Die Schweizer Flugsicherung Skyguide hat im ersten Halbjahr 2024 einen bemerkenswerten Anstieg der Flugbewegungen verzeichnet. Mit 628’205 überwachten Flügen nach Instrumentenflugregeln (IFR) liegt das Aufkommen knapp unter dem Niveau von 2019.
Diese Entwicklung spiegelt eine Erholung des Flugverkehrs wider, die nach den pandemiebedingten Einschränkungen dringend benötigt wird. Gleichzeitig stehen Skyguide und die Luftfahrtbranche vor neuen Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die Pünktlichkeit und die Integration von nachhaltigen Praktiken. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Entwicklungen, Herausforderungen und zukünftigen Perspektiven für Skyguide und den Luftverkehr in der Schweiz.
Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der von Skyguide überwachten Flüge um 12,8 %. Obwohl das Niveau von 2019 noch nicht vollständig erreicht wurde, liegt das Verkehrsaufkommen im Juni 2024 bereits bei 99,5 % des Vorkrisenniveaus. Dieser Anstieg ist hauptsächlich auf eine erhöhte Passagiernachfrage und eine verbesserte Kapazität der Fluggesellschaften zurückzuführen. Zusätzlich hat der Streik der französischen Flugsicherung zwischen Januar und Juni 2023 viele Flüge auf Routen über die Schweiz umgeleitet, was zu einem weiteren Anstieg des Flugverkehrs führte.
Die verschiedenen Marktsegmente zeigen dabei unterschiedliche Entwicklungen. Besonders auffällig ist der Anstieg bei Low-Cost- und Mainline-Airlines, mit Zuwächsen von 18,4 % bzw. 11,8 % im Vergleich zum Vorjahr. Im Gegensatz dazu verzeichneten Fracht- und Charterflüge Rückgänge. Die Frachtflüge sanken um 6,2 %, liegen jedoch immer noch 17,5 % über dem Niveau von 2019. Charterflüge gingen im Vergleich zu 2023 um 6,6 % zurück und liegen 14,4 % unter dem Niveau von 2019.
Trotz des wachsenden Flugverkehrs konnte Skyguide die Pünktlichkeit der Flüge nicht vollständig halten. Im ersten Halbjahr 2024 wurden 94,6 % der Flüge pünktlich abgewickelt, was einem Rückgang von 2,6 % im Vergleich zu 2019 entspricht. Ein wesentlicher Faktor für die Verspätungen war die reduzierte Kapazität aufgrund von Systeminstabilitäten, die fast ein Drittel der Verspätungen ausmachten. Zusätzlich spielte das Wetter eine signifikante Rolle, da es fast die Hälfte der Verspätungen verursachte. Die Zunahme der Flugbewegungen und die damit verbundene Belastung der Infrastruktur stellen eine große Herausforderung dar, um die Pünktlichkeit und Effizienz des Luftverkehrs sicherzustellen.
Regionale Unterschiede und Flughäfen
Die beiden größten Flughäfen der Schweiz, Zürich und Genf, verzeichneten im ersten Halbjahr 2024 einen Anstieg der Flugbewegungen um 8,2 % bzw. 6 %. Trotz dieser Zuwächse liegen die Zahlen noch immer unter den Werten von 2019. Besonders auffällig ist der Rückgang bei den regionalen Flughäfen, wie Buochs und Friedrichshafen, die Rückgänge von 19,5 % bzw. 15,4 % verzeichneten. Andere Regionalflughäfen wie Grenchen und Les Eplatures konnten jedoch Zuwächse von 18,5 % bzw. 22,7 % verbuchen.
Die Erholung des Flugverkehrs stellt nicht nur eine logistische, sondern auch eine umweltpolitische Herausforderung dar. Angesichts der wachsenden Diskussionen über Nachhaltigkeit und Klimaschutz steht die Luftfahrtindustrie unter Druck, umweltfreundlichere Praktiken zu implementieren. Skyguide und andere Akteure der Luftfahrtbranche müssen sich nicht nur auf die Bewältigung des steigenden Verkehrsaufkommens konzentrieren, sondern auch auf die Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Technologien und Treibstoffe.
Das erste Halbjahr 2024 markiert eine Phase der Erholung und des Wachstums für den Schweizer Luftverkehr unter der Überwachung von Skyguide. Trotz der positiven Entwicklungen gibt es weiterhin Herausforderungen, insbesondere in Bezug auf die Pünktlichkeit und die Stabilität der Flugsicherungssysteme. Die Branche muss sich anpassen und neue Strategien entwickeln, um den Anforderungen des wachsenden Verkehrs und der Notwendigkeit für nachhaltigere Praktiken gerecht zu werden. Es bleibt zu hoffen, dass die positiven Trends anhalten und die notwendigen Verbesserungen umgesetzt werden, um eine effiziente und umweltfreundliche Zukunft für den Luftverkehr zu gewährleisten.