Die Alaska Air Group blickt auf ein ereignisreiches Geschäftsjahr 2025 zurück und setzt mit dem Erreichen eines zentralen Integrationsmeilensteins sowie starken Buchungszahlen zu Beginn des Jahres 2026 neue Maßstäbe. Die Übernahme von Hawaiian Airlines im September 2024 hat den Konzern grundlegend transformiert und den Weg von einer regional fokussierten Fluggesellschaft hin zu einem global agierenden Luftfahrtunternehmen geebnet.
Mit einem bereinigten Gewinn pro Aktie von 0,43 US-Dollar im vierten Quartal übertraf das Unternehmen die Markterwartungen deutlich. Besonders die Entwicklung im Januar 2026 lässt auf ein dynamisches Jahr schließen: Die Buchungseingänge erreichten an mehreren Tagen historische Höchstwerte, während die Einnahmen aus dem Geschäftsreiseverkehr im Vergleich zum Vorjahr um 20 Prozent anstiegen. Durch den Erhalt des einheitlichen Betriebszertifikats (Single Operating Certificate) im Oktober 2025 agieren Alaska Airlines und Hawaiian Airlines operativ nun als eine Einheit, während die Markenidentitäten für die Kunden zunächst getrennt bleiben. Dieser Schritt ermöglicht weitreichende Synergien in der Flugplanung, Wartung und im Personalmanagement, die ab dem Frühjahr 2026 voll wirksam werden sollen.
Finanzielle Performance und operative Kennzahlen des Jahres 2025
Trotz eines herausfordernden Marktumfelds und volatiler Treibstoffpreise erwirtschaftete die Alaska Air Group im vierten Quartal 2025 einen Gesamtumsatz von 3,6 Milliarden US-Dollar. Auf das Gesamtjahr gerechnet summierten sich die Erlöse auf 14,24 Milliarden US-Dollar. Während der Nettogewinn nach GAAP-Standard aufgrund von Integrationskosten und Sondereffekten auf 100 Millionen US-Dollar für das Gesamtjahr sank, spiegelt der bereinigte Nettogewinn von 293 Millionen US-Dollar eine solide operative Basis wider. Ein wesentlicher Treiber für das Ergebnis im Schlussquartal war die konsequente Kostenkontrolle. Die Stückkosten ohne Treibstoff stiegen lediglich um 1,3 Prozent an, was deutlich unter der ursprünglichen Prognose lag.
Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit belief sich im Gesamtjahr auf 1,2 Milliarden US-Dollar, was dem Konzern den nötigen Spielraum für massive Investitionen gab. So wurden im Jahr 2025 Aktien im Wert von 570 Millionen US-Dollar zurückgekauft. Gleichzeitig stiegen die Einnahmen im Premium-Segment um sieben Prozent, was den Trend hin zu hochwertigen Reiseangeboten unterstreicht. Auch die Bereiche Fracht (plus 22 Prozent) und das Treueprogramm Atmos Rewards (plus 12 Prozent) lieferten signifikante Wachstumsbeiträge. CEO Ben Minicucci betonte, dass die Kombination beider Fluggesellschaften im Jahr 2026 ihre volle Stärke entfalten werde, unterstützt durch eine Kapazitätsausweitung, die im vierten Quartal bereits bei 2,2 Prozent lag.
Infrastrukturprojekt Kahuʻewai Hawaiʻi und Flottenmodernisierung
Ein Kernstück der zukünftigen Strategie ist der im Januar 2026 angekündigte Kahuʻewai Hawaiʻi Investment Plan. Mit einem Volumen von über 600 Millionen US-Dollar über die nächsten fünf Jahre soll das Reiseerlebnis für Kunden in Hawaii grundlegend verbessert werden. Das Projekt umfasst die umfassende Modernisierung von Kabineninterieurs der Airbus A330-Flotte, die ab 2028 mit neuen Sitzen, Beleuchtungssystemen und einer erweiterten Premium-Economy-Klasse ausgestattet werden sollen. Bereits Ende 2026 soll zudem eine neue, über 900 Quadratmeter große Premium-Lounge am Flughafen Honolulu eröffnet werden.
Neben der Hardware investiert der Konzern massiv in die digitale Infrastruktur. Die Einführung von Starlink-WLAN, das von SpaceX betrieben wird, schreitet zügig voran. Nach der erfolgreichen Installation auf der Embraer 175-Regionalflotte im Dezember 2025 beginnt im Frühjahr 2026 die Ausrüstung der Hauptflotte (Mainline). Ziel ist es, bis Anfang 2027 nahezu alle Flugzeuge mit dem schnellen, satellitengestützten Internet auszustatten. Für Mitglieder des Treueprogramms Atmos Rewards soll dieser Service in Kooperation mit T-Mobile kostenfrei zur Verfügung stehen. Diese technologische Aufrüstung ist ein zentraler Baustein der Strategie Alaska Accelerate, die darauf abzielt, durch verbesserten Kundenservice und höhere Effizienz bis 2027 einen inkrementellen Gewinnbeitrag von einer Milliarde US-Dollar zu generieren.
Expansion nach Europa: Von Seattle nach Rom und London
Die Transformation zur globalen Airline wird im Frühjahr 2026 durch den Start der ersten Transatlantikflüge in der 93-jährigen Geschichte von Alaska Airlines sichtbar. Ab dem 28. April 2026 verbindet die Fluggesellschaft Seattle täglich mit Rom-Fiumicino. Nur wenige Wochen später, am 21. Mai 2026, folgt die tägliche, ganzjährige Verbindung zwischen Seattle und London-Heathrow. Für diese Ultralangstrecken setzt Alaska Airlines erstmals Boeing 787-9 Dreamliner ein, die über eine Drei-Klassen-Konfiguration mit 34 Business-Class-Suiten verfügen.
Diese Streckenerweiterung wird durch eine verstärkte Internationalisierung des Vertriebs unterstützt. Der Konzern hat bereits Webseiten in italienischer, japanischer und koreanischer Sprache gestartet und ermöglicht Buchungen in sechs verschiedenen Fremdwährungen. Diese Maßnahmen zielen darauf ab, den Anteil internationaler Passagiere zu erhöhen und die Abhängigkeit vom US-Binnenmarkt zu verringern. Besonders die Route nach Rom hat für CEO Ben Minicucci eine persönliche Bedeutung, da seine Eltern aus Italien in die USA auswanderten. Fachlich gilt die Expansion nach Europa als kalkuliertes Risiko, um im Wettbewerb mit anderen großen US-Carrieren wie Delta Air Lines bestehen zu können, die ebenfalls stark auf dem Transatlantikmarkt vertreten sind.
Ausblick und wirtschaftliche Prognosen für 2026
Für das erste Quartal 2026 erwartet Alaska Air Group ein Ergebnis, das in etwa auf dem Niveau des Vorjahres liegt, wobei saisonal bedingt mit einem bereinigten Verlust zwischen 0,50 und 1,50 US-Dollar pro Aktie gerechnet wird. Dennoch zeigt sich das Management für das Gesamtjahr optimistisch und gibt ein Ziel für den bereinigten Gewinn pro Aktie von 3,50 bis 6,50 US-Dollar aus. Diese Spanne reflektiert die Unsicherheiten hinsichtlich der globalen Wirtschaftsentwicklung und der Treibstoffpreise, die insbesondere an der Westküste zuletzt über dem nationalen Durchschnitt lagen.
Ein wichtiger Meilenstein im April 2026 wird der Wechsel auf ein gemeinsames Passagier-Service-System (PSS) sein. Ab diesem Zeitpunkt wird der Flugcode HA von Hawaiian Airlines weitgehend verschwinden und durch den Alaska-Code AS ersetzt, wobei die Marke Hawaiian Airlines für die Passagiere weiterhin sichtbar bleibt. Diese technische Harmonisierung ist die Voraussetzung für eine nahtlose Buchungserfahrung über das gesamte Netzwerk hinweg. Mit einem geplanten Investitionsvolumen von bis zu 1,5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 unterstreicht die Alaska Air Group ihren Anspruch, die Marktführerschaft an der US-Westküste zu festigen und gleichzeitig eine ernstzunehmende Kraft im internationalen Luftverkehr zu werden.