South African Airways (SAA) hat mit einem Nettogewinn von 15,5 Millionen US-Dollar (252 Millionen Rand) im Geschäftsjahr 2022/23 ein beeindruckendes Comeback erzielt – das erste positive Ergebnis seit 2012. Dieser Erfolg ist umso bemerkenswerter, da die Fluggesellschaft im Vergleich zu ihrer Flotte von über 40 Flugzeugen im Jahr 2012 nur noch zwischen sechs und acht Maschinen im Einsatz hatte.
Nach einer Dekade der finanziellen und operativen Turbulenzen und dem beinahe bankrotten Zusammenbruch des Unternehmens vor wenigen Jahren, zeigt die jüngste Entwicklung, wie weit SAA auf dem Weg zur Erholung gekommen ist. Der Gewinn und die markante Steigerung der Einnahmen belegen eine erfolgreiche Umstrukturierung, die nun zu finanzieller Nachhaltigkeit führt.
Die Wende nach schwierigen Jahren
South African Airways, einst das Aushängeschild der afrikanischen Luftfahrt, hat in den letzten Jahren einen dramatischen Rückgang erlebt. Politische Einmischungen, Managementfehler und finanzielle Misswirtschaft führten dazu, dass die Fluggesellschaft nicht nur ihre Flotte verkleinern musste, sondern auch ihre internationalen Strecken und das Personal reduzierte. Im Dezember 2019, nach einer jahrelangen Krise, wurde die Airline in den Sanierungsmodus versetzt und stellte ihren Betrieb wegen der weltweiten COVID-19-Pandemie über ein Jahr lang ein.
Doch der Wandel begann, als South African Airways im September 2021 wieder in den aktiven Betrieb überging. Dieser Neustart fand in einer schwierigen globalen Luftfahrtlandschaft statt, die von der Pandemie, anhaltend hohen Ölpreisen, dem Krieg in der Ukraine und den damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheiten geprägt war. Trotzdem konnte SAA nicht nur die Kontrolle über ihre Finanzen zurückgewinnen, sondern auch eine beachtliche Erhöhung der Gesamteinnahmen von 183 % im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Die Einnahmen beliefen sich auf 350,8 Millionen US-Dollar (5,7 Milliarden Rand), ein deutliches Zeichen für den Wiederaufschwung der Fluggesellschaft.
Finanzielle Erholung und Schuldenabbau
Der positive Trend setzte sich auch bei den operativen Kennzahlen fort. Mit einem positiven EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 13,97 Millionen US-Dollar (227 Millionen Rand) im Jahr 2022/23 konnte SAA einen deutlichen Umschwung gegenüber dem negativen EBITDA des Vorjahres (60,15 Millionen US-Dollar Verlust) verzeichnen. Ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zur finanziellen Stabilität war die letzte Zahlung der Altschulden, wodurch SAA nun keine zinstragenden Schulden mehr aufweist. Diese Schuldenfreiheit stellt einen wichtigen Meilenstein in der Unternehmensgeschichte dar und gibt der Fluggesellschaft eine stabile Basis für zukünftige Investitionen und Expansionen.
Die positive Entwicklung von SAA wurde von Professor John Lamola, dem Interim-CEO von South African Airways, als Ergebnis harter Arbeit und gezielter Strategie beschrieben. „Diese erfreulichen Ergebnisse sind ein Zeichen für die sorgfältige Arbeit, die in die Wiederbelebung der SAA geflossen ist. Wir sind auf einem Weg zu finanzieller Nachhaltigkeit und brauchen nicht mehr die Unterstützung des Staates“, erklärte Lamola. Dies deutet darauf hin, dass die Fluggesellschaft nicht nur ihre wirtschaftliche Basis gesichert hat, sondern auch in der Lage ist, langfristig unabhängig vom Staat zu operieren.
Flotten- und Streckennetzexpansion
Mit der jüngsten positiven Entwicklung beginnt SAA, ihre Expansion weiter voranzutreiben. 2022 und 2023 erlebte die Fluggesellschaft ein Wachstum in ihrem Streckennetz und nahm neue Ziele wieder auf. Dazu zählt unter anderem São Paulo, das erste interkontinentale Ziel von SAA seit der Pandemie, sowie Perth, eine wichtige Verbindung im asiatisch-pazifischen Raum. Von Johannesburg aus bedient die Fluggesellschaft nun insgesamt 16 Ziele, darunter sowohl inländische als auch internationale Strecken. Diese Erweiterung des Streckennetzes ist ein weiterer Indikator für den stabilen Aufschwung von South African Airways.
In Bezug auf die Flotte hat SAA mit einer reduzierten Anzahl von Flugzeugen begonnen, jedoch mit dem Ziel, ihre Kapazitäten in den kommenden Jahren auszuweiten. Aktuell nutzt die Fluggesellschaft eine Flotte von zwölf Maschinen, darunter Airbus A320, A330, A340 sowie Boeing 737, die von SunExpress geleast werden. Die nächsten Schritte in der Flottenstrategie umfassen das Leasing weiterer Flugzeuge, die bis zum Geschäftsjahr 2025/26 ausgeliefert werden sollen.
Herausforderungen und die Zukunft von SAA
Trotz der positiven Entwicklungen steht South African Airways weiterhin vor bedeutenden Herausforderungen. Die Luftfahrtindustrie ist nach wie vor von den globalen Unsicherheiten betroffen, insbesondere durch steigende Kraftstoffpreise, geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Schwankungen. Darüber hinaus wird die nächste Phase von SAA von der Suche nach einem strategischen Eigenkapitalpartner bestimmt, nachdem die angestrebte Teilprivatisierung gescheitert war. Dies zeigt die Komplexität der laufenden Umstrukturierung und den Bedarf an externem Kapital, um langfristige Wachstumsziele zu erreichen.
Die Fluggesellschaft ist auch auf der Suche nach einem permanenten CEO und anderen Führungskräften, um die zukünftige Entwicklung des Unternehmens weiter zu steuern. Das Management steht vor der Aufgabe, die angestrebte Expansion erfolgreich umzusetzen und gleichzeitig das Unternehmen auf dem Kurs der finanziellen Stabilität zu halten.
South African Airways hat sich in den letzten Jahren von einer nahezu bankrotten Fluggesellschaft zu einem aufstrebenden Unternehmen entwickelt, das wieder auf gesunden finanziellen Füßen steht.
Der beeindruckende Nettogewinn von 15,5 Millionen US-Dollar im Geschäftsjahr 2022/23 sowie die Steigerung der Gesamteinnahmen sind ein Beweis für die erfolgreiche Wiederbelebung der Fluggesellschaft. Dennoch steht SAA noch vor der Herausforderung, ihre Flotte weiter zu modernisieren, ihr Streckennetz auszubauen und ihre finanzielle Unabhängigkeit langfristig zu sichern. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob die Fluggesellschaft in der Lage ist, diese Ziele zu erreichen und eine nachhaltige Zukunft zu sichern.