Das tragische Unglück eines Jeju Air-Fluges am internationalen Flughafen Muan Ende Dezember 2024 hat weitreichende Konsequenzen für die Luftfahrtinfrastruktur Südkoreas. Nachdem eine Boeing 737-800 bei einer Notlandung in eine Betonstruktur stürzte und dabei 179 Menschen ihr Leben verloren, kündigte das südkoreanische Ministerium für Land, Infrastruktur und Verkehr umfassende Maßnahmen zur Verbesserung der Flugsicherheit an.
Die Untersuchung des Unglücks ergab, daß Vogelschläge in beiden Triebwerken der Maschine eine erhebliche Rolle spielten. Vogelfedern und Blut, die in den beschädigten Triebwerken gefunden wurden, bestätigten diesen Befund. Der Zwischenfall wurde jedoch durch eine weitere Gefahr verschärft: die starre Betonstruktur, welche die Antenne des Instrumentenlandesystems (ILS) stützte. Die Maschine prallte bei der Notlandung gegen diese Struktur, was die Katastrophe verschlimmerte.
Sofortige Reaktion: Entfernen gefährlicher Strukturen
Das Ministerium für Land, Infrastruktur und Verkehr hat angekündigt, die bestehende Betonstruktur der Landehilfe am Flughafen Muan vollständig zu entfernen und durch eine zerbrechliche Konstruktion zu ersetzen. Ziel dieser Maßnahme ist es, das Risiko von schweren Schäden an Flugzeugen bei ähnlichen Vorfällen zu minimieren.
Darüber hinaus identifizierte das Ministerium ähnliche Sicherheitsrisiken an neun Stellen auf sieben weiteren Flughäfen des Landes. Diese Flughäfen, darunter Gwangju, Yeosu und Pohang Gyeongju, verfügen über Betonfundamente oder Hügel, die potenziell gefährlich sind, wenn Flugzeuge von der Landebahn abweichen. Auch am internationalen Flughafen Gimhae, der die Hafenstadt Busan bedient, und am Flughafen Sacheon wurden herausragende Betonfundamente festgestellt.
Maßnahmen zur Verlängerung von Landebahnen
Zusätzlich zu den strukturellen Anpassungen plant Südkorea, die Start- und Landebahnen an sieben Flughäfen zu verlängern, die nicht den empfohlenen Sicherheitsstandards entsprechen. Derzeit sind diese Bahnen kürzer als die vorgeschriebenen 240 Meter Sicherheitszone. Wo eine physische Verlängerung nicht möglich ist, könnten sogenannte EMAS-Systeme (Engineered Materials Arrestor Systems) installiert werden. Diese technischen Auffangsysteme sollen Flugzeuge bei Überläufen sicher abbremsen und so das Risiko von Kollisionen verringern.
Tragweite der Katastrophe
Das Unglück der Jeju Air am 29. Dezember 2024 bleibt eines der schwersten Luftfahrtunfälle in der Geschichte Südkoreas. Nur zwei der 181 Insassen überlebten, beide Flugbegleiter. Die Tragödie hat nicht nur Fragen zur technischen Sicherheit der Flughäfen aufgeworfen, sondern auch die Effektivität bestehender Notfallmaßnahmen in den Fokus gerückt.
Die Regierung Südkoreas steht nun unter großem Druck, schnell und effektiv zu handeln, um die Sicherheit der Flughäfen zu gewährleisten und weiteres menschliches Leid zu verhindern. Experten begrüßen die angekündigten Maßnahmen, mahnen jedoch eine konsequente Umsetzung an. Insbesondere die Umrüstung von bestehenden Strukturen und die Verlängerung der Landebahnen werden als dringlich angesehen.
Das Ministerium erklärte, daß die geplanten Änderungen Teil eines umfassenderen Programms zur Modernisierung der Flughafeninfrastruktur des Landes seien. Der Unfall von Jeju Air hat die Notwendigkeit solcher Maßnahmen mit tragischer Deutlichkeit unterstrichen.