Flughafen Düsseldorf (Foto: Pixabay).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Sommerferien bringen bescheidenes Wachstum für deutsche Flughäfen

Werbung

Im Juli 2024 verzeichneten die deutschen Flughäfen eine spürbare Belebung des Passagieraufkommens, bedingt durch die Sommerferien und den damit verbundenen Reiseverkehr. Die Zahlen zeigen eine allmähliche Erholung des Luftfahrtsektors, auch wenn die Dynamik im Vergleich zu den Vormonaten nachgelassen hat.

Mit rund 21,19 Millionen an- und abfliegenden Passagieren verzeichneten die Flughäfen im Juli ein Plus von 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Doch die Recovery-Rate, die den Wiederherstellungsgrad zum Vorkrisenniveau von 2019 misst, liegt weiterhin bei nur 85,1 Prozent, was Deutschland im europäischen Vergleich zu einem der Märkte mit der geringsten Erholung macht.

Die Sommerferien sorgten für einen signifikanten Anstieg der Passagierzahlen gegenüber dem Juni 2024, als etwa 1,2 Millionen Passagiere weniger gezählt wurden. Das Wachstum im Vergleich zum Juli 2023 beträgt 3,5 Prozent, jedoch bleiben die Zahlen im Vergleich zu den Vorkrisenwerten von 2019 um 14,9 Prozent hinter dem Niveau zurück. Besonders auffällig ist, dass die Recovery-Rate für den gesamten Juli bei 85,1 Prozent liegt, was Deutschland zu einem der am langsamsten erholenden Märkte in Europa macht.

Insgesamt wuchs das Cargo-Aufkommen auf 403.027 Tonnen, was einem Anstieg von 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Im Vergleich zum Juli 2019 bedeutet das jedoch ein leichtes Minus von 0,8 Prozent. Auch die Zahl der gewerblichen Flugbewegungen stieg im Juli um 3,2 Prozent auf 172.754 Starts und Landungen. Dennoch wurden gegenüber 2019 nur 81,2 Prozent der Flugbewegungen durchgeführt, was auf eine noch nicht vollständige Erholung des Marktes hinweist.

Segmentanalyse: Interkontinentalverbindungen auf Erholungskurs, innerdeutsche Verbindungen stagnieren

Die interkontinentalen Verkehrsmärkte zeigen eine erfreuliche Erholung. Mit mehr als 3,92 Millionen Passagieren im Juli und einem Wachstum von 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr liegt die Recovery-Rate für diesen Bereich bei 94,2 Prozent im Vergleich zu 2019. Dies zeigt, dass der internationale Reiseverkehr, insbesondere für Langstreckenflüge, nahezu das Vorkrisenniveau erreicht hat und eine starke Nachfrage aufweist.

Im Gegensatz dazu stagnieren die innerdeutschen Verbindungen. Hier sank die Zahl der Passagiere im Juli um etwa 100.000 im Vergleich zum Vormonat und verzeichnete einen Rückgang um 2,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders auffällig ist der erhebliche Rückstand im Vergleich zu 2019, wo fast die Hälfte der Passagiere (-48,0 Prozent) fehlten. Der mangelnde Wettbewerb und eine eingeschränkte Angebotspalette wirken sich negativ auf die Nachfrage aus, was durch fehlende Verbindungen und gelegentliche Flugstreichungen verschärft wird.

Der Europa-Verkehr zeigt eine gemischte Bilanz. Obwohl das Passagieraufkommen im Vergleich zum Juni um saisonale 6,1 Prozent gestiegen ist, verlangsamt sich das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr auf 3,9 Prozent. Die Recovery-Rate liegt bei 90,8 Prozent, was auf eine kontinuierliche Erholung hinweist, jedoch auch auf die allmähliche Verlangsamung des Wachstums hinweist.

Jahresausblick: Nachhol-Effekte und strukturelle Herausforderungen

Im bisherigen Jahresverlauf von Januar bis Juli 2024 wurden insgesamt 117,91 Millionen Passagiere an den deutschen Flughäfen gezählt, was einem Anstieg von 9,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Trotz dieses Wachstums zeigen sich alle Distanzklassen mit einstelligen Wachstumsraten. Dies deutet darauf hin, dass die Nachhol-Effekte der Pandemie weitgehend vorüber sind und das Wachstum nicht mehr so dynamisch ist wie in den Jahren zuvor.

Die Verteilung der Marktsegmente verdeutlicht ebenfalls diese Trends. Während der innerdeutsche Verkehr mit 13,54 Millionen Passagieren ein Wachstum von 5,1 Prozent zum Vorjahr verzeichnet, bleibt die Zahl der Passagiere im Vergleich zu 2019 bei nur 49,7 Prozent. Im Europa-Verkehr stieg die Zahl auf 81,0 Millionen Passagiere, was einer Steigerung von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht und 89,2 Prozent des Volumens von 2019 erreicht. Der Interkont-Verkehr wuchs um 10,0 Prozent auf 23,17 Millionen Passagiere und erreicht 93,5 Prozent des Vorkrisenniveaus.

Cargo-Markt: Positives Wachstum bei Ausladungen, Stagnation bei Einladungen

Das Luftfrachtaufkommen zeigt einen positiven Trend, insbesondere bei den Ausladungen. Im Juli stiegen die Ausladungen um 7,8 Prozent auf 196.170 Tonnen, während die Einladungen nur um 1,0 Prozent auf 206.858 Tonnen zunahmen. Im Vergleich zu 2019 sind die Einladungen um 2,3 Prozent gesenkt, während die Ausladungen um 1,0 Prozent stiegen. Für den Zeitraum von Januar bis Juli 2024 summiert sich das Luftfrachtaufkommen auf 2.762.536 Tonnen, was einer Zunahme von 2,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Während die Ausladungen um 5,0 Prozent zulegten, stagnieren die Einladungen nahezu.

Die Daten für Juli 2024 zeigen eine gemischte Bilanz für die deutschen Flughäfen. Während der internationale Reiseverkehr und das Cargo-Aufkommen positive Trends aufweisen, kämpfen die innerdeutschen Verbindungen weiterhin mit Herausforderungen. Die langsame Erholung im Vergleich zum Vorkrisenniveau und die anhaltenden strukturellen Probleme im innerdeutschen Markt verdeutlichen die Schwierigkeiten, mit denen der Luftverkehrsmarkt konfrontiert ist. Die zukünftige Entwicklung wird davon abhängen, wie schnell sich der Markt weiter erholen kann und inwieweit strukturelle Anpassungen und Wettbewerbsbedingungen die verschiedenen Verkehrssegmente beeinflussen werden.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung