de Havilland Dash 8-400 (Foto: Jan Gruber).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Skyalps strebt vollständige Wiederinbetriebnahme der Flotte bis Juni 2025 an

Werbung

Die in Südtirol ansässige Regionalfluggesellschaft Skyalps plant, die Wartungsaudits für einen Großteil ihrer Flugzeugflotte bis zum kommenden Juni abzuschließen. Dies gab das Unternehmen in einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung bekannt. Ziel dieser Maßnahme ist es, den regulären Flugbetrieb mit der gesamten Flotte wieder aufzunehmen und den bereits publizierten Sommerflugplan ohne Änderungen durchführen zu können. Derzeit sind noch sieben der insgesamt acht Flugzeuge des Typs Dash 8-Q400 außer Betrieb.

Die Stilllegung eines Großteils der Flotte von Skyalps geht auf Feststellungen der italienischen Zivilluftfahrtbehörde ENAC (Ente Nazionale per l’Aviazione Civile) zurück. Bei einer Überprüfung Ende Februar wurden mehrere sogenannte „Nichtkonformitäten“ festgestellt, was die Behörde dazu veranlasste, Auflagen hinsichtlich der Wartungsprozesse zu erteilen. Infolge dieser Beanstandungen und zur Gewährleistung der Flugsicherheit sah sich Skyalps gezwungen, einen Großteil ihrer Flugzeuge vorübergehend außer Dienst zu stellen. Parallel zu den behördlichen Maßnahmen laufen in Bozen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen im Zusammenhang mit den Wartungsvorgängen, wobei ein externer Wartungsspezialist im Zentrum der Untersuchungen steht.

Alberto Casamatti, der neue Geschäftsführer von Skyalps und ehemalige CEO der Air Dolomiti, betonte in der Unternehmensmitteilung die oberste Priorität der Flugsicherheit. „Die Sicherheit der Passagiere hat für uns immer oberste Priorität“, erklärte Casamatti. „Um das zu gewährleisten, brauchen wir zuverlässige Technologien, aber auch klare Prozesse, eine Kultur der Qualität und operative Disziplin.“ Die Berufung eines erfahrenen Luftfahrtmanagers wie Casamatti an die Spitze des Unternehmens wird alsSignal für einen Neustart und die konsequente Abarbeitung der festgestellten Mängel gewertet.

Auswirkungen auf den Flugbetrieb und Übergangslösungen

Die temporäre Stilllegung eines Großteils der eigenen Flotte hatte erhebliche Auswirkungen auf den Flugbetrieb von Skyalps. Zahlreiche Flugverbindungen mußten annulliert oder verschoben werden, was zu Unannehmlichkeiten für die Reisenden führte. Um die Auswirkungen auf den Flugplan so gering wie möglich zu halten und weiterhin Passagiere befördern zu können, griff Skyalps auf sogenannte Wet-Lease-Vereinbarungen zurück.

Bei diesem Verfahren mietet die Fluggesellschaft Flugzeuge samt Besatzung von anderen Anbietern. Aktuell sind drei Maschinen des Typs Dash 8-Q400 von den Gesellschaften Luxwing und Universal Air sowie eine ATR72-600 der Aero Italia im Einsatz für Skyalps. Diese Übergangslösung ermöglicht es Skyalps, zumindest einen Teil ihres Flugplans aufrechtzuerhalten, während die eigenen Flugzeuge den notwendigen Wartungsaudits unterzogen werden.

Standorte der betroffenen Flugzeuge und Ausblick

Nach Informationen des Luftfahrt-Datenanbieters „CH-Aviation“ befinden sich zwei der stillgelegten Dash 8-Q400 Flugzeuge im nordrhein-westfälischen Mönchengladbach. Die Heimatbasis der Skyalps in Bozen beherbergt ebenfalls einige der betroffenen Maschinen, während sich weitere Flugzeuge an verschiedenen Flughäfen in Europa befinden. Die Verteilung der Flugzeuge auf unterschiedliche Standorte deutet auf einen komplexen logistischen Aufwand bei der Durchführung der Wartungsarbeiten und Audits hin.

Die Ankündigung von Skyalps, die gesamte Flotte bis Juni wieder in Betrieb nehmen zu wollen, läßt auf intensive Bemühungen schließen, die von der ENAC geforderten Maßnahmen zügig umzusetzen und das Vertrauen der Passagiere zurückzugewinnen. Gelingt dies, stünde einer planmäßigen Durchführung des Sommerflugplans nichts mehr im Wege.

Werbung

1 Comment

  • Detlef Buchwald , 2. Juni 2025 @ 18:15

    Schade, wir wollten im August zu dritt nach Bozen fliegen, aber das Vertrauen ist nun erheblich gestört.
    Wir werden die zwar unpünktlische, dafür aber umweltfreundliche Bahn ne.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung