Der deutsche Reisebürosektor verzeichnete im April 2026 einen spürbaren Dämpfer. Laut den aktuellen Daten des Branchen-Dienstleisters Tats sank der fakturierte Gesamtumsatz der rund 2.500 erfassten Reisebüros um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.
Besonders hart traf es die klassische Touristik inklusive Kreuzfahrten, die einen massiven Einbruch von 21,3 Prozent hinnehmen musste. Marktbeobachter führen diese Entwicklung unter anderem auf die ungünstige Lage der Osterferien und eine allgemeine Konsumzurückhaltung bei höherpreisigen Pauschalreisen zurück. Kumuliert betrachtet rettet sich die Branche seit Jahresbeginn nur noch mit einem knappen Plus von 0,4 Prozent über die Nulllinie.
Im Gegensatz zur schwächelnden Touristiksparte konnte der Flugbereich im April ein Umsatzplus von 4,8 Prozent generieren. Diese positive Tendenz ist jedoch primär auf die Preisentwicklung im Luftverkehrssektor zurückzuführen. Branchenanalysen belegen, dass trotz steigender Umsätze die Anzahl der verkauften Tickets im selben Zeitraum um 2,1 Prozent zurückging. Die höheren Durchschnittspreise für Flugleistungen kompensieren somit das sinkende Buchungsvolumen. Kumuliert verzeichnet das Flugsegment damit seit Januar ein Umsatzplus von 1,6 Prozent, während die Ticketzahlen insgesamt auf dem Vorjahresniveau verharren.
Die Sparte der Kreuzfahrten zeigt ein zweigeteiltes Bild. Während der aktuelle Abrechnungsumsatz im April um 14,9 Prozent unter dem Vorjahr lag und auch der Auftragseingang um 11,6 Prozent sank, bleibt die langfristige Perspektive stabil. Der Auftragsbestand für Kreuzfahrten bis Oktober 2026 liegt aktuell um sechs Prozent über dem Vorjahreswert. Dies deutet darauf hin, dass Kunden ihre Schiffsreisen mittlerweile deutlich früher buchen, das kurzfristige Geschäft im April jedoch hinter den Erwartungen zurückblieb. In der klassischen Touristik hingegen liegt auch der Auftragsbestand für die kommende Sommersaison mit 1,9 Prozent leicht im Minus.
Ergänzende Marktstudien weisen darauf hin, dass die sonstige Dienstleistungsumsätze in den Reisebüros im April um 3,8 Prozent zulegen konnten. Dieser Bereich, zu dem oft Versicherungen und Zusatzleistungen gehören, stützt das Gesamtergebnis kumuliert mit einem Zuwachs von 6,9 Prozent. Dennoch blickt die Branche mit Sorge auf den Rückgang der touristischen Buchungseingänge, die im April um 19,3 Prozent einbrachen. Experten sehen darin ein Signal für eine Verunsicherung der Verbraucher, die sich verstärkt auf notwendige Flugreisen konzentrieren und bei klassischen Urlaubsarrangements zögerlicher agieren.