Anzeigetafel im Terminal 1 am Flughafen Frankfurt am Main (Foto: Jan Gruber).
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Umbau des Flughafens Frankfurt: Fraport plant milliardenschwere Modernisierung und Terminalintegration

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In zwei Jahren wird der Flughafen Frankfurt einen tiefgreifenden Umbau erleben: Das Terminal 2 (T2), nach mehr als 30 Jahren Betrieb, wird geschlossen, um Platz für eine umfassende Modernisierung und eine künftige Integration mit Terminal 1 (T1) zu schaffen.

Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Verkehrsströme von Lufthansa und der Star Alliance in einem integrierten Komplex zu bündeln, der die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens weiter stärken soll. Doch der Umbau ist kostspielig und wird nicht nur Auswirkungen auf den Flughafenbetrieb, sondern auch auf die strategischen Partnerschaften und die Wettbewerbslandschaft in der Luftfahrtbranche haben.

Das Ende für Terminal 2: Der Startschuss für einen milliardenschweren Umbau

Im Jahr 2026 sollen die Lichter im Terminal 2 endgültig ausgehen. Fraport, die Betreibergesellschaft des Flughafens Frankfurt, hat angekündigt, dass der Flughafen mit den Modernisierungsarbeiten beginnen wird, um T1 und T2 zu einem großen, gemeinsamen Hub für die Lufthansa und die Star Alliance zu integrieren. Matthias Zieschang, der Finanzvorstand von Fraport, bestätigte die Pläne nach der Präsentation der aktuellen Quartalsbilanz und erklärte, dass der Umbau eine „belastbare Planung“ erfordere. Der Umbau ist ein langfristiges Projekt, das voraussichtlich mehrere Jahre in Anspruch nehmen wird – eine schnelle Umsetzung sei aufgrund der Komplexität der Modernisierung nicht möglich.

Der Umbau von T2 wird in einem Zeitraum von mehreren Jahren stattfinden und eine Milliarde Euro kosten. Ein zentraler Bestandteil des Projekts wird die Schaffung eines zentralisierten Sicherheitsbereichs sein, der den Verkehr zwischen Terminal 1 und 2 effizienter gestaltet. Diese Maßnahme soll nicht nur den Ablauf für Passagiere optimieren, sondern auch den gesamten Flughafenbetrieb straffen. Fraport setzt dabei auf die enge Zusammenarbeit mit Lufthansa, um das Projekt maßgeschneidert auf die Bedürfnisse des Hauptkunden abzustimmen.

Lufthansa und das T3: Ein Nebeneinander von Konkurrenz und Zusammenarbeit

Der Umbau von Terminal 1 und Terminal 2 stellt jedoch nicht nur einen Schritt zur Modernisierung des Flughafens dar, sondern auch einen strategischen Schritt im Wettbewerb um Marktanteile. Interessanterweise wird Lufthansa das brandneue Terminal 3 des Flughafens Frankfurt, das in den nächsten Jahren fertiggestellt werden soll, nicht selbst nutzen. Das Terminal, das als Erweiterung des Flughafens geplant wurde, wird an andere Fluggesellschaften und Konkurrenten von Lufthansa vergeben. Diese Entscheidung ist Ausdruck des Bemühens von Lufthansa, ihre eigenen Ressourcen in das geplante Terminal 1/T2-Komplex zu integrieren, während sie gleichzeitig den Wettbewerb für andere Fluggesellschaften im Terminal 3 zulässt.

Fraport und Lufthansa arbeiten in diesem Zusammenhang intensiv zusammen. Die langfristige Zusammenarbeit im Bereich der Flughafeninfrastruktur und der Verkehrsströme ist ein Schlüsselelement der Flughafensicherung als bedeutendem internationalen Drehkreuz. Durch die enge Zusammenarbeit wird sichergestellt, dass die Luftfahrtgesellschaften der Star Alliance, zu der Lufthansa gehört, den Flughafens Frankfurt als Drehkreuz bevorzugen können.

Langsame Erholung des Flughafens und die Auswirkungen der Krisen

Trotz der geplanten Investitionen in den Ausbau und die Modernisierung des Flughafens bleibt die Erholung des Frankfurter Luftverkehrs hinter den Erwartungen zurück. Nach der Pandemie und den globalen Reisebeschränkungen hinkt der Flughafen immer noch etwa 10 Millionen Passagiere hinter den Zahlen von 2019 hinterher. Fraport prognostiziert für 2023 nur rund 61 Millionen Passagiere und rechnet auch für 2025 nicht mit einer vollständigen Erholung. Neben den Auswirkungen der weltweiten geopolitischen Krisen, wie der Nahost-Krise, ist die Flottensituation bei Lufthansa ein weiterer Bremsfaktor. Engpässe in der Lieferkette und verspätete Auslieferungen neuer Flugzeuge, wie der Boeing 787, sowie die Verlagerung von Flugzeugen des Typs Airbus A350-900 aus München nach Frankfurt, haben ebenfalls negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Flughafens und den Luftverkehr.

Der Umbau als langfristige Investition in die Zukunft

Trotz der gegenwärtigen Herausforderungen, wie der langsamen Erholung und den kurzfristigen Unsicherheiten im Flugverkehr, zeigt sich Fraport zuversichtlich, dass der Umbau des Flughafens langfristig die richtige Entscheidung für den Standort Frankfurt darstellt. Der integrierte T1/T2-Komplex wird nicht nur den Komfort und die Effizienz für Passagiere erhöhen, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit des Flughafens stärken. Durch die Verbesserung der Infrastruktur und die Schaffung eines modernen, leistungsfähigen Hub-Systems wird Frankfurt in der Lage sein, seine Position als eines der weltweit führenden Drehkreuze für den internationalen Flugverkehr zu behaupten.

Der Umbau von Terminal 2 und die geplante Integration mit Terminal 1 ist somit mehr als nur eine Reaktion auf die aktuellen Herausforderungen. Er ist eine langfristige Investition in die Zukunft des Frankfurter Flughafens und seiner Partnerschaften mit den Fluggesellschaften, die den Flughafen nutzen. Für Passagiere und die beteiligten Fluggesellschaften bedeutet dies eine deutliche Verbesserung der Reiseerfahrung und eine stabile Grundlage für den künftigen Betrieb.

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