Die Untersuchungen zum Absturz von Jeju Air Flug 2216, der am 27. November 2024 in Muan, Südkorea, verunglückte und 179 Todesopfer forderte, schreiten voran. Der Fokus liegt derzeit auf der Auswertung der Flugschreiber, die entscheidende Hinweise auf die Unglücksursache liefern könnten. Während die Analyse des Cockpit-Voice-Recorders (CVR) bereits Fortschritte zeigt, bereitet der beschädigte Flugdatenschreiber (FDR) erhebliche Probleme. Zur weiteren Untersuchung wurde er an das National Transportation Safety Board (NTSB) in den Vereinigten Staaten übergeben.
Der Flugdatenschreiber, der essenzielle technische Informationen zum Flugverlauf speichert, wurde beim Aufprall schwer beschädigt. Zusätzlich fehlt ein wichtiger Steckverbinder, der für die Datenübertragung notwendig ist. Koreanische Techniker unternahmen mehrere Versuche, das Gerät vor Ort zu reparieren, mussten jedoch einsehen, daß eine Analyse in Südkorea nicht möglich ist. Ju Jong-wan, Direktor für Luftfahrtpolitik im südkoreanischen Verkehrsministerium, erklärte, daß die Reparatur und Datenextraktion unter größter Vorsicht erfolgen müsse, um verbleibende Informationen nicht zu gefährden.
Die Entscheidung, den FDR per Flugzeug an das NTSB zu senden, wurde getroffen, um den Prozess zu beschleunigen. Zugleich betonte das Verkehrsministerium, daß südkoreanische Ermittler eng in die Analysen eingebunden bleiben, um eine umfassende und ausgewogene Untersuchung zu gewährleisten.
Erste Erkenntnisse aus dem Cockpit-Voice-Recorder
Die Auswertung des Cockpit-Voice-Recorders hat ergeben, daß die Piloten mit der Flugsicherung in Kontakt standen und sich für eine Landung auf der entgegengesetzten Bahn entschieden. Ein technisches Problem verhinderte offenbar das Ausfahren des Fahrwerks, weshalb die Boeing 737-800 eine Bauchlandung ausführte. Diese erfolgte mit hoher Geschwindigkeit und ohne die für eine Landung üblichen Klappenstellungen.
Erste Hinweise deuten darauf hin, daß ein Vogelschlag kurz vor der Landung zum Unfall beitrug. Dies allein erklärt jedoch nicht die fehlende Funktion des Fahrwerks.
Tragisches Ausmaß und offene Fragen
Mit 179 Todesopfern zählt der Absturz zu den schwersten Luftfahrtunglücken in Südkorea. Nur zwei Personen überlebten das Unglück – Mitglieder der Kabinencrew, die sich im hinteren Teil des Flugzeugs befanden. Die Identität aller Verstorbenen wurde inzwischen bestätigt, und die meisten Opfer wurden ihren Familien übergeben.
Ein Video des Unglücks zeigt die Maschine, wie sie ohne Fahrwerk aufsetzt und schließlich auf eine Betonwand prallt, die sich etwa 250 Meter hinter dem Ende der Landebahn befand. Diese Mauer, die eigentlich brechen sollte, hielt dem Aufprall stand, was Experten zufolge die Zahl der Todesopfer erhöht haben könnte.
Konsequenzen und weitere Ermittlungen
Die Untersuchung konzentriert sich nun auf die technischen Defekte des Flugzeugs, die Notfallreaktion der Crew sowie mögliche infrastrukturelle Mängel. Die Existenz und Beschaffenheit der Betonwand wirft ebenso Fragen auf wie die Funktionstüchtigkeit der Flughafeneinrichtungen.
Erst nach Abschluss der Analyse aller Daten wird es möglich sein, die genaue Ursache des Unglücks zu benennen und Konsequenzen für die Luftfahrtsicherheit zu ziehen. Die Tragödie hat in Südkorea große Betroffenheit ausgelöst und verdeutlicht einmal mehr die Bedeutung gründlicher Unfalluntersuchungen für die Sicherheit des Luftverkehrs.