Die gesamte Unternehmensgruppe hinter der österreichischen Fast-Food-Kette „Swing Kitchen“ hat Insolvenzanträge stellen müssen. Als Hauptgrund für diesen Schritt wird die kurzfristige Absage einer geplanten und für die Sanierung erforderlichen Finanzierungszusage durch die Gesellschafter genannt. Diese Mittel wären für eine nachhaltige wirtschaftliche Stabilisierung sämtlicher Projektgesellschaften notwendig gewesen. Betroffen sind alle sieben Eigenstandorte in Österreich sowie rund 130 Mitarbeiter.
Die Insolvenzanträge mussten trotz kürzlich erzielter Sanierungserfolge gestellt werden. Erst vor kurzem hatten die Gläubiger den Sanierungsplänen für die Schillinger Vegan Holding GmbH und die Swing Kitchen 019 Wien Mitte GmbH zugestimmt. Die Geschäftsführung hatte nach eigenen Angaben mit umfassenden Restrukturierungsmaßnahmen die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Fortführung geschaffen. Bis zuletzt hatten die Eigentümervertreter und die Geschäftsführung versucht, eine Lösung mit Investoren aus der Gastronomiebranche zu finden, doch die benötigten finanziellen Mittel konnten nicht rechtzeitig bereitgestellt werden.
Die Zukunft der betroffenen sieben österreichischen Filialen ist nun ungewiss. Es liegt an den jeweiligen Insolvenzverwaltern zu entscheiden, ob einzelne Standorte noch fortgeführt oder umgehend geschlossen werden. Eine Sanierung der gesamten „Swing Kitchen“-Gruppe wird aktuell nicht mehr angestrebt, wie Jakob Wöran von ABEL Rechtsanwälte als Rechtsvertreter der Unternehmensgruppe mitteilte. Die Franchisenehmer der Kette, zu denen zwei Standorte in Wien (Schwedenplatz, Josefstädterstraße) und ein Standort in Bern (Schweiz) gehören, sind von der Insolvenz der Muttergesellschaft nicht direkt betroffen und bleiben bis auf weiteres geöffnet.
Die Insolvenz der einst als Erfolg versprechenden Kette unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen in der Gastronomiebranche. Die Kette, die sich auf vegane Burger spezialisiert hatte, war 2015 von Irene und Charly Schillinger gegründet worden und hatte schnell expandiert, konnte aber offenbar die notwendige Finanzstabilität für den Fortbestand nicht dauerhaft sichern.