Hotel-Eingang (Foto: Toni Osmundson/Unsplash).
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Spannungen vor den Kollektivvertragsverhandlungen im österreichischen Tourismussektor

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Im Vorfeld der anstehenden Kollektivvertragsverhandlungen für das Hotel- und Gastgewerbe verschärft sich der Ton zwischen Arbeitgebervertretern und der Gewerkschaft vida. Walter Veit, Präsident der Österreichischen Hotelvereinigung (ÖHV), kritisiert die aktuelle Strategie der Arbeitnehmerseite scharf und bezeichnet die erhobenen Forderungen als wirtschaftlich unvertretbar.

Insbesondere die Forderung nach bezahlten Mittagspausen stößt auf massiven Widerstand, da diese rechnerisch einer zusätzlichen Lohnsteigerung von sechs Prozent entspräche. Die Hotelvereinigung warnt davor, dass eine rein auf Profilierung ausgerichtete Taktik der Gewerkschaft die erzielten Fortschritte der letzten Jahre gefährde, in denen bereits Rekordabschlüsse und umfassende Verbesserungen im Rahmen-Kollektivvertrag konsolidiert wurden.

Die Arbeitgeberseite verweist zur Untermauerung ihrer Position auf die angespannte wirtschaftliche Gesamtsituation. Veit argumentiert, dass die Argumente der Gewerkschaft bezüglich gestiegener Lebenshaltungskosten ebenso für die Betriebe gelten, die mit massiven Kostensteigerungen in den Bereichen Energie, Lebensmittel und Instandhaltung konfrontiert sind. Laut Branchenanalysen der KMU Forschung Österreich haben sich die Renditen in der Hotellerie zuletzt aufgrund der hohen Inflationsraten und des steigenden Zinsniveaus abgeschwächt. In diesem Kontext werden Forderungen, die über die Abgeltung der Inflationsrate hinausgehen, als Gefahr für die Existenz zahlreicher mittelständischer Betriebe eingestuft, die bereits mit einer hohen Schuldenlast aus den vorangegangenen Krisenjahren kämpfen.

Gleichzeitig hebt die ÖHV die Investitionen der Spitzenhotellerie in die Qualität der Arbeitsplätze hervor. Verweise auf Arbeitgeber-Bewertungsplattformen wie Kununu und Auszeichnungen durch „Great Place to Work“ sollen belegen, dass die Branche bereits moderne Rahmenbedingungen und gezielte Kompetenzentwicklung bietet. Als konstruktiven Lösungsansatz bringt die Hotelvereinigung den mit 6,5 Millionen Euro dotierten Tourismusbeschäftigtenfonds ins Spiel. Diese Mittel sollten nach Ansicht der Arbeitgeber genutzt werden, um die Arbeitsbedingungen direkt zu verbessern, anstatt öffentliche Kampagnen zu führen, die das Image der Branche beschädigen könnten. Der Fonds gilt als zentrales Instrument zur Förderung von Weiterbildung und Sozialleistungen innerhalb des Sektors.

Trotz der harten Fronten betont die ÖHV-Spitze ihre Gesprächsbereitschaft für eine sachliche Verhandlungsrunde. Die Branche steht unter Druck, da der Fachkräftemangel zwar weiterhin ein zentrales Thema bleibt, die finanzielle Belastbarkeit der Betriebe jedoch erschöpft scheint. Marktbeobachter erwarten schwierige Verhandlungen, da die Gewerkschaft auf einem deutlichen Reallohnzuwachs beharrt, während die Hotellerie auf eine moderate Anpassung drängt, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des österreichischen Tourismusstandortes nicht durch zu hohe Lohnnebenkosten zu gefährden. Der Ausgang der Verhandlungen wird maßgeblich darüber entscheiden, ob die Branche die hohe Servicequalität in der kommenden Sommersaison ohne weitere Preissprünge für die Gäste halten kann.

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