Inmitten festgefahrener Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst plant die Gewerkschaft Verdi einen zweitägigen Warnstreik am Münchner Flughafen. Dieser soll am Donnerstag um 0.00 Uhr beginnen und bis Freitag dauern. Betroffen sind unter anderem Sicherheitskontrollen und Bodendienste, was voraussichtlich zu erheblichen Beeinträchtigungen des Flugbetriebs führen wird.
Die aktuellen Tarifverhandlungen betreffen rund 2,5 Millionen Beschäftigte des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen. Verdi und der Deutsche Beamtenbund (dbb) fordern eine Lohnerhöhung von acht Prozent, mindestens jedoch 350 Euro mehr pro Monat. Zusätzlich verlangen die Gewerkschaften drei zusätzliche freie Tage sowie höhere Zuschläge für besonders belastende Tätigkeiten, beispielsweise im Gesundheitswesen. Die Arbeitgeberseite, vertreten durch Bundesinnenministerin Nancy Faeser und die Präsidentin der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Karin Welge, warnt vor einer finanziellen Überlastung der Kommunen und verweist auf die angespannte Haushaltslage vieler Städte und Gemeinden.
Auswirkungen des Streiks auf den Münchner Flughafen
Der Münchner Flughafen ist nach Frankfurt der zweitgrößte Flughafen Deutschlands und ein zentrales Drehkreuz für den internationalen Luftverkehr. Der geplante Warnstreik betrifft eine niedrige vierstellige Zahl von Beschäftigten, darunter Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes und der Bodenverkehrsdienste. Manuela Dietz von Verdi betont die Bedeutung dieser Mitarbeiter: „Unsere Kolleginnen und Kollegen am Flughafen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Sicherheit und Zuverlässigkeit des Luftverkehrs – rund um die Uhr, bei jedem Wetter.“ Sie weist zudem auf die zunehmende Arbeitsverdichtung und den anhaltenden Personalmangel hin, die die Beschäftigten erheblich belasten. citeturn0search2
Ein Sprecher des Flughafens erklärte, man stehe in engem Austausch mit den Airlines und Dienstleistern, um die Unannehmlichkeiten für die Reisenden im Rahmen der Gegebenheiten zu reduzieren. Dennoch wird Reisenden empfohlen, sich frühzeitig über den Status ihres Fluges zu informieren und gegebenenfalls alternative Reisemöglichkeiten in Betracht zu ziehen.
Ähnliche Arbeitskampfmaßnahmen fanden bereits an anderen deutschen Flughäfen statt. Am Montag legten eintägige Warnstreiks den Betrieb an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn teilweise lahm. In Düsseldorf mussten Passagiere mit massiven Flugausfällen und Verzögerungen rechnen; zahlreiche Flüge wurden annulliert. Am Flughafen Köln/Bonn führte der seit Sonntagabend andauernde Warnstreik zu erheblichen Störungen im Flugbetrieb. Laut Flughafenangaben fielen 106 der ursprünglich 168 geplanten Passagierflüge aus.
Reaktionen der Arbeitgeberseite
Die Arbeitgeberseite zeigt sich besorgt über die finanziellen Auswirkungen der Forderungen. Karin Welge, Präsidentin der VKA, betont, dass die geforderten Entgelterhöhungen und zusätzlichen freien Tage für die kommunalen Arbeitgeber Zusatzkosten von insgesamt 14,88 Milliarden Euro bedeuten würden. Sie bezeichnet dies als „schlicht nicht zu stemmen“ und unvereinbar mit der aktuellen finanziellen Situation vieler Kommunen.
Die bisherigen Verhandlungsrunden blieben ergebnislos. Die nächste Verhandlungsrunde ist vom 14. bis 16. März in Potsdam geplant. Bis dahin könnten weitere Warnstreiks und Protestaktionen folgen, um den Druck auf die Arbeitgeberseite zu erhöhen. Verdi-Chef Frank Werneke und dbb-Verhandlungsführer Volker Geyer kündigten bereits landesweite Aktionen an, sollten die Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen.