Die niederländische Regionalfluggesellschaft AIS Airlines übernimmt künftig den Betrieb von Inlandsverbindungen ab dem Flughafen Genua für das italienische Luftfahrtunternehmen Airidea.
Wie der Charter- und Wet-Lease-Spezialist mit Sitz am Flughafen Lelystad mitteilte, soll für die Strecken ab Ligurien eine zweimotorige Turboprop-Maschine vom Typ British Aerospace Jetstream 32 eingesetzt werden. Das vorgesehene Streckennetz umfasst Routen von Genua nach Triest, Bergamo, Venedig, Bologna und Florenz sowie zu den sardischen Zielen Olbia und Alghero. Ein konkretes Startdatum für den Beginn des Flugbetriebs nannten die Partner bisher nicht.
Die Partnerschaft basiert auf einem Nasspacht-Abkommen (Wet-Lease), bei dem AIS Airlines sowohl das Fluggerät als auch das Cockpit- und Kabinenpersonal stellt, während Vermarktung und Vertrieb in den Händen von Airidea liegen. Nach Unternehmensangaben prüfen beide Parteien bereits die Einflottung weiterer Maschinen sowie eine mögliche Aufstockung des Routennetzes auf zusätzlichen italienischen Nebenstrecken. Die Jetstream 32 bietet Platz für bis zu 19 Passagiere und ist für Kurzstrecken zu kleineren Regionalflughäfen ausgelegt.
Der Vorstoß im italienischen Markt erfolgt vor dem Hintergrund einer veränderten Nachfragestruktur im inneritalienischen Regionalverkehr. Während Hochgeschwindigkeitszüge auf den Hauptachsen zwischen Metropolen wie Mailand, Bologna und Florenz erhebliche Marktanteile halten, bestehen auf Querverbindungen sowie zu den Inseln weiterhin Lücken im öffentlichen Verkehrsnetz. Durch den Einsatz kleinerer Flugzeuge versuchen Regionalgesellschaften, Nischen im Punkt-zu-Punkt-Verkehr zu besetzen, die für größere Fluggesellschaften mit Jet-Flugzeugen wirtschaftlich nicht rentabel zu bedienen sind.
Luftfahrtbeobachter verweisen jedoch auf die strukturellen Risiken dieses Geschäftsmodells. Der Betrieb von Kleinflugzeugen mit 19 Sitzplätzen weist vergleichsweise hohe Betriebskosten pro Sitzkilometer auf. Zudem zeigt die Historie des italienischen Regionalflugmarktes, dass Kooperationen kleinerer Charteranbieter häufig unter einer schwankenden Auslastung und einer geringen Bekanntheit der Marken beim Endkunden leiden. Die Dauerhaftigkeit des Engagements wird maßgeblich davon abhängen, ob Airidea eine ausreichende Auslastung auf den geplanten Strecken generieren kann.