Die Fluggesellschaft SkyUp Airlines nimmt ab dem 28. Mai 2027 eine neue Direktverbindung vom Flughafen Nürnberg in die moldauische Hauptstadt Chișinău auf. Die Strecke wird zweimal wöchentlich, jeweils montags und freitags, mit Flugzeugen des Typs Boeing 787-800 bedient.
SkyUp, die 2017 in der Ukraine gegründet wurde und ihren Betrieb nach dem Ausbruch des Krieges zunehmend auf europäische Drehkreuze und Wet-Lease-Geschäfte verlagert hat, tritt damit in direkten Wettbewerb auf dieser Route. Durch den Einstieg erhöht sich das wöchentliche Flugangebot ab Nürnberg nach Moldau zusammen mit den bestehenden drei Wizz-Air-Verbindungen auf insgesamt fünf Abflüge.
Die Aufstockung der Frequenzen spricht vor allem die ukrainische Diaspora in Süddeutschland an. Aufgrund des gesperrten ukrainischen Luftraums dient der Flughafen Chișinău als einer der zentralen Transitpunkte für Landreisen in die südlichen Regionen der Ukraine. Neben dem Besuchsverkehr von Angehörigen bietet die Verbindung auch Kapazitäten für den wirtschaftlichen und familiären Austausch mit Moldau selbst. Für den Flughafen Nürnberg bedeutet der Schritt eine Verdichtung des osteuropäischen Streckennetzes, das in den vergangenen Jahren eine steigende Nachfrage im Segment der Punkt-zu-Punkt-Verbindungen verzeichnete.
Luftfahrtanalysten weisen darauf hin, dass die Parallelnutzung derselben Route durch eine Billigfluggesellschaft wie Wizz Air und einen etablierten Charter- und Linienanbieter wie SkyUp den Preiddruck auf dem Streckenabschnitt erhöhen dürfte. Der wirtschaftliche Erfolg hängt maßgeblich davon ab, wie konstant die Auslastung außerhalb der verkehrsintensiven Sommermonate bleibt. Zudem bleibt die politische und infrastrukturelle Lage im Umfeld des Flughafens Chișinău ein Unsicherheitsfaktor, der die betriebliche Stabilität auf dieser Route beeinflussen kann.
Mit dem Ausbau der Flüge nach Moldau setzt der Flughafen Nürnberg auf die Konsolidierung seiner Nischenrouten in Richtung Ost- und Südosteuropa. Ob der Markt die zusätzlichen Kapazitäten dauerhaft tragen kann oder es zu Anpassungen im Flugplan kommt, wird von der künftigen Entwicklung der Passagierzahlen und den Treibstoffkosten abhängen.