Nach dem dramatischen Absturz einer Jeju Air Boeing 737-800 am 29. Dezember 2024 auf dem internationalen Flughafen Muan, bei dem 179 Menschen ums Leben kamen, hat die südkoreanische Regierung umfassende Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der Luftfahrt zu gewährleisten. Alle 101 Boeing 737-800 Flugzeuge, die derzeit im Land im Einsatz sind, werden einer detaillierten Inspektion unterzogen. Das südkoreanische Ministerium für Land, Infrastruktur und Verkehr prüft zudem alle Navigationssysteme an inländischen Flughäfen, um sicherzustellen, dass die nationalen und internationalen Sicherheitsstandards eingehalten werden.
Die Ermittler haben vorläufige Ergebnisse bekannt gegeben, die auf mögliche Vogelschläge während des Anflugs hinweisen, die die Triebwerke beeinträchtigt haben könnten. Zudem deuten die ersten Befunde darauf hin, dass das Fahrwerk und das Umkehrschubsystem des Flugzeugs während der Landung nicht ordnungsgemäß funktioniert haben. Weitere Erkenntnisse werden von den Aufzeichnungen der Blackbox erwartet, die zur Untersuchung des genauen Ablaufs des Absturzes beitragen sollen.
Das Flugzeug, das 2009 in Betrieb genommen wurde und 2016 von Ryanair übernommen wurde, galt als relativ modern für Luftfahrtstandards. Internationale Experten, darunter auch das französische Büro für Untersuchungen und Analysen, unterstützen die Untersuchung, insbesondere in Bezug auf die Triebwerke, die von CFM International produziert wurden. Auch Bedenken hinsichtlich der Sicherheitsnormen für die Bauweise von Flughafenkonstruktionen werden derzeit geprüft. Diese Entscheidung wurde vor über 20 Jahren getroffen, doch nach dem Vorfall wurde die Nutzung solcher Strukturen an anderen internationalen Flughäfen, etwa in Los Angeles und Teneriffa, infrage gestellt.
Die südkoreanische Regierung hat nach dem Vorfall die dringende Notwendigkeit einer transparenten und gründlichen Untersuchung betont. Sie will so das Vertrauen der Öffentlichkeit wiederherstellen und weitere Katastrophen verhindern. Der Flugdatenschreiber des abgestürzten Flugzeugs wird zur weiteren Analyse in die USA geschickt, da eine Bergung vor Ort nicht möglich war.