Die Türkei hat im ersten Halbjahr 2025 einen leichten Anstieg der internationalen Besucherzahlen und einen deutlichen Zuwachs der Tourismuseinnahmen verzeichnet. Insgesamt zählte das Land 26,4 Millionen internationale Gäste, was einem Plus von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Einnahmen stiegen jedoch mit 22 Milliarden Euro um 7,6 Prozent deutlich stärker, was auf eine erhöhte Tagesausgabe der Reisenden zurückzuführen ist. Der durchschnittliche Tagesumsatz pro Person stieg auf 91 Euro, acht Prozent mehr als im Vorjahr.
Obwohl Märkte wie Rußland und Großbritannien bei den Besucherzahlen zulegten, gab es im ersten Halbjahr einen leichten Rückgang der Gäste aus Deutschland von 1,8 Prozent. Dies steht im Gegensatz zu den stabilen Zahlen aus Österreich und der Schweiz. Deutsche Reiseveranstalter führen den Rückgang auf höhere Preise zurück, die das türkische Tourismusministerium als Erfolg feiert. Allerdings zeigt die Entwicklung im Juni, daß die Zahl der deutschen Einreisen wieder spürbar anstieg, nachdem die Anbieter vermehrt Last-Minute-Angebote und günstigere Konditionen auf den Markt gebracht hatten.
Die gestiegenen Einnahmen bei nahezu gleichbleibender Besuchermenge deuten darauf hin, daß die Türkei erfolgreichere Strategien anwendet, um die Reisenden zu höheren Ausgaben zu bewegen. Die Steigerung der Ausgaben pro Kopf ist ein zentrales Ziel der türkischen Tourismusstrategie, die sich stärker auf wertschöpfende Segmente konzentriert. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der Diversifizierung der Angebote und der gezielten Ansprache verschiedener Quellmärkte wider. Das Land möchte somit seine Abhängigkeit von einzelnen Märkten verringern und seine Position als attraktive Reisedestination stärken.
Der deutsche Reisemarkt gilt traditionell als einer der wichtigsten für die Türkei. Die Hotels in den touristischen Hochburgen des Landes sind in den letzten Jahren immer teurer geworden. Die zeitweisen Rückgänge aus Deutschland zeigen jedoch, daß die Nachfrage preisabhängig ist und die Anbieter mit flexiblen Angeboten reagieren müssen. Die Reaktion der Veranstalter mit Last-Minute-Angeboten im Juni scheint erfolgreich gewesen zu sein, um die deutschen Touristen wieder anzulocken und die Saison zu stabilisieren.