Am Attersee in Oberösterreich werden nach dem Vorbild prähistorischer Wasserfahrzeuge zwei neue Einbäume hergestellt. Das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen dem Verein Pfahlbau am Attersee, den Österreichischen Bundesforsten und dem Naturhistorischen Museum. Die Aktion knüpft an die Tradition der steinzeitlichen Pfahlbauer an, deren Siedlungen am See seit 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählen.
Für die Fertigung der Boote werden zwei über 130 Jahre alte Weißtannen verwendet, die von den Bundesforsten in der Region geerntet wurden. Einer der Stämme wird vom Pfahlbauverein mit modernen Werkzeugen bearbeitet. Der zweite Einbaum hingegen entsteht unter der Leitung des Experimentalarchäologen Wolfgang Lobisser überwiegend mit nachgebauten prähistorischen Werkzeugen aus Stein, Holz und Bronze.
Die Arbeiten dauern rund zwei Wochen, wobei rund 600 Stunden Handarbeit pro Boot veranschlagt werden. Nach der Erstbearbeitung werden die Bootsrohlinge, sogenannte „Prügel“, für mehrere Monate im Attersee versenkt. Ihre endgültige Form sollen sie im Sommer 2026 erhalten, woraufhin eine Einbaum-Regatta geplant ist.