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Stellenabbau bei US-Fluggesellschaften: 5.000 Arbeitsplätze gehen im Januar verloren

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Am 18. März 2025 veröffentlichte das Bureau of Transportation Statistics (BTS) des US-Verkehrsministeriums (DOT) aktuelle Daten zur Beschäftigung in der Luftfahrtbranche. Laut dem Bericht, der sich auf den Monat Januar bezieht, haben US-amerikanische Cargo- und Passagierfluggesellschaften insgesamt 5.188 Arbeitsplätze gestrichen. Die Reduzierung der Arbeitskräfte betrifft sowohl Passagier- als auch Frachtfluggesellschaften und könnte auf eine Reihe von Faktoren wie natürliche Fluktuation, wirtschaftliche Unsicherheiten und Effizienzmaßnahmen zurückzuführen sein.

Im Januar 2025 lag die Gesamtzahl der Beschäftigten in den US-amerikanischen Fluggesellschaften bei 1,009 Millionen, was einen Rückgang von 0,5 % im Vergleich zum Dezember 2024 darstellt, als noch 1,014 Millionen Mitarbeiter beschäftigt waren. Der Bericht des BTS hebt hervor, dass die US-amerikanischen Fluggesellschaften, die regelmäßige Passagierdienste anbieten, im Januar 543.887 Mitarbeiter beschäftigten, was etwa 54 % des Gesamtbestands entspricht. Diese Zahl verringerte sich um 411 Personen, was laut der Behörde auf die übliche natürliche Fluktuation zurückzuführen sein könnte.

Differenzierte Entwicklungen bei den Fluggesellschaften

Einige große Fluggesellschaften verzeichneten im Januar jedoch ein Wachstum in der Mitarbeiterzahl. United Airlines, Southwest Airlines und Envoy Air, eine Tochtergesellschaft der American Airlines Group, haben ihre Belegschaft im vergangenen Monat um 791, 194 bzw. 98 Mitarbeiter erhöht. Diese Zuwächse spiegeln eine Anpassung an die aktuelle Marktnachfrage und eine möglicherweise steigende Passagierzahl wider.

Demgegenüber mussten die Cargo-Fluggesellschaften einen drastischen Rückgang hinnehmen. Die Zahl der Beschäftigten bei den Frachtfluggesellschaften sank im Januar um 5.018 Personen auf insgesamt 461.029. Der größte Teil des Rückgangs geht auf FedEx zurück, das 4.966 Arbeitsplätze abbauen musste. Dies könnte auf eine striktere Kostenkontrolle oder Veränderungen in der Nachfrage nach Frachttransporten zurückzuführen sein.

Vollzeitäquivalente und langfristige Trends

Neben den reinen Beschäftigungszahlen veröffentlichte das BTS auch Angaben zu den Vollzeitäquivalenten (FTE), die Teilzeitbeschäftigte berücksichtigen. Im Januar 2025 gab es insgesamt 514.975 FTEs, was einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahresmonat darstellt (509.745 FTEs). Auch hier zeigt sich, dass die Passagierfluggesellschaften einen leichten Zuwachs von 744 Mitarbeitern verbuchen konnten, während die Cargo-Fluggesellschaften insgesamt 1.787 Stellen abbauten.

Die Mitarbeiterzahl der US-Fluggesellschaften liegt jedoch noch unter dem Rekordwert von 532.000 FTEs, der im Jahr 2001 erreicht wurde, als die Luftfahrtindustrie noch deutlich größere Personalbestände aufwies. Dieser Rückgang ist teilweise auf die Auswirkungen der 9/11-Attacken und die wirtschaftlichen Herausforderungen, die die Branche in den Jahren danach prägten, zurückzuführen.

Weitere Entlassungen und wirtschaftliche Unsicherheiten

Der Stellenabbau bei US-Fluggesellschaften fällt mit den jüngsten Ankündigungen von Southwest Airlines zusammen, die im Februar 2025 ihre ersten Entlassungen bekanntgab. Der Luftfahrtkonzern gab bekannt, dass er 1.750 Stellen streichen werde, wobei der Schwerpunkt auf Positionen in der Unternehmensführung und Verwaltung lag. Diese Maßnahmen sollen bis zum Ende des zweiten Quartals abgeschlossen sein. Durch die Entlassungen erwartet Southwest Airlines Einsparungen in Höhe von 210 bis 300 Millionen US-Dollar für die Jahre 2025 und 2026, abgesehen von einmaligen Belastungen von 60 bis 80 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2025.

Die Gründe für den Stellenabbau sind vielfältig. Airlines, darunter auch American Airlines, Delta Air Lines und JetBlue, haben ihre Erwartungen an die Ergebnisse des ersten Quartals 2025 nach unten korrigiert. Die Auswirkungen von politischen Entscheidungen und wirtschaftlichen Unsicherheiten spielen dabei eine Rolle. Besonders die Handelskonflikte und die Einschnitte bei US-Bundesbehörden, wie sie durch die Trump-Administration verursacht wurden, haben laut den Führungskräften der größten US-Fluggesellschaften das Konsumverhalten beeinflusst. Dies hat unter anderem zu einem Rückgang bei der Zahl der Geschäftsreisenden und bei staatlich bedingtem Flugverkehr geführt.

Auswirkungen auf die Airline-Industrie

Trotz des Rückgangs in den Beschäftigungszahlen berichten führende US-Fluggesellschaften, dass sich die allgemeine Marktnachfrage stabilisiert hat. Besonders die großen Fluggesellschaften wie United Airlines berichten, dass der Geschäftsreiseverkehr sowie die staatlichen Reiseaufträge nach den politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten rückläufig sind. United Airlines CEO Scott Kirby erklärte, dass der Anteil des Regierungstransports am gesamten Geschäft der Fluggesellschaft bei etwa 4 bis 5 % liege und dass dieser Bereich um 50 % zurückgegangen sei.

In Reaktion auf diese Entwicklungen beschleunigte United Airlines die Ausmusterung von 21 Flugzeugen, was als eine Maßnahme zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung verstanden werden kann. Diese Flugzeuge werden ab 2025 in einer „cash-positive“ Entwicklung abgewickelt, wobei die Luftfahrtgesellschaft durch bevorstehende Wartungsarbeiten und die Ausmusterung an Kosteneinsparungen gewinnt.

Ein schwieriges Jahr für die US-Luftfahrtindustrie

Die aktuellen Zahlen des BTS spiegeln ein zunehmend schwieriges Jahr für die US-Luftfahrtindustrie wider, die mit dem Druck aus wirtschaftlichen Herausforderungen, politischen Unsicherheiten und einer veränderten Marktnachfrage zu kämpfen hat. Die Reduzierung der Arbeitsplätze, insbesondere bei den Cargo-Fluggesellschaften, ist ein deutliches Zeichen für den Stellenwert der Effizienz und Kostenkontrolle in der Branche. Gleichzeitig zeigen die gestiegenen Entlassungen und Personalreduktionen, dass Fluggesellschaften gezwungen sind, ihre Geschäftsmodelle weiter anzupassen, um die Unsicherheiten des Marktes zu bewältigen.

Obwohl die Fluggesellschaften von einem leichten Anstieg der Vollzeitäquivalente berichten, bleibt abzuwarten, wie sich diese Trends auf die langfristige Beschäftigungslage in der US-Luftfahrtindustrie auswirken werden. Die Branche steht weiterhin vor der Herausforderung, ihre Arbeitskräfte effizient zu steuern und sich gleichzeitig den Marktentwicklungen anzupassen, die durch geopolitische Unsicherheiten und wirtschaftliche Schwankungen geprägt sind.

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