Die US-amerikanische Billigfluggesellschaft Spirit Airlines plant im Rahmen ihres laufenden Insolvenzverfahrens nach Chapter 11 den Verkauf ihres Hauptsitzes in Dania Beach nahe Fort Lauderdale. Der erst im Jahr 2024 bezogene Campus soll für mindestens 88 Millionen US-Dollar (rund 76 Millionen Euro) veräußert werden.
Ursprünglich belief sich das Investitionsvolumen für das elf Hektar große Areal auf bis zu 250 Millionen US-Dollar. Liegt bis zum Ende der Bietfrist kein höheres Kaufangebot vor, geht die Immobilie an eine Beteiligungsgesellschaft von Hill City Capital. Allfällige Konkurrenzangebote müssen gemäß den gerichtlichen Vorgaben einen Mindestbetrag von 92,9 Millionen US-Dollar erreichen.
Das im Bundesstaat Florida gelegene Gelände umfasst ein Verwaltungsgebäude für über 1.000 Angestellte, ein Mitarbeiterzentrum sowie ein Wohngebäude mit 200 Einheiten für Personal im Training. Das integrierte Schulungszentrum mit den Flugsimulatoren ist von der Transaktion ausgenommen und soll im Besitz der Fluggesellschaft verbleiben. Der deutliche Preisnachlass verdeutlicht den Druck auf das Unternehmen, im Rahmen der gerichtlichen Restrukturierung liquide Mittel zur Befriedigung von Gläubigeransprüchen zu generieren.
Der Notverkauf des Unternehmenssitzes bildet einen Teil der Restrukturierungsmaßnahmen, mit denen Spirit Airlines den Verlusten der vergangenen Geschäftsjahre begegnen muss. Die Fluggesellschaft leidet unter gestiegenen Betriebskosten, Problemen mit Triebwerken der Airbus-A320neo-Flotte sowie gesunkenen Erlösen im US-Inlandsverkehr. Zudem scheiterte eine geplante Übernahme durch den Konkurrenten JetBlue Airways an wettbewerbsrechtlichen Bedenken der amerikanischen Justizbehörden, was den finanzielle Handlungsspielraum des Billigfliegers weiter einengte.
Branchenbeobachter werten die Veräußerung der Firmenzentrale deutlich unter den ursprünglichen Erstellungskosten als Symptom für die anhaltende Krise des Low-Cost-Modells in den USA. Die Konsolidierung über Restrukturierungsverfahren nach Chapter 11 verlangt zwar den harten Abbau von Sachwerten und Kapazitäten, sichert Spirit Airlines jedoch vorerst die Aufrechterhaltung des laufenden Flugbetriebs. Ob die erzielten Erlöse und das Umdenken im Streckennetz ausreichen werden, um das Unternehmen dauerhaft zu stabilisieren, bleibt vor dem Hintergrund der intensiven Konkurrenz im US-Luftfahrtmarkt ungewiss.