Österreichische Flagge (Foto: Jan Gruber).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Trotz stabiler Nachfrage bleiben Österreichs Hotelleriebetriebe unter Druck

Werbung

Die kürzlich durch Statistik Austria veröffentlichten Übernachtungszahlen verdeutlichen die durchwachsenen Trends in Österreichs Tourismusbranche. Im September wurden landesweit rund 11,3 Millionen Übernachtungen verzeichnet – ein Rückgang von 7,4 % im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Erklärungen für das Minus finden sich unter anderem in den ungewöhnlich hohen Niederschlägen und Stürmen, die viele Regionen betrafen und Betriebe stark belasteten. Diese Naturereignisse führten nicht nur zu infrastrukturellen Herausforderungen, sondern auch zu einem deutlichen Rückgang an Touristen. Laut Hans Spreitzhofer, Obmann des Fachverbandes Hotellerie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), blieb dies nicht ohne Folgen für die Buchungen und das wirtschaftliche Ergebnis der Betriebe.

Trotz Rückgang positives Zeichen für Herbst und Winter

Dennoch blickt die Branche zuversichtlich auf die bevorstehenden Herbstferien und die Wintersaison. Spreitzhofer äußerte sich optimistisch angesichts des aktuellen Buchungsstands, der von stabiler Nachfrage und Wetteroptimismus getragen wird. Die Herbstferien haben in den vergangenen Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen und werden auch 2024 von Familien und Individualreisenden verstärkt gebucht.

Der Trend zu spontanen Kurzreisen spielt vielen Betrieben in die Hände, da günstige Wetterbedingungen oft zu kurzfristigen Buchungen führen. Darüber hinaus verzeichnet die Branche eine hohe Nachfrage nach authentischen Natur- und Gesundheitserlebnissen. Aktivitäten wie Eisbaden, Waldbaden und Winterwandern erleben einen Aufschwung und gelten als Attraktionen, die sowohl zur touristischen Anziehungskraft als auch zur gesundheitlichen Erholung beitragen.

Belastende Kostenentwicklung bleibt eine Herausforderung

Trotz der positiven Nachfrageentwicklung bleiben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für die Hotellerie angespannt. Die gestiegenen Energiekosten, erhöhte Zinsen sowie die höheren Löhne setzen die Branche unter Druck, was sich in rückläufigen Betriebsergebnissen widerspiegelt. Nach einer Umfrage der WKÖ verzeichneten rund 30 % der Betriebe im Jahr 2023 einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn, was laut Spreitzhofer durch eine rasche politische Unterstützung und gezielte Rahmenbedingungen verbessert werden könnte.

Während die Nächtigungszahlen zwar vielversprechend sind, ist das Nettobetriebsergebnis für viele Betriebe weiterhin unzureichend. Eine Analyse der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank bestätigt den Trend, dass die Umsätze vieler Hotels das Niveau der gestiegenen Kosten nicht mehr erreichen. Daher fordert Spreitzhofer die zukünftige Bundesregierung auf, klare wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Hotellerie zu schaffen, um eine ganzjährige Tourismusentwicklung zu gewährleisten und Österreich als vielseitiges Reiseziel zu etablieren.

Zukunftsweisende Anpassungen für einen krisenfesten Tourismus

Im Hinblick auf die Zukunft zeigt sich die Branche innovationsbereit. Die Entwicklung hin zu ganzjährigen Angeboten und die Konzentration auf Naturerlebnisse und individuelle Dienstleistungen sollen langfristig einen nachhaltigen Tourismus stärken. Laut WKÖ spiegeln sich diese Trends in der wachsenden Nachfrage nach Natur- und Wellnesserlebnissen wider, die durch den Ausbau moderner Angebote und die flexible Anpassung der Betriebe an veränderte Gästeansprüche forciert werden sollen. Dazu gehören nicht nur naturnahe Aktivitäten, sondern auch spezifische Ernährungs- und Fitnessprogramme, die sich an den wachsenden Ansprüchen der Gäste orientieren.

Trotz der Herausforderungen, die die Branche durch die steigenden Kosten und das veränderte Reiseverhalten erlebt, bleibt die Hoffnung bestehen, dass mit entsprechenden politischen Weichenstellungen und einem anhaltenden Innovationsgeist eine positive Entwicklung möglich ist. Ein ganzheitlicher Ansatz, der die Hotellerie langfristig entlastet und gleichzeitig die Entwicklung eines vielfältigen und krisenfesten Tourismusstandorts fördert, könnte Österreichs Position als beliebtes Reiseziel stärken.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung