Bombardier CRJ-900 (Foto. Jan Gruber).
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Tarifkonflikt bei der Lufthansa-Gruppe: Cityline-Piloten stimmen über Arbeitskampf ab

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Die Situation bei der Lufthansa und ihren Tochtergesellschaften verschärft sich zunehmend. Nachdem bereits in der vergangenen Woche die Kernmarke durch einen eintägigen Streik des Cockpit- und Kabinenpersonals beeinträchtigt wurde, hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nun eine Urabstimmung unter den Piloten der Regionaltochter Cityline eingeleitet. Dieses Votum über einen möglichen Arbeitskampf soll bis zum 26. Februar 2026 abgeschlossen sein. Sollte eine Mehrheit für Streiks stimmen, könnten die Cityline-Piloten gemeinsam mit den rund 5.000 Kollegen der Lufthansa-Mutter in den Ausstand treten. Hintergrund des Konflikts bei Cityline sind gescheiterte Gehaltsverhandlungen, bei denen die VC eine stufenweise Erhöhung der Bezüge um insgesamt 9,9 Prozent fordert.

Parallel zum Konflikt im Cockpit drohen auch am Boden massive Behinderungen. Die Gewerkschaft Verdi, die rund 20.000 Bodenbeschäftigte vertritt, sieht nach der dritten Verhandlungsrunde keinerlei Fortschritte. Laut Verdi pocht der Konzern weiterhin auf eine Nullrunde und strebt sogar Tarifabsenkungen an, während die Gewerkschaft ein Lohnplus von 6 Prozent oder mindestens 250 Euro monatlich fordert. Da die Friedenspflicht bereits abgelaufen ist, prüft Verdi nun gezielte Warnstreiks, um den Druck vor der nächsten Verhandlungsrunde am 3. März zu erhöhen. Die Lufthansa selbst verweist auf die wirtschaftliche Notwendigkeit von Einsparungen, nachdem das Jahr 2024 mit Verlusten abgeschlossen wurde.

Strategisch befindet sich die Lufthansa-Gruppe in einem tiefgreifenden Umbau. Die Tochtergesellschaft Cityline, die derzeit etwa 30 Flugzeuge auf Kurz- und Mittelstrecken betreibt, soll langfristig geschlossen werden. An ihre Stelle tritt die neu gegründete City Airlines, mit der der Konzern durch günstigere Tarifverträge die Personalkosten deutlich senken will. Ziel des Sanierungsprogramms ist es, die Umsatzrendite bis zum Ende des Jahrzehnts auf einen Wert zwischen 8 und 10 Prozent zu steigern. Diese Pläne stoßen bei den Gewerkschaften VC, Verdi und UFO auf massiven Widerstand, da sie eine systematische Verschlechterung der Arbeitsbedingungen und eine Schwächung der etablierten Tarifstrukturen befürchten.

Experten beobachten die Entwicklung mit Sorge, da eine koordinierte Streikwelle über verschiedene Beschäftigtengruppen hinweg den operativen Betrieb des Konzerns im wichtigen Frühjahrsgeschäft empfindlich stören könnte. Während das Unternehmen auf die Berücksichtigung der hohen Verluste bei den Abschlüssen drängt, kritisieren die Arbeitnehmervertreter, dass bisher kein verhandlungsfähiges Angebot vorliege, das nicht an anderer Stelle durch Einsparungen wieder entwertet werde. Die Fronten zwischen der Konzernführung und den Belegschaftsorganisationen scheinen verhärteter denn je, was die Wahrscheinlichkeit langwieriger Auseinandersetzungen in den kommenden Monaten erhöht.

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