Transavia und KLM führen gemeinsame “No-Fly-Liste” ein

Transavia und KLM am Flughafen Schiphol (Foto: V1Images.com/Eddy Cuperus).
Transavia und KLM am Flughafen Schiphol (Foto: V1Images.com/Eddy Cuperus).

Transavia und KLM führen gemeinsame “No-Fly-Liste” ein

Transavia und KLM am Flughafen Schiphol (Foto: V1Images.com/Eddy Cuperus).
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Wer sich bei Transavia oder KLM daneben benimmt, riskiert seit vergangenem Donnerstab bei beiden Fluggesellschaften auf der „No-Fly-Liste“ zu landen. Die beiden Carrier tauschen seither ihre Daten über so genannte „unruly PAX“ aus.

Immer wieder sorgen Fluggäste, die an Bord randalieren, Passagiere und/oder die Crew bedrohen, ihre Exkremente nicht am WC, sondern irgendwo anders in der Kabine verrichten oder sich auf sonstige Weise massiv danebenbenehmen, für Aufsehen. Nicht selten müssen die Maschinen dann außerplanmäßig zwischenlanden und am Boden schreitet dann die Polizei ein. Diese so genannten „unruly PAX“ kassieren in besonders schweren Fällen ein Flugverbot bei der jeweiligen Airline.

Wenn man bei Airline X auf der schwarzen Liste steht, ist es im Normalfall problemlos möglich mit der Fluggesellschaft Y zu fliegen. Da es unter den „unruly PAX“ aber auch Wiederholungstäter gibt, kann der nächste Vorfall somit schon vorprogrammiert sein. Genau das wollen KLM und ihre Billigtochter Transvia verhindern. Deswegen führt man seit vergangenem Donnerstag eine gemeinsame „No-Fly-Liste“, auf der „uruly PAX“ verzeichnet sind, die ein fünfjähriges Flugverbot kassiert haben.

Konkret bedeutet das, dass wer zum Beispiel von KLM auf die schwarze Liste gesetzt wurde, auch von der Lowcost-Airline Transavia nicht mehr befördert wird. Die beiden Fluggesellschaften erklärten dazu unter anderem, dass der Datenaustausch über Problempassagiere die Sicherheit verbessern soll. Gleichzeitig appelliert man an die Politik der Niederlande und der EU, dass der Datenaustausch auch mit Airlines außerhalb der Firmengruppe ermöglicht werden muss. Die Forderung gleicht einer Art zentralen „No-Fly-Datenbank“ in der Europäischen Union.

Immer mehr „Problempassagiere“

Das Vorgehen bzw. das Ansinnen von KLM und Transavia kommt keinesfalls aus heiterem Himmel. In den letzten Jahren haben die „unruly-PAX-Vorfälle“ stark zugenommen. Einen erheblichen Anstieg gab es in diesem Jahr, denn lange Wartezeiten an den Flughäfen, Verspätungen und Ausfälle scheinen viele Passagiere besonders zu reizen bzw. leichter zum Verlust der Beherrschung führen zu lassen. Generell ist zu beobachten, dass seit dem Beginn der Corona-Pandemie viele Fluggäste deutlich aggressiver geworden sind und sich Gewaltvorfälle gegen Bodenpersonal und Flugbegleiter regelrecht häufen. Natürlich sind es noch immer Ausnahmefälle, jedoch ist die Steigerung bedenklich.

„Es besteht ein dringender Bedarf für diese Maßnahme. Die Sicherheit an Bord hat oberste Priorität. Widerspenstige Passagiere haben große Auswirkungen auf andere Passagiere und unser Personal. Jede Form von körperlicher Gewalt gegen Besatzung oder Passagiere ist inakzeptabel. Solches Verhalten führt auch zu Verspätungen, was für die Passagiere sehr ärgerlich und für die Fluggesellschaften teuer ist“, so Paul Terstegge, Executive Vice President Inflight Services bei KLM.

Transavia und KLM wollen mit dem Datenaustausch über gesperrte Passagiere auch auf Abschreckung setzen, denn gemeinsam ist man größter Anbieter in den Niederlanden und eine Eintragung auf der Sperrliste bedeutet somit, dass man erheblich weniger Auswahl bei Flugreisen hat.

 „Wir setzen uns für unsere Mitarbeiter und unsere Passagiere ein, und die Sicherheit an Bord hat für uns immer höchste Priorität. Wenn sich jemand an Bord danebenbenimmt, kommt es auf engstem Raum zu einer sehr bedrohlichen Situation, sei es durch körperliche Gewalt oder durch den Austausch bedrohlicher Bilder per Airdrop. Dies ist in letzter Zeit häufiger vorgekommen, zuletzt auf einem Flug nach Kroatien. Was vielleicht als “Scherz” gemeint ist, verursacht bei den Fluggästen, einschließlich Kindern, großes Leid, und wir halten es auch für unsere Besatzungen für inakzeptabel. Das fünfjährige Flugverbot für solche Personen sowohl bei Transavia als auch bei KLM ist ein deutliches Zeichen und spiegelt die gefährliche Situation wider, die sie verursacht haben“, so Daan Pijzel, VP of Cabin Operations bei Transavia, hinzu.

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Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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