ist als ein Turboprop-Flugzeug. Dies könnte auch ein Signal an potentielle Partner wie Lufthansa sein, da ein Jet-Betrieb eine nahtlosere Integration in das Netzwerk einer Großfluggesellschaft ermöglicht.

Der Wettbewerb und die Rolle des Flughafens Innsbruck

Derzeit betreiben laut Daten von „CH-Aviation“ weder Skyalps noch Lufthansa planmäßige Flüge ab Innsbruck. Der Flughafen Innsbruck ist ein wichtiger regionaler Flughafen, der vor allem im Winterflugplan von einer Vielzahl von Fluggesellschaften angeflogen wird, die Skitouristen aus ganz Europa in die Alpenregion bringen. Im Sommer konzentriert sich der Flughafen eher auf Charterflüge zu Sonnenzielen. Eine ganzjährige Verbindung zu einem wichtigen Drehkreuz wie Frankfurt wäre für den Flughafen von großer Bedeutung, um seine Rolle als internationaler Verkehrsknotenpunkt weiter auszubauen.

Die Lücke, welche die Lufthansa hinterläßt, ist nicht zu unterschätzen. Die Verbindung nach Frankfurt war über viele Jahre ein Rückgrat für die Anbindung Innsbrucks an das weltweite Flugnetz. Ein Scheitern der Wiederaufnahme durch einen neuen Partner könnte negative Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Tourismus der Region haben. Daher ist das Interesse von Skyalps und die Bereitschaft, eine Basis in Innsbruck zu errichten, ein positives Signal für die Region.

Die Luftfahrtbranche in Europa ist von intensivem Wettbewerb geprägt. Regionalfluggesellschaften wie Skyalps müssen sich in diesem Umfeld positionieren, indem sie Nischenmärkte erschließen und attraktive Angebote schaffen. Die Strategie, sich auf wichtige regionale Verbindungen zu konzentrieren und dabei mit größeren Fluggesellschaften zu kooperieren, ist ein vielversprechender Ansatz. Die Dash 8-400, die Hauptflotte von Skyalps, ist ein effizientes Turboprop-Flugzeug, das für Kurzstrecken gut geeignet ist. Mit der Ergänzung durch Jets wie die Embraer E175 könnte Skyalps ihr Angebot diversifizieren und auf verschiedene Marktbedürfnisse eingehen.

Ein Lichtblick für die Flugverbindung Innsbruck-Frankfurt

Das Interesse von Skyalps an der Flugverbindung Innsbruck-Frankfurt und die Pläne zur Eröffnung einer Basis in Innsbruck sind ein Lichtblick für die Anbindung der Tiroler Landeshauptstadt an das internationale Flugnetz. Nachdem Lufthansa die Strecke nicht wieder aufnehmen wird, könnte Skyalps die entstandene Lücke füllen und eine wichtige Rolle für den Flughafen Innsbruck spielen.

Die laufenden Gespräche mit Airline-Partnern und der geplante Einsatz einer Embraer E175 durch Marathon Airlines zeigen, daß Skyalps ambitionierte Pläne verfolgt. Die kommende Zeit wird zeigen, ob diese Initiative zu einer stabilen und langfristigen Wiederherstellung dieser wichtigen Route führen wird, was sowohl für Reisende als auch für die Wirtschaftsregion Innsbruck von großem Vorteil wäre.

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