Das 35. TourismusForum Alpenregionen (TFA) versammelt vom 13. bis 15. April 2026 führende Experten und Entscheidungsträger in Lech am Arlberg, um die ökonomische Belastbarkeit des Wintertourismus zu erörtern.
Unter dem Titel „Der Berg verhandelt nicht – Realitätssinn im Tourismus der Zukunft“ steht die Veranstaltung im Zeichen einer harten Bestandsaufnahme. Angesichts von auftauendem Permafrost, verkürzten Wintersaisonzeiten und zunehmenden Extremwetterereignissen fordern Branchenvertreter eine Abkehr von ideologischen Debatten hin zu einer pragmatischen Investitionspolitik. Die Tagung gilt als einer der wichtigsten unabhängigen Branchentreffs im deutschsprachigen Raum und dient als Gradmesser für die künftige Ausrichtung der Bergbahnbetreiber und Hotelbetriebe.
Zusätzliche Marktanalysen verdeutlichen den wirtschaftlichen Druck auf die Destinationen: Während die Kosten für Beschneiungsanlagen und Infrastruktursicherung durch geologische Instabilitäten steigen, fordern globale Marktbewegungen eine stärkere Konsolidierung der Betriebe. In Lech werden namhafte Referenten wie der Schweizer Tourismusökonom Thomas Bieger und Reto Gurtner von der Weissen Arena Gruppe erwartet. Sie thematisieren insbesondere die langfristige Rentabilität von Großinvestitionen und die gesellschaftliche Akzeptanz von Infrastrukturprojekten im hochalpinen Raum. Dabei wird deutlich, dass die Sicherung von Arbeitsplätzen und die regionale Wertschöpfung nur durch robuste, an die veränderten physischen Gegebenheiten angepasste Geschäftsmodelle gewährleistet werden können.
Ein weiterer Fokus der Fachkonferenz liegt auf der Sicherheit und der diplomatischen Vermittlung zwischen lokalen Interessen und internationalen Gästebedürfnissen. In Zeiten, in denen die Arlberg-Region als international positioniertes Aushängeschild fungiert, müssen Lösungen gefunden werden, die sowohl die lokale Verankerung als auch die globale Wettbewerbsfähigkeit sichern. Die Teilnehmer diskutieren hierbei technische Innovationen im Bereich Lawinenschutz und die Effizienzsteigerung der logistischen Abläufe am Berg. Ergänzende Forumstouren ermöglichen zudem direkte Einblicke in die Betriebsführung und die technische Infrastruktur der gastgebenden Destination Lech Zürs, um Theorie und Praxis unmittelbar zu verknüpfen.
Historisch betrachtet hat sich das TFA seit seiner Gründung vor 35 Jahren von einer reinen Marketingplattform zu einem strategischen Think-Tank entwickelt. Die diesjährige Agenda spiegelt die Notwendigkeit wider, auf die Grenzen des Wachstums mit Effizienzsteigerung und realistischer Planung zu reagieren. Die Ergebnisse des Forums werden maßgeblichen Einfluss auf die kommenden Investitionszyklen der österreichischen und Schweizer Tourismuswirtschaft haben. Es geht dabei primär um die Frage, wie die alpine Infrastruktur unter erschwerten Bedingungen technisch und ökonomisch aufrechterhalten werden kann, ohne die wirtschaftliche Basis der betroffenen Talschaften zu gefährden.