Am Amsterdamer Flughafen Schiphol hat ein technischer Systemausfall der automatisierten Passkontrolle am 18. Oktober 2026 für erhebliche Beeinträchtigungen im Ausreise- und Transitverkehr gesorgt.
Ab 06:00 Uhr morgens fielen sämtliche 78 elektronischen Kontroll-Gates (eGates) der zuständigen Grenzschutzbehörde Koninklijke Marechaussee aus. Die Störung traf das Drehkreuz zu Beginn der niederländischen Herbstferien, was zu großflächigen Schlangenbildungen im Terminalbereich führte.
Infolge des Systemausfalls mussten die Beamten der Grenzpolizei auf eine manuelle Passkontrolle an den besetzten Schaltern umstellen. Um den Passagierfluss aufrechtzuerhalten, wurden sämtliche personellen Schalter besetzt und vereinfachte Prüfverfahren angewendet. Trotz dieser Sofortmaßnahmen beliefen sich die Wartezeiten an den Grenzkontrollstellen auf durchschnittlich eine Stunde, in Spitzenzeiten auf bis zu eineinhalb Stunden. Mehrere hundert Passagiere verpassten aufgrund der Verzögerungen ihre Anschlussflüge. Der Störungsfall war gegen 14:30 Uhr Ortszeit behoben, woraufhin die automatischen Kontrollstationen schrittweise wieder in den Regelbetrieb übergingen.
Die Ursache der technischen Störung wird derzeit von den zuständigen IT-Spezialisten der Grenzbehörde analysiert. Hinweise auf einen externen Cyberangriff liegen nach offiziellen Angaben der Marechaussee bislang nicht vor. Die Fluggastsicherheitskontrollen sowie die physische Abfertigung im Abflugbereich blieben von der Unterbrechung unberührt.
Infrastrukturexperten verweisen darauf, dass der Ausfall die hohe Verwundbarkeit hochgradig automatisierter Passagierprozesse an internationalen Großflughäfen offenbart. Das Fehlen redundanter Ausfallsysteme führt bei IT-Störungen innerhalb kurzer Zeit zu kapazitiven Engpässen, die auch durch den kurzfristigen Aufwuchs von manuellem Kontrollpersonal nicht vollständig kompensiert werden können.