Airbus A321LR (Foto: Steffen Lorenz).
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TAP: Lufthansa und Air France-KLM zeigen Interesse an geplanter Privatisierung

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Die portugiesische Regierung plant die teilweise Privatisierung der nationalen Fluggesellschaft TAP Air Portugal im Jahr 2025. Dieses Vorhaben hat das Interesse mehrerer europäischer Airline-Konzerne geweckt, darunter die deutsche Lufthansa und die französisch-niederländische Gruppe Air France-KLM. Beide Unternehmen sehen in TAP strategische Chancen, insbesondere hinsichtlich der Verbindungen nach Südamerika und Afrika.

Die bevorstehende Teilprivatisierung der portugiesischen Fluggesellschaft TAP Air Portugal hat das Interesse führender europäischer Luftfahrtkonzerne geweckt. Sowohl die Lufthansa als auch Air France-KLM positionieren sich als potenzielle Investoren, um ihre Marktpräsenz insbesondere in den südamerikanischen und afrikanischen Märkten zu stärken. Diese Entwicklung könnte die europäische Luftfahrtlandschaft nachhaltig beeinflussen.

Die portugiesische Regierung plant, im Jahr 2025 bis zu 49 % der Anteile an TAP Air Portugal zu veräußern. Dieses Vorhaben folgt auf frühere Privatisierungsversuche, die aufgrund politischer und wirtschaftlicher Herausforderungen nicht vollständig umgesetzt wurden. Infrastrukturminister Miguel Pinto Luz betonte die Notwendigkeit eines politischen Konsenses für diesen Schritt, um legislative Hürden zu überwinden. Die Regierung strebt eine pragmatische und transparente Vorgehensweise an und erwartet baldige parlamentarische Zustimmung.

Interesse von Air France-KLM

Air France-KLM verfolgt die Privatisierung von TAP Air Portugal schon seit geraumer Zeit. Konzernchef Ben Smith äußerte in Lissabon die Absicht, der portugiesischen Regierung ein Angebot im Rahmen der Privatisierung zu unterbreiten. Smith betonte die strategische Bedeutung von TAP aufgrund ihrer Schlüsselposition in den Märkten Brasilien, Afrika und den USA. Er hob zudem hervor, dass TAP über eine starke Marke und ein etabliertes Drehkreuz in Lissabon verfügt, die es zu erhalten und weiterzuentwickeln gilt.

Die Bestrebungen von Air France-KLM erhalten politische Rückendeckung aus Frankreich. Präsident Emmanuel Macron kündigte während eines Besuchs in Lissabon eine „innovative Lösung zur Zusammenführung von TAP und Air France-KLM“ an. Diese Unterstützung unterstreicht die Bedeutung, die Frankreich einer möglichen Integration von TAP in den Air France-KLM-Konzern beimisst.

Lufthansas strategisches Interesse

Auch die Lufthansa zeigt Interesse an einer Beteiligung an TAP Air Portugal. Konzernchef Carsten Spohr führte laut internen Quellen bereits Gespräche mit portugiesischen Ministern. TAPs starkes Netzwerk über den Südatlantik ist für die Lufthansa besonders attraktiv, da sie ihre Präsenz in diesem Marktsegment ausbauen möchte.

Neben Lufthansa und Air France-KLM hat auch die International Airlines Group (IAG), Muttergesellschaft von British Airways und Iberia, Interesse an TAP bekundet. Analysten sehen IAG als starken Kandidaten für einen möglichen Deal und verweisen auf das erfolgreiche Management von Iberia in Madrid, das in Kombination mit TAP ein mächtiges Drehkreuz in Südeuropa schaffen könnte.

Finanzielle Situation von TAP

Im dritten Quartal 2024 verzeichnete TAP einen Nettogewinn von 118 Millionen Euro, was einem Rückgang von 35 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Dieser Rückgang wird auf Währungsverluste und gestiegene Lohnkosten zurückgeführt. Die Betriebskosten stiegen um 6,5 % auf 1,05 Milliarden Euro, hauptsächlich aufgrund eines Anstiegs der Lohnkosten um 26 % nach der Rücknahme vorheriger Gehaltskürzungen.

Die portugiesische Regierung betont, dass die Privatisierung nicht um jeden Preis erfolgen wird. Infrastrukturminister Miguel Pinto Luz unterstrich die Notwendigkeit, strategische Routen, das Drehkreuz und den Hauptsitz in Lissabon sowie die Investitionsfähigkeit für die Zukunft zu sichern. Das Ziel sei es, die 3,2 Milliarden Euro, die der Staat in die Fluggesellschaft investiert hat, an die Portugiesen zurückzugeben.

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