Boeing 777 (Foto: Alex Noble).
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Startabbruch bei Hochgeschwindigkeit: Boeing 777 der Latam in Sao Paulo gestoppt

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Ein schwerwiegender Zwischenfall am internationalen Flughafen Sao Paulo-Guarulhos sorgt derzeit für Untersuchungen in der Luftfahrtbranche. Am 15. Februar 2026 brachen die Piloten einer Boeing 777-300ER der Fluggesellschaft Latam den Startlauf nach Lissabon bei extrem hoher Geschwindigkeit ab.

Laut Radardaten und ersten Berichten beschleunigte die Maschine auf der Startbahn 10L bereits auf ein Tempo zwischen 174 und 178 Knoten (ca. 322 bis 330 km/h), bevor die Besatzung eine Vollbremsung einleitete. Auslöser für diese kritische Entscheidung war dem Vernehmen nach die Warnung über ein überhitztes Triebwerk.

Die Brisanz des Vorfalls liegt in der Nähe zur sogenannten Entscheidungsgeschwindigkeit $V1$. In der Luftfahrt definiert dieser Wert den Punkt, bis zu dem ein Startabbruch auf der verbleibenden Piste noch sicher durchgeführt werden kann. Wird dieser Wert überschritten, muss das Flugzeug in der Regel abheben, da der Bremsweg nicht mehr ausreicht. Da die Boeing 777-300ER mit einem maximalen Abfluggewicht von bis zu 351 Tonnen zu den schwersten Verkehrsflugzeugen gehört, stellt ein Abbruch in diesem Geschwindigkeitsbereich eine massive Belastung für das Bremssystem und die Reifen dar, die durch die kinetische Energie extremen Temperaturen ausgesetzt werden.

Nach dem Stillstand auf der Bahn wurde das Flugzeug umgehend von der Flughafenfeuerwehr gesichert, um eine mögliche Brandentwicklung an den überhitzten Bremsen zu verhindern. Die Passagiere des Fluges LA8146 konnten die Maschine später normal verlassen, während die Startbahn für längere Zeit gesperrt werden musste, um Trümmerteile oder Reifenabrieb zu entfernen und die Maschine abzuschleppen. Die brasilianische Ermittlungsbehörde für Flugunfälle (CENIPA) hat die Untersuchung aufgenommen, um festzustellen, ob die Geschwindigkeit zum Zeitpunkt des Abbruchs tatsächlich bereits über $V1$ lag und welche technischen Defekte am Triebwerk vorlagen.

Zusätzliche Daten weisen darauf hin, dass die betroffene Maschine regelmäßig auf der Langstreckenroute nach Europa eingesetzt wird und vor dem Vorfall keine auffälligen Wartungsmeldungen aufwies. Für Latam bedeutet der Vorfall neben dem technischen Schaden auch eine logistische Herausforderung, da die Boeing 777-Flotte intensiv ausgelastet ist. In den kommenden Wochen wird die Auswertung der Flugdatenschreiber (Blackbox) klären müssen, ob das Handeln der Besatzung den strengen Sicherheitsprotokollen entsprach oder ob ein technisches Versagen der Sensoren die Triebwerkswarnung fälschlicherweise ausgelöst hat.

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