Der Flughafen Hamburg hat das Kalenderjahr 2025 mit einer Bilanz abgeschlossen, die trotz eines volatilen Marktumfelds von Beständigkeit und operativer Effizienz geprägt ist. Mit insgesamt rund 14,8 Millionen Fluggästen konnte der Flughafen das Niveau des Vorjahres halten und festigte seine Position als einer der leistungsstärksten Standorte im deutschen Luftverkehrsnetz.
Besonders hervorzuheben ist dabei die Erholungsrate von 86 Prozent im Vergleich zum Referenzjahr 2019 vor Beginn der weltweiten Mobilitätseinschränkungen. Damit belegt Hamburg den Spitzenplatz unter den großen deutschen Verkehrsflughäfen, die nicht als primäre Drehkreuze wie Frankfurt oder München fungieren. Der Fokus des Managements lag im vergangenen Jahr verstärkt auf der Beschleunigung der Bodenprozesse und dem Ausbau der internationalen Konnektivität, was sich in führenden Platzierungen in europäischen Rankings widerspiegelt.
Trotz der allgemeinen wirtschaftlichen Herausforderungen in der Bundesrepublik und veränderter Rahmenbedingungen im innerdeutschen Flugverkehr verzeichnete der Flughafen eine robuste Nachfrage. Laut Christian Kunsch, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, ist dieses Ergebnis unter den gegebenen Voraussetzungen als Erfolg zu werten. Die Struktur der Reisenden zeigt dabei ein klares Bild: Etwa 77 Prozent der Passagiere nutzen den Hamburger Flughafen für private Zwecke. Innerhalb dieser Gruppe stellen die 25 bis 34-Jährigen die signifikanteste Alterskohorte dar. Eine leichte Belebung war im Segment der Geschäftsreisen zu beobachten, dessen Anteil von 21 auf 23 Prozent anstieg. Dennoch bleibt dieser Bereich weiterhin spürbar hinter den historischen Höchstständen zurück, was auf veränderte Kommunikationsgewohnheiten in der Arbeitswelt hindeutet.
Effizienzsteigerung in der Abfertigung und Passagierlogistik
Ein zentraler Aspekt der Strategie im Jahr 2025 war die Optimierung der Zeitabläufe innerhalb der Terminals. Berit Schmitz, Geschäftsführerin am Hamburg Airport, betonte, dass die hohe Auslastung der Maschinen, die im Durchschnitt bei über 80 Prozent lag, auch höhere Anforderungen an die Bodenlogistik stellte. Mehr Passagiere pro Flugbewegung bedeuten ein größeres Aufkommen an Gepäckstücken und eine höhere Frequenz an den Sicherheitskontrollen. Die statistischen Auswertungen belegen jedoch eine deutliche Verbesserung der Durchlaufzeiten: Rund 90 Prozent aller Reisenden passierten die Sicherheitsüberprüfung in weniger als zehn Minuten. Nahezu 98 Prozent der Fluggäste benötigten weniger als zwanzig Minuten, was Hamburg im nationalen Vergleich eine hohe Prozesssicherheit attestiert.
Auch die Gepäcklogistik wurde technisch aufgewertet und personell stabilisiert. Im Durchschnitt erreicht das erste Gepäckstück bereits nach 15,7 Minuten das Ausgabeband, während der gesamte Entladevorgang eines Flugzeugs nach spätestens 28,2 Minuten abgeschlossen ist. Zur Steigerung des Komforts wurde im April 2025 der digitale Service Bag & Go eingeführt. Dieses System ermöglicht es den ankommenden Passagieren, den Status ihrer Koffer in Echtzeit via Mobilgerät zu verfolgen und die genaue Bereitstellungszeit am Band einzusehen. Solche technologischen Neuerungen sind Teil des umfassenden Modernisierungsprogramms HAM Upgrade, das darauf abzielt, Wartezeiten durch Transparenz und automatisierte Abläufe zu minimieren.
Internationales Ranking und Netzwerkanbindung
Die strategische Bedeutung des Hamburger Flughafens für die norddeutsche Region wird durch das aktuelle Connectivity-Ranking des Airports Council International (ACI) Europe untermauert. Unter 476 bewerteten europäischen Flughäfen belegt Hamburg den 21. Platz, innerhalb Deutschlands erreicht der Standort den vierten Rang. Diese Platzierung basiert auf der Qualität und Quantität der Verbindungen in das globale Luftverkehrsnetz. Im Jahr 2025 bedienten etwa 55 Fluggesellschaften rund 120 Direktziele ab der Hansestadt.
Besonders wichtig für die Anbindung an den Weltmarkt sind die 20 angeflogenen Drehkreuz-Flughäfen. Über diese Hubs sind für Reisende aus Hamburg mit nur einem Umsteigevorgang mehr als 1000 Destinationen weltweit erreichbar. Diese hohe Netzdichte sichert der regionalen Wirtschaft den Zugang zu internationalen Märkten und macht den Standort für global agierende Unternehmen attraktiv. Die Stabilität der Flugbewegungen, die mit 127.000 Starts und Landungen exakt auf dem Niveau des Vorjahres blieb, deutet auf eine Konsolidierung des Angebots bei gleichzeitig höherer Auslastung der einzelnen Maschinen hin.
Infrastrukturelle Investitionen und Komfortoffensive
Parallel zum operativen Geschäft investierte die Flughafengesellschaft massiv in die bauliche Substanz und die Aufenthaltsqualität. Im Rahmen des Programms HAM Upgrade wurden zahlreiche Bereiche der Terminals saniert. Dies umfasst die Modernisierung von Sanitäranlagen, den Austausch von Rolltreppen und Aufzügen sowie die Neugestaltung von Wartebereichen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Infrastruktur an die gestiegenen Passagierzahlen anzupassen und die Aufenthaltsdauer für die Kunden angenehmer zu gestalten. Diese Investitionen werden auch im Jahr 2026 fortgesetzt, um den technologischen und funktionalen Standard des Flughafens langfristig zu sichern.
Ein besonderer Schwerpunkt lag zudem auf der Flexibilität der Abfertigungsbereiche. Durch eine effizientere Raumausnutzung und modernisierte Leitsysteme gelang es, auch an Spitzentagen, wie dem 19. Oktober 2025 mit rund 59.000 Passagieren, einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Zu Spitzenzeiten wurden über 3.000 Reisende pro Stunde abgefertigt, ohne dass es zu nennenswerten Verzögerungen im Flugplan kam. Diese operative Resilienz gilt als wesentliches Verkaufsargument in den laufenden Verhandlungen mit internationalen Fluggesellschaften.
Ausblick auf das Flugjahr 2026 und neue Destinationen
Für das kommende Jahr prognostiziert die Geschäftsführung einen leichten Anstieg der Passagierzahlen. Die Planungen für den Sommerflugplan 2026 sind bereits weit fortgeschritten und signalisieren eine Erweiterung des Angebots in verschiedene geografische Richtungen. Ein Highlight der kommenden Saison ist die neue Verbindung der Royal Jordanian, die ab Ende März zweimal wöchentlich Amman direkt an Norddeutschland anbindet. Damit wird die Konnektivität in den Nahen Osten weiter gestärkt.
Auch im Segment der Urlaubsreisen stehen signifikante Erweiterungen bevor. Neue Direktverbindungen nach Marrakesch durch easyJet, nach Bodrum durch Ajet sowie nach Kalamata durch Condor ergänzen das Portfolio für Privatreisende. Im skandinavischen Raum ist ein verstärkter Wettbewerb zu beobachten: Sowohl Norwegian als auch SAS bauen ihre Kapazitäten nach Oslo und Stockholm deutlich aus. Zudem festigt airBaltic die Anbindung des Baltikums durch eine neue Verbindung nach Tallinn, womit künftig alle drei baltischen Hauptstädte ohne Umsteigen von Hamburg aus erreichbar sind. Diese Diversifizierung des Streckennetzes unterstreicht das Vertrauen der Airlines in die Kaufkraft und Reisemotive der norddeutschen Bevölkerung.
Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der Hamburg Airport das Jahr 2025 als Phase der qualitativen Festigung genutzt hat. Während die quantitativen Zahlen stagnierten, konnten die qualitativen Parameter wie Abfertigungsgeschwindigkeit, Flugauslastung und Konnektivität gesteigert werden. Damit verfügt der Standort über eine solide Basis, um im kommenden Jahr wieder auf einen Wachstumspfad zurückzukehren und seine Rolle als zentraler Infrastrukturknotenpunkt in Nordeuropa weiter auszubauen.