Die Eurowings, als sogenannte Value-Airline der Lufthansa Group, hat in den ersten neun Monaten des Jahres 2025 einen Wachstumskurs fortgesetzt und ihre operative Stabilität auf ein branchenführendes Niveau gehoben. Mit über 18 Millionen beförderten Passagieren auf 133.000 Flügen verzeichnete die Airline einen Zuwachs von mehr als 600.000 Gästen gegenüber dem Vorjahr. Ein herausragender Wert ist die Zuverlässigkeit von über 99 Prozent, der die Airline an die Spitze der Branche katapultiert und zu einer hohen Kundenzufriedenheit, dokumentiert durch einen net promoter score (nps) von 42, geführt hat.
Gleichzeitig steht der Erfolg von Eurowings unter dem Vorzeichen einer wachsenden Diskrepanz zwischen der hohen Reisenachfrage und den stark steigenden Standortkosten in Deutschland. Diese Kostenbelastung führt zu einer strategischen Verschiebung im Streckennetz: Während das Mittelstrecken- und Ferienprogramm massiv ausgebaut wird, setzt sich der Rückbau des innerdeutschen Angebots fort. CEO Jens Bischof betonte, dass die hervorragende Leistung der Teams umso mehr Respekt verdiene, da man sich in einem Markt bewege, in dem steigende Kosten Flüge zunehmend unrentabel machen. Das Point-to-Point-Geschäftsfeld der Lufthansa Group, zu dem Eurowings gehört, schloss die ersten neun Monate des Jahres 2025 mit einem positiven operativen Ergebnis (adjusted Ebit) von 61 Millionen Euro ab.
Strategische Fokussierung auf die Mittelstrecke
Angesichts der hohen touristischen Nachfrage und der strategischen Neuausrichtung hat Eurowings ihren Fokus klar auf die Mittelstrecke und attraktive Feriendestinationen gelegt. Der bevorstehende Winterflugplan 2025/26 ist von einer deutlichen Erweiterung des Angebots geprägt, insbesondere von deutschen Regionalflughäfen.
Als eine der bemerkenswertesten Ergänzungen nimmt Eurowings erstmals eine direkte Verbindung von Düsseldorf in die Metropole Dubai auf, die dreimal wöchentlich bedient wird. Damit steigt das gesamte Dubai-Angebot der Airline auf 28 wöchentliche Direktflüge ab den Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf, Berlin, Stuttgart und Hannover.
Zusätzlich wird das Streckennetz um weitere attraktive Ziele ergänzt:
- Das jordanische Amman wird als neues Ziel ab Stuttgart in das Programm aufgenommen.
- Das Angebot nach Marokko wird erheblich erweitert, indem Marrakesch erstmals mit Hannover, Salzburg, Stuttgart und Prag verbunden wird.
Diese Expansion in den touristischen und ethnischen Verkehrslinien ist ein strategischer Schritt, um sich in Märkten zu positionieren, die weniger preissensitiv auf Kurzstrecken sind und höhere Ertragsmargen versprechen.
Der Preis des Standorts: Rückbau des innerdeutschen Netzes
Die Kehrseite dieser Expansion ist die konsequente Reduzierung des innerdeutschen Flugangebots. Eurowings reagiert damit direkt auf die rekordhohen Gebühren und Abgaben am Luftverkehrsstandort Deutschland. Die Kurzstreckenverbindungen innerhalb des Landes sind besonders anfällig für die Belastung durch Steuern und Gebühren, da diese die ohnehin geringen Margen in einem hart umkämpften Markt zusätzlich schmälern.
Als direkte Folge dieser ökonomischen Unrentabilität wurden bereits mehrere innerdeutsche Verbindungen aus dem Programm gestrichen. Dazu gehören die Routen Nürnberg–Hamburg, Hamburg–Köln/Bonn und Dortmund–München. Dieser Rückbau unterstreicht die Sorge der gesamten Lufthansa Group um die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Standortes, die bereits von CEO Carsten Spohr angesprochen wurde. Branchenbeobachter sehen in dieser Entwicklung einen weiteren Beweis dafür, dass der nationale Luftverkehrsmarkt in Deutschland aufgrund der regulatorischen Kosten zunehmend an Boden verliert.
Eurowings, als Point-to-Point-Spezialist der Gruppe, muss die Strecken rigoros nach Rentabilität beurteilen. Die Verlagerung der Kapazitäten auf die ertragsstärkeren Mittelstrecken ist eine notwendige Anpassung, um die finanzielle Stabilität zu sichern.
Operative Stabilität als Wettbewerbsvorteil
Der Erfolg von Eurowings in den ersten neun Monaten des Jahres ist nicht nur auf die hohe Nachfrage, sondern vor allem auf eine äußerst stabile operative Performance zurückzuführen. Eine Zuverlässigkeit von über 99 Prozent ist in der stark beanspruchten europäischen Luftfahrtbranche ein Spitzenwert, der direkt zur positiven Wahrnehmung durch die Kunden beiträgt.
Die Steigerung der Zuverlässigkeit ist das Resultat intensiver Anstrengungen der Eurowings-Teams in allen Bereichen des Flugbetriebs, von der Wartung über die Bodenabfertigung bis hin zur Cockpit- und Kabinenbesatzung. Diese hohe operationelle Qualität führt direkt zur hohen Kundenzufriedenheit, die durch den nps von 42 bestätigt wird. Dieser Wert signalisiert einen starken Rückhalt bei den Fluggästen, was für eine Value-Airline in einem von Preissensitivität geprägten Segment besonders wertvoll ist.
Die kontinuierliche Verbesserung der Zuverlässigkeit ist für Eurowings auch ein wichtiges Instrument, um sich von den Schwierigkeiten abzuheben, mit denen einige Konkurrenten im Umgang mit dem Nach-Pandemie-Boom und den Engpässen bei der Infrastruktur zu kämpfen hatten.
Finanzielle Konsolidierung und Mitarbeiterentwicklung
Das Point-to-Point-Geschäftsfeld der Lufthansa Group, das Eurowings und die Beteiligung an SunExpress umfasst, konnte die ersten neun Monate 2025 mit einem positiven Adjusted EBIT von 61 Millionen Euro abschließen. Dieses Ergebnis unterstreicht die erfolgreiche Konsolidierung und strategische Positionierung von Eurowings als wichtiger Akteur im europäischen Ferienflugsegment. Die Fähigkeit, in einem kostenintensiven Umfeld ein positives operatives Ergebnis zu erzielen, zeugt von der Effizienz des Geschäftsmodells.
Gleichzeitig investiert Eurowings in ihr Personal. Die Zahl der Mitarbeitenden stieg auf knapp 5.500, was die Notwendigkeit der Kapazitätserweiterung und die Bindung von qualifiziertem Personal in einem wettbewerbsintensiven Arbeitsmarkt widerspiegelt. Die hohe Mitarbeiterleistung, die von CEO Bischof hervorgehoben wurde, ist ein entscheidender Faktor für die Aufrechterhaltung der hohen Zuverlässigkeitsstandards.
Die kommenden Jahre werden für Eurowings weiterhin von der strategischen Gratwanderung geprägt sein: die Maximierung der Erträge auf der Mittelstrecke und die effiziente Nutzung der Ressourcen, während gleichzeitig auf politischer Ebene eine Entlastung von den steigenden Gebühren am deutschen Standort gefordert wird, um die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.