Ein Flug der amerikanischen Fluggesellschaft Delta Air Lines von New York nach Los Angeles mußte in der vergangenen Woche notlanden, nachdem die Besatzung eines Boeing 767-Flugzeugs eines der Triebwerke im Flug abschalten mußte. Der Vorfall ereignete sich am 10. September 2025 über den Rocky Mountains, was die Piloten dazu zwang, den Flug nach Salt Lake City, Utah, umzuleiten.
Das Flugzeug, eine Boeing 767-300ER mit der Registrierung N178DN, wurde nach der sicheren Landung für anderthalb Tage am Boden gehalten, bevor es wieder in den Liniendienst aufgenommen werden konnte. Der Zwischenfall, der keine Verletzten forderte, unterstreicht die Notwendigkeit robuster Sicherheitsprozeduren und die Zuverlässigkeit von Flugzeugen im Falle eines technischen Problems, selbst bei älteren Maschinen.
Der Notfall über Utah
Flug DL365 von Delta Air Lines ist eine reguläre Verbindung, die täglich um 17:00 Uhr Ortszeit vom John F. Kennedy International Airport (JFK) in New York nach Los Angeles International Airport (LAX) startet. Am 10. September 2025 verlief der Flug jedoch nicht wie geplant. Etwa 90 nautische Meilen (166,7 km) nördlich von Salt Lake City gab die Crew der Flugverkehrskontrolle bekannt, daß sie das linke PW4060-Triebwerk aufgrund eines technischen Defekts abschalten mußte. Der Vorfall zwang die Piloten, eine sofortige Kursänderung vorzunehmen und in Salt Lake City notzulanden.
Ein Sprecher von Delta Air Lines bestätigte den Vorfall gegenüber dem Luftfahrtportal „Simple Flying“ und erklärte, daß die Besatzung nach ihrer Ausbildung und den Standardverfahren gehandelt habe, um das Flugzeug sicher umzuleiten. Die Sicherheit der Kunden und der Mitarbeiter habe bei Delta immer oberste Priorität. Man entschuldigte sich bei den Passagieren für die entstandene Verzögerung.
Nach Angaben des Luftfahrtportals „Aviation Herald“ landete das Flugzeug sicher auf der 3.658 Meter langen Landebahn 16L in Salt Lake City. Die Notlandung erfolgte nur etwas mehr als eine halbe Stunde, nachdem das Problem mit dem Triebwerk aufgetreten war. An Bord befanden sich 194 Passagiere, die nach der Landung in Salt Lake City auf andere Flugzeuge umgebucht wurden, um ihre Reise nach Los Angeles fortzusetzen. Die Fluggesellschaft stellte sicher, daß alle Reisenden an ihr Ziel gebracht wurden.
Das betroffene Flugzeug: Ein erfahrener Veteran der Lüfte
Bei dem betroffenen Flugzeug handelt es sich um eine Boeing 767-300ER mit der Registrierung N178DN. Die Maschine ist mit einem Alter von 34,7 Jahren einer der ältesten Boeing 767 im Dienst von Delta Air Lines. Die Airline ist der sechstälteste Betreiber dieses Flugzeugtyps in ihrer Flotte. Die Maschine hatte ihren Erstflug bereits im Januar 1991 und wurde drei Monate später an Delta ausgeliefert. Die Fluggesellschaft bestellte das Flugzeug bereits im November 1989. Mit 36 Sitzen in der Business-Klasse und 175 Sitzen in der Economy-Klasse ist die 767-300ER ein wichtiges Element in der Flotte von Delta und wird auf einer Vielzahl von transkontinentalen und interkontinentalen Strecken eingesetzt.
Delta Air Lines verfügt über eine Flotte von 61 Boeing 767-Familienflugzeugen, darunter 21 767-400ER mit einem Durchschnittsalter von 24,8 Jahren und 40 767-300ER mit einem Durchschnittsalter von 29,2 Jahren. Die Tatsache, daß das betroffene Flugzeug, das bereits mehr als drei Jahrzehnte in Betrieb ist, nach kurzer Zeit wieder in den Dienst gestellt werden konnte, unterstreicht die Robustheit des Flugzeugtyps und die Zuverlässigkeit der Wartung. Das Flugzeug wurde nach der Landung in Salt Lake City gründlich inspiziert. Nach nur anderthalb Tagen am Boden flog es am Morgen des 12. September 2025 als Flug DL9963 nach New York zurück und nahm am selben Abend den Liniendienst mit einem Flug nach Prag wieder auf.
Die Sicherheit im Luftverkehr: Verfahren und Zuverlässigkeit
Der Vorfall auf Flug DL365 erinnert an die strengen Sicherheitsstandards in der Luftfahrt. Obwohl das Abschalten eines Triebwerks im Flug ein ernstes Ereignis ist, sind Passagiere in den meisten Fällen sicher, da moderne zweimotorige Flugzeuge so konstruiert sind, daß sie auch mit nur einem Triebwerk weiterfliegen und sicher landen können. Die Piloten von Delta waren auf eine solche Situation vorbereitet und befolgten die festgelegten Verfahren.
Die Federal Aviation Administration (FAA) in den Vereinigten Staaten und andere Luftfahrtbehörden weltweit schreiben vor, daß alle Flugzeuge regelmäßig und strengen Wartungsprogrammen unterzogen werden müssen, um die Flugtauglichkeit zu gewährleisten. Die Fluggesellschaften müssen auch sicherstellen, daß ihre Piloten für den Umgang mit Notsituationen, einschließlich Triebwerksausfällen, geschult sind. Der Vorfall mit der Boeing 767 ist ein Beispiel dafür, wie diese Sicherheitsmechanismen in der Praxis funktionieren. Obwohl der genaue Grund für den Triebwerksausfall nicht bekannt ist, zeigt die schnelle Wiederinbetriebnahme des Flugzeugs, daß es sich wahrscheinlich um ein relativ einfaches mechanisches Problem handelte, das behoben werden konnte, ohne strukturelle Schäden am Flugzeug zu verursachen.
Der Zwischenfall in Utah unterstreicht auch die Bedeutung von Drehkreuzen wie Salt Lake City, die als Ausweichflughäfen dienen. Ihre zentrale Lage im Westen der Vereinigten Staaten macht sie zu einem idealen Standort für außerplanmäßige Landungen von Flügen, die die kontinentalen USA überqueren. Die schnelle und effiziente Reaktion am Boden gewährleistete, daß die Passagiere sicher an ihrem Ziel ankamen und das Flugzeug bald wieder einsatzbereit war.