Der Albrecht Dürer Flughafen Nürnberg verzeichnete in den sechswöchigen bayerischen Sommerferien 2026 ein Passagieraufkommen von rund 806.000 Fluggästen, was einem Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum von circa 786.000 Passagieren entspricht.
Die Zahl der Flugbewegungen lag im Ferienzeitraum bei knapp 7.800 Starts und Landungen, wobei der 31. August mit mehr als 21.000 Fluggästen als verkehrsstärkster Einzeltag registriert wurde. Das Buchungsverhalten der Passagiere im fränkischen Einzugsgebiet konzentrierte sich primär auf Warmwasserziele im Mittelmeerraum und Nordafrika: Antalya führte die Statistik mit rund 138.000 Passagieren an, gefolgt von Palma de Mallorca mit knapp 110.000 sowie Heraklion und Hurghada mit jeweils etwa 34.000 Reisenden.
Für die bevorstehende Winterflugplanperiode 2026/2027 kündigt die Flughafenbetriebsgesellschaft ein ausgebautes Streckennetz von 19 Fluggesellschaften an. Einen Schwerpunkt bildet der Markteintritt des britischen Low-Cost-Carriers easyJet, der ab Nürnberg Verbindungen nach London-Gatwick, London-Luton, Manchester und Mailand aufnimmt. Damit verdichtet sich das Angebot in Richtung Großbritannien zusammen mit den bestehenden Strecken von British Airways nach London-Heathrow und Ryanair nach London-Stansted. Darüber hinaus nimmt Ryanair Ziele wie Agadir, Rabat, Porto und Sevilla neu auf, während Wizz Air ihr Osteuropa-Netz unter anderem um Târgu Mureș erweitert. Die Zubringerfunktionen zu den internationalen Drehkreuzen Frankfurt, Paris-Charles-de-Gaulle, Amsterdam-Schiphol und Istanbul werden weiterhin von Lufthansa, Air France, KLM sowie Turkish Airlines und Pegasus bedient.
Branchenbeobachter bewerten die Kapazitätserweiterungen im Billigflug- und Punkt-zu-Punkt-Segment als wesentlichen Konsolidierungsschritt für den nordbayerischen Regionalflughafen, der in den vergangenen Jahren im Zuge der Konsolidierung deutscher Dezentralstandorte unter Druck gestanden hatte. Die Ansiedlung von easyJet und der Ausbau von Strecken durch den Ferienflieger Marabu Airlines – ein Schwesterunternehmen der Condor – erhöhen das Sitzplatzangebot, verstärken jedoch gleichzeitig den Wettbewerb um die Marge im preissensiblen Privatreisesegment.
Kritisch wird im Branchenumfeld die nachhaltige Auslastung der Punkt-zu-Punkt-Verbindungen außerhalb der Hauptreisezeiten gesehen. Ein Großteil der angekündigten Strecken wird saisonal oder mit variierenden Frequenzen angeboten, was die betriebliche Planbarkeit für die Abfertigungsdienste vor Ort erschwert. Für die Betreibergesellschaft bleibt der Ausgleich zwischen stetigen Drehkreuz-Zubringern für die regionale Wirtschaft und schwankenden Touristikströmen eine zentrale betriebswirtschaftliche Aufgabe im Flughafenmanagement.