Flughafen Singapur (Foto: Unsplash/@shawnanggg).
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Steigende Zahl ungebärdiger Passagiere stellt Luftfahrtbranche vor Herausforderungen

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In jüngster Zeit häufen sich Berichte über ungebärdige Passagiere, die durch ihr Verhalten den reibungslosen Ablauf im Luftverkehr stören. Zwei aktuelle Fälle aus Singapur und den USA werfen ein Schlaglicht auf dieses wachsende Problem und die damit verbundenen Herausforderungen für die Luftfahrtbranche.

Am 8. März 2025 kam es am renommierten Flughafen Singapur Changi zu einem Zwischenfall mit einem 57-jährigen britischen Staatsbürger. Nachdem der Passagier bereits an Bord seines Fluges nach London gegangen war, bemerkte er den Verlust seines Mobiltelefons. Als ihm mitgeteilt wurde, dass er den Gate-Bereich nicht verlassen könne, um nach dem Gerät zu suchen, reagierte er laut Berichten des „Straits Times“ aggressiv. Er beschimpfte eine weibliche Airline-Mitarbeiterin und trat gegen die Wand einer Fluggastbrücke, wodurch Sachschaden entstand. Infolge dieses Verhaltens wurde er von den Behörden festgenommen und muss mit einer Geldstrafe von bis zu 5.000 Singapur-Dollar oder einer Freiheitsstrafe von bis zu sechs Monaten rechnen.

Ähnlicher Vorfall in den USA

Ein vergleichbarer Zwischenfall ereignete sich am 13. März 2025 am Washington Dulles International Airport. Ein 54-jähriger US-Bürger versuchte, während des Aussteigevorgangs der ankommenden Passagiere, unbefugt die Fluggastbrücke zu betreten. Nach einer 15-minütigen Auseinandersetzung schlug er einem Gate-Agenten von United Airlines ins Gesicht, sodass dieser zu Boden stürzte und ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Der Passagier wurde wegen Körperverletzung und ordnungswidrigen Verhaltens verhaftet. Laut Berichten von WUSA war der Auslöser des Vorfalls die Unzufriedenheit des Passagiers über die Umbuchung auf einen Mittelplatz nach einer Flugannullierung.

Zunahme von Zwischenfällen mit ungebärdigen Passagieren

Diese Vorfälle sind keine Einzelfälle. Die Internationale Luftverkehrs-Vereinigung (IATA) verzeichnete im Jahr 2022 einen Anstieg solcher Zwischenfälle. Während es 2021 durchschnittlich bei jedem 835. Flug zu Problemen mit Passagieren kam, war 2022 bereits jeder 568. Flug betroffen. Die Vorfälle reichten von der Missachtung von Anweisungen des Bordpersonals über verbale Beleidigungen bis hin zu körperlichen Übergriffen. Besonders besorgniserregend ist, dass diese Zunahme nicht ausschließlich auf pandemiebedingte Maßnahmen wie Maskenpflicht zurückzuführen ist. Auch nach dem Wegfall solcher Vorschriften stieg die Zahl der Zwischenfälle weiter an.

Forderungen nach strengeren Maßnahmen

Angesichts dieser Entwicklung fordert die IATA von den Staaten, klare gesetzliche Regelungen zu schaffen, die renitentes Verhalten an Bord sanktionieren, unabhängig von der Herkunft des Passagiers oder der Fluggesellschaft. Zudem sollen Aufklärungskampagnen an Flughäfen, insbesondere in Bars und Duty-free-Läden, Passagiere über die Konsequenzen von Fehlverhalten informieren.

Rechtslage in Singapur

Der aktuelle Vorfall am Flughafen Singapur Changi wirft ein Licht auf die strengen Sicherheitsbestimmungen des Stadtstaates. Bereits 2019 wurde ein 27-jähriger Mann verhaftet, weil er mit einem gültigen Boardingpass den Transitbereich betrat, ohne die Absicht zu haben, zu fliegen. Er wollte lediglich seine Frau bis zum Gate begleiten. In Singapur kann der Missbrauch eines Boardingpasses mit einer Geldstrafe von bis zu 13.000 Euro oder einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden.

Reaktionen der Gewerkschaften

In den USA reagierte die Gewerkschaft der Fluglinienmitarbeiter, die International Association of Machinists and Aerospace Workers (IAM), auf den Vorfall in Washington mit der Forderung nach erhöhtem Schutz für Flughafenmitarbeiter. Brian Bryant, Präsident der IAM, betonte die Notwendigkeit eines sicheren Arbeitsumfeldes, in dem Mitarbeiter exzellenten Kundenservice bieten können, ohne Angst vor Angriffen haben zu müssen.

Die jüngsten Vorfälle in Singapur und den USA verdeutlichen die dringende Notwendigkeit, Maßnahmen gegen ungebärdige Passagiere zu verstärken. Neben strengeren gesetzlichen Regelungen sind auch präventive Maßnahmen wie Aufklärungskampagnen und Schulungen des Personals essenziell, um die Sicherheit und den reibungslosen Ablauf im Luftverkehr zu gewährleisten.

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