Die türkische Nationalfluggesellschaft Turkish Airlines wird der spanischen Air Europa ein Darlehen in Höhe von 275 Millionen Euro gewähren. Dies meldete die Nachrichtenagentur EFE. Sobald die notwendigen Genehmigungen vorliegen, soll das Darlehen in einen Anteil von 26 bis 27 Prozent an der spanischen Airline umgewandelt werden. Beide Unternehmen wollen in Kürze eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnen. Mit dieser Partnerschaft kann Air Europa die Rückzahlung der staatlichen Kredite vorantreiben, die während der Pandemie gewährt wurden.
Der Präsident von Air Europa, Juan José Hidalgo, äußerte sich zufrieden mit der Übereinkunft. Er betonte, die Vereinbarung gebe ihm die Sicherheit, daß die Fluggesellschaft fortbestehen werde. Mit den Mitteln aus dem Darlehen und den vorhandenen Barmitteln plant Hidalgo, den noch offenen Staatskredit über 475 Millionen Euro der spanischen Beteiligungsgesellschaft Sepi vollständig zurückzuzahlen. Im Mai hatte Air Europa bereits einen 150-Millionen-Euro-Kredit des staatlichen Förderinstituts ICO getilgt.
Die Entscheidung von Turkish Airlines, in Air Europa zu investieren, kommt, nachdem andere europäische Luftfahrtgruppen wie die Lufthansa und Air France-KLM ihre Übernahmepläne für die spanische Airline aufgegeben hatten. Damit bleibt Turkish Airlines der einzige bekannte Bieter für eine Beteiligung an Air Europa. Die spanische Fluggesellschaft ist für internationale Airlines wegen ihres Streckennetzes, insbesondere der starken Präsenz in Lateinamerika und auf der iberischen Halbinsel, attraktiv.
Mit der angestrebten Beteiligung von Turkish Airlines und dem bereits bestehenden Anteil von 20 Prozent der IAG (International Airlines Group) wird die Eigentümerstruktur von Air Europa diversifiziert. Juan José Hidalgo rechnet damit, daß die erforderlichen Genehmigungen für die Transaktion zwischen September und November 2025 vorliegen werden. Er betonte, keine weiteren Anteile verkaufen zu wollen und sieht in IAG und Turkish Airlines die „besten Partner, die man sich wünschen kann“.