Ein Vorfall am 28. April 2025 offenbart die angespannte Lage im US-amerikanischen Luftverkehrssystem.
Am 28. April 2025 kam es am Newark Liberty International Airport (EWR) zu erheblichen Flugverspätungen und -ausfällen. Ursache war eine technische Störung in der Flugverkehrskontrolleinrichtung Philadelphia Terminal Radar Approach Control (TRACON), die für den Luftraum über Newark zuständig ist. Die Störung betraf sowohl Telekommunikations- als auch Radarsysteme und wurde durch bestehende Personalknappheit verschärft.
Laut dem Echtzeit-Flugverfolgungsdienst FlightAware wurden am ersten Tag der Störung 77 Flüge gestrichen und 168 verspätet. Auch am Folgetag waren noch 14 Stornierungen und 122 Verspätungen zu verzeichnen. United Airlines, Hauptnutzer des Flughafens Newark, musste mindestens 35 Flüge zu anderen Flughäfen umleiten und bot betroffenen Passagieren Umbuchungen an.
Personalmangel bei der FAA
Die Federal Aviation Administration (FAA) kämpft seit Jahren mit einem Mangel an Fluglotsen. Trotz der Einstellung von 1.811 neuen Lotsen im Jahr 2024 besteht weiterhin ein Defizit von etwa 3.000 Fachkräften. Viele Lotsen arbeiten regelmäßig zehn Stunden täglich an sechs Tagen pro Woche, was zu Erschöpfung und erhöhtem Fehlerrisiko führt.
Um dem Personalmangel entgegenzuwirken, hat die FAA ein beschleunigtes Einstellungsverfahren eingeführt und plant Investitionen in Höhe von 12,5 Milliarden US-Dollar zur Modernisierung der Infrastruktur. Zudem wurde ein Notfall-Ausbildungsprogramm am Flughafen Chicago O’Hare gestartet, um den Ausbildungsprozess zu beschleunigen.