Die Bemühungen der slowenischen Regierung, durch finanzielle Zuschüsse die Luftverkehrsanbindung des Landes zu verbessern, haben einen Rückschlag erlitten. Im Rahmen eines siebten Ausschreibungsaufrufs zur Förderung neuer Flugverbindungen hat keine Fluggesellschaft eine Bewerbung eingereicht.
Das slowenische Ministerium für Infrastruktur bestätigte, dass der gesetzte Anmeldeschluss am 24. Februar 2025 ohne eingehende Bewerbungen verstrichen ist. Dies stellt eine unerwartete Wendung dar, nachdem bereits in den vorherigen Jahren mehrere Ausschreibungen stattgefunden haben, die in unterschiedlichen Maßstäben erfolgreich waren. Der Rückzug der Fluggesellschaften könnte auf eine Vielzahl von Gründen zurückzuführen sein, darunter die Auswirkungen der globalen wirtschaftlichen Unsicherheit und das wettbewerbsintensive Umfeld im internationalen Luftverkehr.
Förderungsprogramm zur Steigerung der Luftverbindungen
Seit 2023 verfolgt die slowenische Regierung eine Strategie zur Verbesserung der nationalen und internationalen Luftverkehrsanbindung des Landes. Dazu wurde ein spezielles Förderprogramm aufgelegt, bei dem Airlines für die Aufnahme neuer Flugverbindungen nach Slowenien Subventionen erhalten können. Insgesamt wurden bis 2026 16,8 Millionen Euro für dieses Programm bereitgestellt. Ziel ist es, die Luftverbindungen des Landes zu stärken, neue Märkte zu erschließen und die Frequenz bestehender Flüge zu erhöhen. Bis heute wurden jedoch erst etwas mehr als eine Million Euro aus den bereitgestellten Mitteln genutzt. Laut Angaben des Ministeriums entspricht dies etwa der Hälfte der Kosten, die Fluggesellschaften für die Durchführung neuer Routen in Slowenien aufwenden müssen.
Bisherige Ergebnisse der Förderaufrufe
In den bisherigen sechs Ausschreibungen, die in den Jahren 2023 und 2024 stattfanden, haben mehrere namhafte Fluggesellschaften Interesse bekundet und Zuschüsse beantragt. Zu den Antragstellern gehörten unter anderem Luxair, airBaltic, Norwegian Air Shuttle, Iberia, Eurowings und Cyprus Airways. Nicht alle Antragsteller erfüllten jedoch die erforderlichen Kriterien. Cyprus Airways konnte die notwendigen Dokumentationen nicht rechtzeitig vorlegen, wodurch ihre Bewerbung letztlich nicht berücksichtigt wurde.
Luxair, die Fluggesellschaft aus Luxemburg, erhielt im Rahmen des Programms eine Subvention in Höhe von 257.960 Euro für den Zeitraum vom 14. September 2023 bis zum 31. Mai 2025. airBaltic aus Riga erhielt eine Förderung von 284.408 Euro für Flüge zwischen dem 2. Mai 2024 und dem 31. Oktober 2025. Norwegian Air Shuttle wurde mit 557.518 Euro unterstützt, um Flüge von Kopenhagen nach Slowenien zwischen dem 29. April 2024 und dem 31. Oktober 2025 anzubieten. Iberia erhielt eine kleinere Subvention von 18.774 Euro für eine sehr kurze saisonale Verbindung im Sommer 2024. Darüber hinaus wurden die genauen Fördersummen für die Bewerbung von Eurowings nicht öffentlich bekannt gegeben.
Diese Subventionen haben bisher dazu beigetragen, neue saisonale Flugverbindungen nach Slowenien zu etablieren, mit Ausnahme von airBaltic, das eine ganzjährige Verbindung aufrechterhält. Luxair zeigte sich ebenfalls aktiv und führte sowohl im Winter 2023/24 als auch im Sommer 2024 regelmäßige Flüge durch, obwohl die Zahl der Flüge in der aktuellen Wintersaison geringer ausfällt.
Mangel an langfristigen Lösungen für die Luftverkehrsanbindung
Trotz dieser bisherigen Bemühungen zur Förderung neuer Routen bleibt das Problem der unzureichenden Luftverkehrsanbindung in Slowenien bestehen. Das Ministerium für Infrastruktur betonte mehrfach, dass es weiterhin auf der Suche nach langfristigen Lösungen sei, um die Luftverbindungen zu verbessern. Eine mögliche Lösung, die immer wieder zur Diskussion steht, ist die Schaffung einer nationalen Fluggesellschaft. Das Ministerium erklärte, dass Gespräche mit mehreren Fluggesellschaften geführt würden, um Lösungen zu finden, die den Luftverkehr auf Dauer stabilisieren und ausbauen könnten.
Ein zentrales Element dieser Überlegungen ist die Idee, Flugzeuge dauerhaft an einem der internationalen Flughäfen Sloweniens zu stationieren, um so eine regelmäßige Erhöhung der Frequenzen auf bestehenden Routen zu ermöglichen und neue Verbindungen zu etablieren. Doch die Entscheidung, ob die Gründung einer nationalen Fluggesellschaft der richtige Weg ist, steht noch aus. Die slowenische Regierung möchte alle Optionen sorgfältig prüfen, bevor sie eine endgültige Entscheidung trifft.
Gründe für das Scheitern der siebten Ausschreibung
Die Gründe, warum keine Fluggesellschaft auf den siebten Ausschreibungsaufruf reagiert hat, sind vielfältig und können in mehreren Bereichen liegen. Zunächst könnte das wirtschaftliche Umfeld, das von Unsicherheiten wie den steigenden Treibstoffpreisen und der allgemeinen Inflation geprägt ist, einen Einfluss auf die Entscheidungen der Fluggesellschaften gehabt haben. Viele Airlines konzentrieren sich derzeit darauf, ihre bestehenden Routen zu konsolidieren und Expansionen sorgfältig zu planen.
Darüber hinaus sind die finanziellen Subventionen der slowenischen Regierung möglicherweise nicht ausreichend, um den Airlines eine langfristige Rentabilität bei der Aufnahme neuer Strecken zu gewährleisten. Fluggesellschaften müssen nicht nur die Subventionen berücksichtigen, sondern auch die Marktnachfrage, die Infrastrukturkapazitäten und die Wettbewerbssituation in der Region. In einem hart umkämpften Markt wie dem europäischen Luftverkehr sind die Margen oft gering, und viele Airlines ziehen es vor, sich auf lukrativere Routen oder etablierten Märkten zu konzentrieren.
Ausblick und mögliche Lösungen
Die slowenische Regierung steht nun unter Druck, eine Lösung zu finden, um die Luftverkehrsanbindung des Landes nachhaltig zu verbessern. Das Ministerium für Infrastruktur hat wiederholt betont, dass die Schaffung einer nationalen Fluggesellschaft eine Option sei, die jedoch sorgfältig geprüft werden müsse. Die Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern, die nationale Fluggesellschaften betrieben haben oder diese kürzlich wieder aufgebaut haben, könnten wichtige Erkenntnisse liefern.
In jedem Fall bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird. Die slowenische Regierung hat weiterhin die Möglichkeit, die Fördermittel auch für zukünftige Ausschreibungen zu verwenden, um weitere Fluggesellschaften zu ermutigen, in das Land zu investieren. Doch ohne eine nachhaltige Strategie für den Luftverkehr bleibt unklar, ob die Initiativen ausreichen werden, um Slowenien als attraktives Ziel im internationalen Luftverkehr zu etablieren.