Ein Arbeitskampf beim belgischen Flugsicherungsdienstleister Skeyes führt am Flughafen Brüssel-Charleroi zu erheblichen Einschränkungen im Passagierverkehr.
Seit dem 16. September 2026 stellen die Fluglotsen während der Nachtstunden zwischen 22:00 Uhr und 08:00 Uhr den Dienst ein. Die Maßnahme ist bis zum 10. Oktober angesetzt und führt dazu, dass in diesem Zeitfenster weder Starts noch Landungen auf dem flächenmäßig zweitgrößten Passagierflughafen Belgiens stattfinden können. Nach ersten operativen Erhebungen fallen täglich rund 40 Flüge den Arbeits niederlegungen zum Opfer.
Sollte der Streik bis zum angekündigten Endtermin fortgesetzt werden, rechnet Skeyes mit mehr als 800 gestrichenen oder umgeleiteten Verbindungen. Der irische Billigflieger Ryanair, der den Großteil des Verkehrsaufkommens in Charleroi abwickelt, ist von den Ausfällen besonders betroffen. Vor allem späte Abendankünfte aus europäischen Städten sowie die darauf abgestimmten Frühmorgensabflüge müssen gestrichen werden. Vereinzelt versuchen Fluggesellschaften, Flugzeiten in die betriebsamen Tagesstunden zu verschieben oder Maschinen auf umliegende Flughäfen umzuleiten, was jedoch zusätzliche logistische Engpässe erzeugt.
Hintergrund der Arbeitsniederlegungen sind festgefahrene Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Unternehmensführung von Skeyes bezüglich der Arbeitszeitregelungen und Zulagen für den Nachtdienst. Trotz mehrerer Verhandlungsrunden konnte bisher keine Einigung erzielt werden. Luftfahrtjournalisten weisen darauf hin, dass die Beschränkung der Streikmaßnahmen auf die Nachtstunden zwar den Tagesbetrieb aufrechterhält, die Rotationspläne der Fluggesellschaften jedoch nachhaltig stört, da sich Flugzeuge und Besatzungen am Morgen häufig an falschen Standorten befinden.
Die anhaltenden Ausfälle verdeutlichen die Verwundbarkeit regionaler Drehkreuze durch Arbeitskämpfe bei der Flugsicherung. Für Fluggäste bedeutet die Situation kurzfristige Flugstreichungen und organisatorischen Mehraufwand bei Umbuchungen. Der wirtschaftliche Schaden für die betroffenen Fluggesellschaften und den Flughafenbetreiber wächst mit jedem Streiktag, während eine Einigung in den Tarifgesprächen weiterhin aussteht.