ATR72-600 (Foto: Flughafen München).
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Skyhub PAD kündigt Pecs-München an

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Die internationale Vernetzung mittelgroßer europäischer Städte erfährt durch ein innovatives Geschäftsmodell eine signifikante Stärkung. Die Unternehmerinitiative Skyhub PAD weitet ihr operatives Netzwerk aus und integriert die ungarische Stadt Pecs als dritten festen Standort in ihren Flugplan.

Ab dem 29. März 2026 wird eine ganzjährige Direktverbindung zum internationalen Luftverkehrsdrehkreuz München etabliert. Dieser Schritt zielt primär darauf ab, die hohe Nachfrage aus dem akademischen Sektor und der regionalen Wirtschaft zu bedienen. Durch die Kooperation mit der dänischen Fluggesellschaft DAT und die geplante Vertiefung der Partnerschaft mit der Lufthansa entsteht ein Infrastrukturprojekt, das über die reine Personenbeförderung hinausgeht. Die Anbindung einer bedeutenden Universitätsstadt wie Pecs an eines der wichtigsten europäischen Drehkreuze verspricht weitreichende Auswirkungen auf Bildungskooperationen und den wirtschaftlichen Austausch innerhalb des Kontinents.

Die Entstehung und Expansion des Skyhub Modells

Das Fundament für die aktuelle Expansion wurde im März 2025 gelegt, als sich 36 Unternehmer und Privatpersonen im Einzugsgebiet des Flughafens Paderborn/Lippstadt zusammenschlossen. Das Ziel war die Sicherstellung einer stabilen Anbindung an das Drehkreuz München, nachdem etablierte Linienfluggesellschaften ihre Kapazitäten in diesem Segment reduziert hatten. Das Modell basiert auf einer gemeinschaftlichen Finanzierung und Risikoverteilung durch regionale Wirtschaftsakteure. Inzwischen ist die Zahl der Gesellschafter auf 79 angewachsen, was das Vertrauen in diese Form der privatwirtschaftlich organisierten Infrastruktur unterstreicht.

Nachdem der Flugbetrieb zwischen Paderborn/Lippstadt und München im September erfolgreich aufgenommen wurde, folgt nun der nächste logische Schritt der Skalierung. Die Aufnahme von Pecs zeigt, dass das Konzept der bedarfsorientierten Punkt-zu-Punkt-Verbindung mit Anschluss an ein Hub-System auf andere europäische Regionen übertragbar ist. Die dänische DAT (Danish Air Transport) fungiert hierbei erneut als operativer Partner, der das entsprechende Fluggerät und die fliegerische Expertise bereitstellt.

Akademischer Sektor als zentraler Nachfragetreiber

Ein wesentlicher Faktor für die Standortwahl Pecs ist die dort ansässige Universität. Mit über 20.000 Studierenden gehört sie zu den größten Bildungseinrichtungen Ungarns. Besonders der Fachbereich Humanmedizin genießt international einen hervorragenden Ruf und zieht eine Vielzahl ausländischer Studierender an, für die eine effiziente Reiseverbindung in ihre Heimatländer oder zu internationalen Verkehrsknotenpunkten essenziell ist. Dr. Zsolt Barna, Vorsitzender der Trägerstiftung der Universität, sieht in der München-Verbindung einen strategischen Wettbewerbsvorteil, der die internationale Sichtbarkeit und Attraktivität der Institution massiv erhöht.

Die akademische Mobilität bildet somit das Rückgrat der Kalkulation für die neue Flugstrecke. Während klassische Geschäftsreisen oft konjunkturellen Schwankungen unterliegen, sorgt der universitäre Betrieb für eine kontinuierliche und planbare Grundauslastung. Dies ist für Skyhub PAD ein entscheidendes Element, um die wirtschaftliche Stabilität des gesamten Netzwerks zu gewährleisten.

Wirtschaftliche Perspektiven für die Region Südungarn

Pecs, eine Stadt mit rund 140.000 Einwohnern und einer reichen Geschichte als Kulturhauptstadt Europas im Jahr 2010, hat in den letzten Jahren Anstrengungen unternommen, sich als moderner Wirtschaftsstandort zu positionieren. Die neue Flugverbindung wird von der Stadtführung als Türöffner für weitere Investitionen gewertet. Oberbürgermeister Attila Péterffy betonte, dass die Rückkehr auf die internationale Luftverkehrskarte neue Horizonte für den Tourismus und die lokale Industrie eröffnet.

Die geplante Codeshare-Vereinbarung mit der Lufthansa, die für den Sommerflugplan 2026 angestrebt wird, ist in diesem Zusammenhang von hoher Bedeutung. Sie ermöglicht es Reisenden aus Pecs, über München das weltweite Streckennetz der Lufthansa mit nur einem Ticket und durchgehender Gepäckabfertigung zu nutzen. Diese Integration in das globale System ist ein entscheidender Faktor für internationale Unternehmen, die eine Ansiedlung in der Region erwägen.

Operative Details und Zukunftsausblick

Für die Verbindung zwischen Paderborn/Lippstadt und München kalkuliert das Unternehmen bereits mit rund 90.000 Passagieren pro Jahr. Die genauen Flugfrequenzen und Zeiten für die Strecke nach Pecs werden derzeit in enger Abstimmung mit den ungarischen Behörden und dem Flughafen München finalisiert. Es wird erwartet, dass die Flugzeiten so gelegt werden, dass optimale Anschlüsse an die Wellen der Langstreckenflüge in München gewährleistet sind.

Christoph Plass, der Beiratsvorsitzende von Skyhub PAD, deutete an, dass Pecs nicht der letzte Standort im Netzwerk bleiben wird. Die Initiative führt bereits konkrete Verhandlungen mit weiteren europäischen Städten, die ein ähnliches Profil aufweisen: eine starke regionale Wirtschaft, bedeutende Bildungseinrichtungen und eine unzureichende Anbindung an große Luftfahrtdrehkreuze. Die Strategie des Unternehmens sieht vor, durch eine breitere Basis an Standorten Synergieeffekte bei der Flottennutzung und im Marketing zu erzielen.

Technische Umsetzung durch die DAT

Die dänische Fluggesellschaft DAT bringt langjährige Erfahrung im Regionalflugverkehr in die Partnerschaft ein. Zum Einsatz kommen üblicherweise Flugzeugtypen, die für Mittelstrecken optimiert sind und auch auf kleineren Flughäfen effizient operieren können. Die Zuverlässigkeit des operativen Partners ist für eine Initiative wie Skyhub PAD, die auf das Vertrauen lokaler Unternehmer setzt, von höchster Priorität.

Mit dem Start der Verbindung Ende März 2026 wird sich zeigen, wie schnell der Markt das neue Angebot annimmt. Die Zeichen stehen jedoch gut, da die Kombination aus akademischem Bedarf und unternehmerischem Engagement eine solide Basis für den Erfolg bietet. Die Entwicklung von Skyhub PAD könnte als Blaupause für andere Regionen dienen, die ihre infrastrukturelle Anbindung eigenverantwortlich in die Hand nehmen wollen.

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