Das slowenische Infrastrukturministerium bereitet eine neunte öffentliche Ausschreibung vor, um Fluggesellschaften zur Einführung neuer, subventionierter Flugrouten ins Land zu ermutigen, berichtet Ex-Yu-Aviation.com. Dies ist Teil der fortlaufenden Bemühungen Sloweniens, seine Fluganbindung zu verbessern und die Erreichbarkeit des Landes zu steigern. Die Ankündigung folgt auf die vorherige Ausschreibungsrunde, in deren Ergebnis Air Baltic und Air Albania Anträge für Dienste nach Las Palmas beziehungsweise Tirana gestellt haben. Beide Verbindungen sollen in der kommenden Wintersaison den Betrieb aufnehmen.
In früheren Runden hatten sich bereits etablierte europäische Fluggesellschaften wie Luxair, Norwegian Air Shuttle, Iberia und Eurowings beworben. Auch Cyprus Airways reichte einen Antrag ein, wurde jedoch wegen unvollständiger Dokumentation disqualifiziert. Sollte die neunte Ausschreibung wie erwartet bis Oktober gestartet werden, könnte dies die letzte Runde im Rahmen des aktuellen Förderprogramms sein. Nach den derzeitigen Regeln für Fluganbindungsausschreibungen subventioniert das Infrastrukturministerium bis zu 50 Prozent der Flughafengebühren (Landegebühren, Passagiergebühren etc.) für jede neue Route, die von einer berechtigten Fluggesellschaft eingeführt wird.
Die Förderungen gelten für Flüge zu den Flughäfen Ljubljana, Maribor oder Portorož und werden aus einem Gesamtbudget von rund 16,8 Millionen Euro für den Zeitraum 2023 bis 2026 finanziert, wovon bislang jedoch weniger als zwei Millionen Euro in Anspruch genommen wurden. Nur Fluggesellschaften, die im Europäischen Gemeinsamen Luftverkehrsraum (ECAA) registriert und ansässig sind, können diese Subventionen erhalten. Der ECAA umfaßt die Staaten der Europäischen Union sowie Albanien, Bosnien und Herzegowina, Island, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Norwegen und Serbien, was die geografische Breite der potenziellen Partner verdeutlicht.
Die Grundlage für künftige Förderungen bildet das neue slowenische Luftfahrtgesetz (ZLet-1), das im September 2024 verabschiedet wurde und im April dieses Jahres in Kraft trat. Die vollständige Anwendung des Gesetzes ist für den 5. Oktober 2025 vorgesehen. Dieses Gesetz konsolidiert sowohl zivile als auch staatliche Luftfahrtaktivitäten unter einem einzigen, kohärenten Gesetzrahmen und bietet die rechtliche Basis für überarbeitete Subventionsschemata zur Fluganbindung. Das Ministerium evaluiert bereits politische Anpassungen und hält die Tür für langfristige strategische Partnerschaften in der Luftfahrt offen, berichtet Ex-Yu-Aviation.com Das neue Gesetz wird Slowenien auch die Möglichkeit geben, Routen als Gemeinwirtschaftliche Verpflichtungen (PSO) auszuweisen. Dies sind Flugdienste, die als wesentlich für die regionale Konnektivität angesehen werden und Anspruch auf staatliche Subventionen haben, wenn sie unter normalen Marktbedingungen nicht rentabel betrieben werden können.