Das Statistische Bundesamt hat für das Jahr 2025 einen neuen Höchstwert im deutschen Tourismussektor gemeldet. Mit insgesamt 497,5 Millionen Übernachtungen in Beherbergungsbetrieben wurde das Vorjahresergebnis um 0,3 Prozent übertroffen. Wesentlicher Treiber dieser Entwicklung war ein starkes Jahresendgeschäft: Der Dezember verzeichnete mit 32 Millionen Übernachtungen ein Plus von 3,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und markierte damit den erfolgreichsten Dezember seit Beginn der statistischen Aufzeichnungen. Trotz des Gesamtwachstums zeigt sich eine Verschiebung innerhalb der Unterkunftsarten, wobei traditionelle Betriebe und alternative Konzepte unterschiedliche Tendenzen aufweisen.
Während die Gesamtzahl der Übernachtungen stieg, verzeichnete die klassische Hotellerie, bestehend aus Hotels, Gasthöfen und Pensionen, einen Rückgang um 0,4 Prozent auf 298,6 Millionen Übernachtungen. Damit entfernt sich die Branche wieder etwas von ihrem Vor-Corona-Niveau des Jahres 2019, als noch 306,8 Millionen Übernachtungen gezählt wurden. Im Gegensatz dazu setzte sich der Aufwärtstrend bei Campingplätzen massiv fort. Mit einem Zuwachs von 4,2 Prozent auf 44,7 Millionen Übernachtungen konnte dieses Segment seine Zahlen im Vergleich zum Jahr 2019 um rund ein Viertel steigern. Ferienunterkünfte blieben mit einem minimalen Plus von 0,2 Prozent auf Vorjahresniveau stabil.
Bei der Herkunft der Gäste offenbart die Statistik eine deutliche Differenz zwischen In- und Ausland. Die Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stiegen um 0,7 Prozent auf 413,7 Millionen. Demgegenüber sank die Zahl der ausländischen Besucher um 1,8 Prozent auf 83,8 Millionen. Experten führen diesen Rückgang unter anderem auf den Wegfall von Sondereffekten zurück, da im Sommer 2024 die Fußball-Europameisterschaft für ein überdurchschnittliches Aufkommen internationaler Gäste gesorgt hatte. Der Anteil ausländischer Übernachtungen am Gesamtaufkommen reduzierte sich folglich von 17,2 Prozent im Vorjahr auf 16,8 Prozent im Jahr 2025.
Zusätzliche Wirtschaftsdaten verdeutlichen, dass der Tourismussektor in Deutschland weiterhin vor strukturellen Herausforderungen steht. Trotz der Rekordzahlen belasten gestiegene Betriebskosten und Personalmangel insbesondere die klassische Gastronomie und Hotellerie. Dennoch bleibt Deutschland als Reiseziel stabil, wobei sich die Präferenzen der Urlauber zunehmend in Richtung individuellerer und flexiblerer Beherbergungsformen verschieben. Die positive Bilanz des Dezembers unterstreicht zudem die wachsende Bedeutung des Wintertourismus und der Städtereisen zum Jahresende für die heimische Wirtschaft.