Der Flughafen Stuttgart hat während der Sommerferien in Baden-Württemberg mehr als 1,5 Millionen Passagiere abgefertigt. Das Passagieraufkommen verzeichnete auf den Verbindungen in die Türkei, nach Spanien und auf den Balkan die höchste Auslastung.
Die am stärksten frequentierten Zielorte im Ferienflugverkehr waren Istanbul, Palma de Mallorca und Antalya, gefolgt von Pristina, Barcelona und Thessaloniki. Mit dem Ende der Schulferien erreichte der Flugbetrieb am 11. September mit 265 Starts und Landungen den Höchstwert an Flugbewegungen innerhalb des verkehrsreichsten Ferientags der Saison.
Die Flughafenbetreibergesellschaft rechnet auch für die anschließenden Monate September und Oktober mit einem weiterhin hohen Verkehrsaufkommen. Neben Urlaubern, die die Nachsaison nutzen, nimmt der Anteil des Geschäftsreiseverkehrs nach der Sommerpause wieder zu. Zudem sorgt der Reiseverkehr von Personen, die Angehörige und Bekannte besuchen, für eine kontinuierliche Grundauslastung der Direktverbindungen ab Stuttgart. Das erhöhte Fluggastaufkommen schlug sich auch im Betrieb des universellen Fundbüros am Flughafen nieder, wo über 650 Fundsachen – darunter diverse Musikinstrumente wie eine Balalaika und Schlagzeugteile – abgegeben wurden, von denen bisher weniger als die Hälfte von den Eigentümern abgeholt wurde.
Das Passagierwachstum stellt die Abfertigungsinfrastruktur der Flughafen Stuttgart GmbH vor Herausforderungen. Insbesondere an verkehrsreichen Spieltagen und in den Morgenstunden kam es an den Sicherheitskontrollen und Passkontrollen zeitweise zu Wartezeiten. Die Einbindung von externen Dienstleistern bei den Bodendiensten sowie die Automatisierung von Abfertigungsprozessen sollen dazu beitragen, Engpässe bei der Gepäckabwicklung und Passagierleitung in den Terminals zu reduzieren.
Branchenexperten betonen, dass der Flughafen Stuttgart im regionalen Wettbewerb der süddeutschen Landesflughäfen stark vom Touristik- und VFR-Verkehr (Visiting Friends and Relatives) abhängt. Während der Urlaubsverkehr in den Sommermonaten verlässlich für hohe Auslastungszahlen sorgt, bleibt die vollständige Erholung des renditestarken Geschäftsreisesegments im Vergleich zum Vorkrisenniveau verhalten. Die Betreibergesellschaft steht daher vor der Aufgabe, das Streckennetz für Business-Flüge zu stabilisieren, während die Betriebskosten der Terminalinfrastruktur im Ganzjahresbetrieb getragen werden müssen.