Film Parvin Razavi and Vampires at Rote Bar - Hotel Sacher (Foto: Vienna Tourist Board Hermann Hoeger).
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Tourismusstrategie: Wien setzt mit Vampir-Kurzfilm auf kulinarisches Storytelling

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Der WienTourismus hat mit dem Launch des dreiminütigen Kurzfilms Vienna Bites eine neue Ära im Destinationsmarketing eingeleitet. Anstatt auf klassische Werbeformate zu setzen, nutzt die Kampagne fiktionales Storytelling, um das Jahresthema 2026 „Vienna Bites. Küche, Kultur, Charakter“ international zu platzieren.

Der Film erzählt die Geschichte eines Vampirclans, der durch das nächtliche Wien streift, auf der Suche nach dem besonderen Geschmack, den die Wiener Küche dem Blut der Einheimischen verleihen soll. Mit über 16 Millionen Aufrufen innerhalb weniger Wochen nach dem Start Anfang Februar 2026 erzielt die Produktion eine beachtliche Reichweite in den globalen Kernmärkten. Die Kampagne verbindet historische Wiener Legenden mit moderner Popkultur und internationaler Ästhetik, um Wien als Zentrum für Kulinarik und Kultur neu zu definieren. Dabei werden ikonische Speisen wie das Wiener Schnitzel oder der Kaiserschmarrn als integrale Bestandteile einer atmosphärischen Erzählung inszeniert, die sich bewusst vom herkömmlichen Tourismusmarketing abhebt.

Vampir-Mythos als Brücke zwischen Historie und Moderne

Die Wahl des Vampir-Themas ist für die Stadt Wien kein Zufallsprodukt, sondern fusst auf einer tief verwurzelten historischen Verbindung. Bereits im Jahr 1725 wurden in Wien erste Berichte über Vampirerscheinungen dokumentiert, lange bevor der Mythos durch die Weltliteratur Einzug in die globale Popkultur hielt. Dieser historische Hintergrund dient als authentisches Fundament für eine Kampagne, die den aktuellen Zeitgeist perfekt einfängt. Weltweit lässt sich derzeit ein massives Interesse an Horror- und Mystery-Narrativen beobachten. Ein prominentes Beispiel hierfür ist der aktuelle Kinoerfolg Sinner, der im Jahr 2026 mehrere Oscar-Nominierungen verbuchen konnte und das Genre wieder in den Fokus der breiten Öffentlichkeit rückte.

Vienna Bites nutzt diese mediale Aufmerksamkeit und transformiert sie in ein Instrument für das Destinationsmarketing. Der Film zeigt Wien nicht als statisches Museum, sondern als lebendige, bisweilen mystische Metropole. Die Handlung führt die Zuschauer durch ikonische Schauplätze, wie die Rote Bar im Hotel Sacher oder den Würstelstand Alles Wurscht, und verwebt diese realen Orte mit einer stilisierten Filmwelt. Die beteiligten Köche, darunter die Sterneköchin Parvin Razavi und der Gastronom Lukas Mraz, agieren dabei als Teil einer Inszenierung, welche die Grenze zwischen Kulinarik und filmischer Kunstform verwischt.

Internationale Produktion mit hochkarätiger Besetzung

Hinter der Produktion steht ein Team, das für eine Verbindung von Wiener Identität und internationalem Standard bürgt. Die kreative Federführung lag bei der Wiener Agentur seite zwei, die für Idee, Konzept und Creative Direction verantwortlich zeichnete. Um den angestrebten internationalen Look zu gewährleisten, wurde die in Los Angeles ansässige Regisseurin Bianca Poletti engagiert. Ihre Handschrift verleiht dem Film eine Ästhetik, die eher an moderne Kinoproduktionen erinnert als an touristische Imagefilme. Produziert wurde das Projekt von Muellers Bureau.

Besondere Aufmerksamkeit verdient die akustische Untermalung des Kurzfilms. In Zusammenarbeit mit der US-Komponistin Morgan Kibby, die bereits für Weltstars wie Lady Gaga und Harry Styles tätig war, sowie der Band The Graveyard Club, entstand ein Soundtrack, der die düstere und zugleich elegante Stimmung des Films trägt. Diese internationale Zusammenarbeit unterstreicht den Anspruch Wiens, sich auf globaler Ebene als zeitgemäße Kulturmetropole zu präsentieren, die keine Berührungsängste mit populären Genres hat.

Digitale Distribution und globale Resonanz

Die Ausspielungsstrategie von Vienna Bites ist konsequent auf digitale Kanäle und internationale Reichweite ausgelegt. Die Kampagne zielt primär auf Märkte wie die USA, das Vereinigte Königreich, Kanada, Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien und Südkorea ab. Insbesondere auf YouTube wird der Film einer Zielgruppe ausgespielt, die ein ausgeprägtes Interesse an Kultur und hochwertiger Filmkunst zeigt. Die Resonanz gibt den Verantwortlichen recht: 16 Millionen Aufrufe in der Startphase deuten darauf hin, dass die unkonventionelle Methode des Storytellings eine deutlich höhere Aufmerksamkeit generiert als klassische Werbemittel.

Durch die Einbindung von Kulinarik als zentrales Thema spricht WienTourismus ein Bedürfnis an, das für viele Reisende ausschlaggebend bei der Wahl ihres Reiseziels ist. In Vienna Bites wird das Essen jedoch nicht nur als Produkt präsentiert, sondern als kulturelles Erbe und Inspirationsquelle. Die Botschaft ist klar: Die Qualität der Wiener Küche prägt den Charakter der Stadt und ihrer Bewohner so stark, dass sie sogar für fiktive Wesen wie Vampire eine unwiderstehliche Anziehungskraft ausübt.

Kulturelles Erbe als kreative Inspiration

Das kulinarische Jahresthema 2026 rückt die Vielfalt der Wiener Gastronomie in den Mittelpunkt. Von der gehobenen Sterneküche bis zur bodenständigen Wirtshauskultur wird die gesamte Bandbreite als Teil der Identität Wiens dargestellt. Der Film Vienna Bites dient hierbei als emotionaler Türöffner. Die Inszenierung bricht mit dem Klischee des biederen Tourismuswerbefilms und ersetzt es durch eine mutige, künstlerische Interpretation. Die Einbeziehung lokaler Branchengrößen wie Parvin Razavi im Sacher verdeutlicht, dass auch traditionsreiche Institutionen der Stadt bereit sind, neue Wege in der Kommunikation zu gehen.

Die Kampagne zeigt zudem, wie Destinationsmarketing heute funktionieren muss, um in der Flut an digitalen Inhalten wahrgenommen zu werden. Es geht nicht mehr allein um die Präsentation von Sehenswürdigkeiten, sondern um die Erschaffung von Erlebnissen und Geschichten, die im Gedächtnis bleiben. Wien positioniert sich mit diesem Projekt als Vorreiter in der Nutzung filmischer Mittel für touristische Zwecke. Die Verknüpfung von Wiener Charme mit einer Prise Morbidität und erstklassiger Kulinarik schafft ein Alleinstellungsmerkmal, das die Stadt im internationalen Wettbewerb der Metropolen stärkt.

Strategischer Ausblick für das Tourismusjahr 2026

Mit dem Erfolg von Vienna Bites legt WienTourismus die Messlatte für die weiteren Aktivitäten im Jahr 2026 hoch. Die Kampagne ist erst der Auftakt für eine Reihe von Veranstaltungen und Formaten, die das Thema „Küche, Kultur, Charakter“ vertiefen werden. Ziel ist es, die Wertschöpfung durch den Tourismus weiter zu steigern, indem zahlungskräftige und kulturinteressierte Gäste aus Übersee und Europa angesprochen werden. Der Film beweist, dass Wien mutig genug ist, seine eigene Geschichte ironisch und modern zu brechen, ohne dabei den Respekt vor den Traditionen zu verlieren.

Die hohe Klickrate und das internationale Presseecho bestätigen, dass das Konzept aufgeht. Wien festigt seinen Ruf als Stadt, die Tradition und Avantgarde mühelos verbindet. Ob die Vampire am Ende tatsächlich den Geschmack der Wiener Küche im Blut der Bevölkerung finden, bleibt der Fantasie der Zuschauer überlassen. Sicher ist jedoch, dass Vienna Bites bereits jetzt einen bleibenden Eindruck in der internationalen Marketinglandschaft hinterlassen hat.

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