Der europäische Campingtourismus verzeichnete in den Sommermonaten Juni bis August 2026 eine uneinheitliche Entwicklung bei den Übernachtungszahlen auf Campingplätzen sowie in Wohnmobil- und Trailerparks.
Wie eine Auswertung amtlicher Eurostat-Daten durch das Branchenportal camping.info zeigt, führt Frankreich das europäische Ranking mit rund 109,9 Millionen registrierten Übernachtungen an. Mit deutlichem Abstand folgen Italien mit 46,9 Millionen, Spanien mit 26,8 Millionen und Deutschland mit 25,3 Millionen Nächtigungen. Kroatien komplettiert die Gruppe der fünf am stärksten frequentierten europarechtlichen Destinationen mit 15,8 Millionen Übernachtungen.
Im Vergleich zum Sommerzeitraum des Vorjahres weist die Datenbasis der Statistikbehörde Eurostat spürbare Rückgänge in mehreren traditionellen Haupturlaubsländern aus. So sank das Übernachtungsvolumen im Segment der Camping- und Stellplätze in Frankreich um 1,9 Prozent. Auch Italien (−3,2 Prozent), Deutschland (−2,3 Prozent) und Kroatien (−2,7 Prozent) blieben unter ihren jeweiligen Vorjahreswerten. Demgegenüber konnten Destinationen in Nord- und Mitteleuropa Zuwächse verbuchen: Schweden legte um 3,0 Prozent auf 12,7 Millionen Übernachtungen zu, Österreich verzeichnete ein Plus von 1,7 Prozent auf 6,1 Millionen und Norwegen stieg um 1,5 Prozent auf 6,1 Millionen Nächtigungen. In Spanien blieb das Niveau mit einem leichten Zuwachs von 0,1 Prozent im Wesentlichen stabil.
Analysten führen die rückläufigen Zahlen in Südeuropa und Deutschland unter anderem auf veränderte Preisstrukturen und eine zunehmende Normalisierung der Gesamtnachfrage nach den Spitzenjahren des Sektorwachstums zurück. Zudem beeinflussen gestiegene Stellplatzgebühren und gesamtwirtschaftliche Unsicherheiten das Konsumverhalten europäischer Urlauber. Parallel gewinnt die Nutzung digitaler Orientierungs- und Bewertungssysteme an Bedeutung, um Preis-Leistungs-Verhältnisse und Kapazitäten im Vorfeld von Buchungen abzugleichen.