Der Kölner Bahnbetreiber Train4you Vertriebs GmbH hat das Programm für seine Marke „Urlaubs-Express“ (UEX) für das Jahr 2027 freigeschaltet.
Im elften Betriebsjahr erweitert das Privatbahnunternehmen die Kapazitäten im Nacht- und Autoreisezugverkehr, wobei der Fokus auf den Verbindungen ab Hamburg und Düsseldorf in den alpenländischen Raum liegt. Die Stadt Villach im Kärntner Dreiländereck wird zum zentralen Zielbahnhof ausgebaut, um den Anschlussverkehr nach Südosteuropa, Italien und Kroatien zu bedienen. Zugleich bleibt die Verbindung zwischen Hamburg und Lörrach als fester Bestandteil im Sommerfahrplan erhalten.
Die Fahrplanstruktur wird durch umfangreiche Baustellen im europäischen Schienennetz beeinflusst. Während der sanierungsbedingten Sperrung der österreichischen Tauernbahn leitet Train4you die Züge in Richtung Kärnten über Passau um, statt die gewohnte Trasse über Salzburg zu nutzen. Auch der Ausfall des Terminals am Hauptbahnhof Innsbruck aufgrund von Infrastrukturarbeiten erfordert operative Anpassungen: Als Ausweichstandort für Passagiere mit Ziel Tirol oder Norditalien dient das im Jahr 2025 in Betrieb genommene Autoreisezug-Terminal in München Süd, das nun als einziger Verladepunkt in dieser Zielregion fungiert.
Branchenanalysten verweisen darauf, dass private Eisenbahnverkehrsunternehmen im Nacht- und Autoreisezugsegment durch steigende Trassen- und Energiepreise sowie ständige Bauarbeiten der Infrastrukturbetreiber unter hohem betrieblichem Druck stehen. Dennoch setzt Train4you bei den Basistarifen auf Kontinuität, wobei der günstigste Liegewagenplatz ab 79 Euro und die Fahrzeugmitnahme ab 179 Euro angeboten werden. Das Geschäftsmodell profitiert von der schrumpfenden Konkurrenz, da staatliche Bahngesellschaften wie die Deutsche Bahn Verladeterminals für Kraftfahrzeuge in den vergangenen Jahren weitgehend zurückgebaut haben.
Ob der Ausbau der Verbindungen auf den Hauptstrecken die höheren Betriebskosten durch streckenintensive Umleitungen ausgleichen kann, hängt vom Buchungsverhalten der Autofahrer ab. Zwar entlastet die Schienenbeförderung den Straßenverkehr auf den hochfrequentierten Transitrouten, doch die betriebliche Zuverlässigkeit bleibt stark von der Kapazitätsauslastung des deutschen und österreichischen Schienennetzes abhängig.