Airbus A320 (Foto: Frontier Airlines).
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Streit um Slots: Frontier und Spirit Airlines verklagen US-Verkehrsministerium

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Ein intensiver Rechtsstreit hat sich zwischen den beiden US-Fluggesellschaften Frontier Airlines und Spirit Airlines einerseits und dem US-Verkehrsministerium (DOT) andererseits entfaltet.

Der Streit dreht sich um die Zuteilung von Start- und Landerechten am Washington National Airport (DCA), einem der verkehrsreichsten Flughäfen der Vereinigten Staaten. Im Kern des Konflikts steht die Frage, welche Fluggesellschaften berechtigt sind, von den vom DOT vergebenen Slot-Exemptionen zu profitieren, die es den betreffenden Airlines ermöglichen, neue Nonstop-Verbindungen über die bisherige Distanzgrenze von 1.250 Meilen hinaus anzubieten.

Hintergrund des Rechtsstreits

Im Januar 2025 stellte Frontier Airlines einen Antrag auf Überprüfung der Entscheidung des US-Verkehrsministeriums vor dem Berufungsgericht für den Distrikt Columbia. Der Grund für diese rechtliche Auseinandersetzung liegt in der Zuteilung von Slots an mehrere Fluggesellschaften, darunter Alaska Airlines, Delta Air Lines, Southwest Airlines, United Airlines und American Airlines, um Nonstop-Flüge zu neuen Zielen außerhalb der 1.250-Meilen-Grenze des Flughafens Washington National anzubieten. Insbesondere Alaska Airlines erhielt Slots für eine neue tägliche Verbindung von Washington National nach San Diego.

Für Frontier Airlines ist diese Entscheidung von Bedeutung, da das Unternehmen der Ansicht ist, dass es als „begrenzter Bestandsflughafen-Inhaber“ (Limited Incumbent) qualifiziert wäre, was ihm den Zugang zu den beiden Slot-Exemptionen ermöglichen würde, die für solche Airlines reserviert sind, die weniger als 40 Slots am Flughafen besitzen. Frontier argumentiert, dass Alaska Airlines aufgrund seiner Codeshare-Vereinbarung mit American Airlines nicht berechtigt sein sollte, diese Slots zu erhalten, da American Airlines bereits über signifikante Verbindungen auf diesem Markt verfüge.

Das DOT entschied jedoch, dass Frontier Airlines als „neuer Teilnehmer“ an Washington National zu betrachten sei, da die Fluggesellschaft nie über permanente Slots am Flughafen verfügt hatte. Alaska Airlines sah sich gezwungen, in der Klage einzugreifen und bat das Gericht um die Erlaubnis, sich der Seite des DOT anzuschließen und die Zuteilung zu verteidigen.

Die Position von Spirit Airlines

Im März 2025 schloss sich Spirit Airlines der Klage an. Das Unternehmen unterstützte Frontier Airlines und forderte, dass Spirit selbst als „begrenzter Bestandsflughafen-Inhaber“ anerkannt werden sollte. Spirit argumentierte, dass es zwischen 2008 und 2012 Flüge von Washington National nach Fort Lauderdale und Myrtle Beach betrieb und somit, obwohl es derzeit keine Verbindungen am Flughafen anbietet, einen Anspruch auf die Zuteilung von Slots habe.

Spirit Airlines forderte das Gericht auf, die Entscheidung des DOT aufzuheben und Alaska Airlines aufgrund seiner bestehenden Codeshare-Vereinbarungen mit American Airlines von der Zuteilung der Slots auszuschließen. Spirit und Frontier möchten die Gelegenheit haben, mit ihren eigenen Vorschlägen für Nonstop-Verbindungen zu konkurrieren. Frontier plant, eine tägliche Verbindung nach San Juan (Puerto Rico) einzurichten, während Spirit eine Verbindung nach San José, Kalifornien, anbieten möchte.

Die Stellungnahme von Alaska Airlines

Alaska Airlines, das in diesem Fall die Seite des DOT unterstützt, verteidigte die Entscheidung des Ministeriums und erklärte, dass die Genehmigung der neuen Flüge von Washington nach San Diego ein zentrales Ziel des US-Kongresses erfülle. Die neuen Flüge würden es ermöglichen, Verbindungen zwischen Washington und San Diego zu etablieren, die bislang nicht direkt verfügbar waren. Die Linie betonte, dass insbesondere die Verbindung zwischen der Hauptstadt und der achtgrößten Stadt der USA von Bedeutung sei, da sie eine große Anzahl von Reisenden, darunter auch viele Angehörige des US-Militärs, bedienen würde.

„Wir freuen uns darauf, den Service am 17. März 2025 zu starten und den Passagieren eine neue und bessere Reisemöglichkeit anzubieten“, erklärte Alaska Airlines in einer Stellungnahme.

Die rechtlichen und wirtschaftlichen Implikationen

Die Entscheidung des DOT, die Slot-Exemptionen zu vergeben, hat weitreichende Auswirkungen auf den Wettbewerb am Washington National Airport. Die Zuteilung von Slots an größere Airlines wie Alaska Airlines könnte den Wettbewerb auf wichtigen Strecken verringern, da diese Airlines bereits über umfangreiche Netzwerke und Codeshare-Vereinbarungen verfügen, die es ihnen ermöglichen, Verbindungen zu erweitern, ohne dass es einer zusätzlichen Zuteilung von Slots bedarf. Dies stellt insbesondere kleinere Airlines wie Frontier und Spirit vor Herausforderungen, die hoffen, mit neuen Nonstop-Flügen auf unterversorgte Märkte zu reagieren und von der steigenden Nachfrage nach Direktverbindungen zu profitieren.

Die rechtlichen Auseinandersetzungen könnten auch Auswirkungen auf die zukünftige Gestaltung von Slotvergaberichtlinien und auf die strategische Ausrichtung von Fluggesellschaften haben. Sollte das Gericht zugunsten von Frontier und Spirit entscheiden, könnte dies die Weichen für eine Neuordnung der Slotvergaberichtlinien stellen und möglicherweise den Zugang zu lukrativen Flughäfen wie Washington National für kleinere Fluggesellschaften erleichtern.

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